Russland-Ukraine-Krieg Newsblog: Russland meldet elf Tote bei "Terroranschlag" auf Übungsplatz

In der russischen Grenzregion Belgorod sind nach russischen Medienberichten elf Rekruten bei einem "Terroranschlag" auf einem Truppenübungsplatz getötet worden. Elon Musk will sein Starlink-Internet für die Ukraine nun doch weiter finanzieren. Das russische Verteidigungsministerium meldet die Abwehr mehrerer ukrainischer Angriffe. Außenministerin Baerbock will vor allem die Luftabwehr der Ukraine stärken. Die aktuellen Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine und die Folgen im Newsblog.

Russische Rekruten stehen bewaffnet auf einem Schießplatz in der von Russland unterstützten und von Separatisten kontrollierten Volksrepublik Donezk.
Bei Vorbereitungen von Rekruten für den Ukraine-Krieg hat es nach russischen Angaben einen Schusswaffenangriff gegeben. Das Archivfoto zeigt russische Rekruten in der ukrainischen, teils von Russland besetzen Region Donezk. Bildrechte: dpa

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig überprüft werden können.

22:30 Uhr | Steigende Preise und keine Entlastung beim Heizöl

Die Gaspreis-Entwicklung ist derzeit in aller Munde. Aber auch die Kosten für Heizöl sind enorm gestiegen. Doch für Haushalte, die mit Öl heizen, gibt es keine Entlastungen. Das ärgert die Betroffenen. Mehr dazu im Video von MDR AKTUELL.

21:55 Uhr | EU will 15.000 ukrainische Soldaten ausbilden

Die Außenminister der Europäischen Union wollen am Montag den Startschuss für eine militärische Ausbildungsmission für die Ukraine geben. Dabei sollen in Luxemburg die Pläne zur Ausbildung von rund 15.000 ukrainischen Soldaten in der EU besiegelt werden. Die neue Mission EUMAM Ukraine ist vorerst auf zwei Jahre angelegt. Allein Deutschland will dem Vernehmen nach rund 5.000 Soldaten ausbilden.

18:26 Uhr | EU-Außenminister wollen 500 Millionen Euro Militärhilfe für Ukraine beschließen

Die Außenminister der EU-Staaten beraten am Montag in Luxemburg über die weitere Unterstützung der Ukraine. Bei dem Treffen soll unter anderem die Ausgabe von 500 Millionen Euro für den Kauf von Waffen und Ausrüstung für Kiews Truppen beschlossen werden. Auf die Maßnahmen hatten sich Vertreter der EU-Staaten in Brüssel bereits in der vergangenen Woche geeinigt.

16:55 Uhr | Kommentar zum Grünen-Parteitag: Statt Streit viele Kompromisse

Drei Tage debattierten die Grünen in Bonn über Krieg, Krise und Klimaschutz. Statt großer Redeschlachten gab's Einigkeit bei Waffenlieferungen an die Ukraine und Kompromisse beim Klimaschutz und dem Weiterbetrieb von AKW und Braunkohlekraftwerken. Ein Kommentar von MDR-Hauptstadtkorrespondent Tim Herden.

15:16 Uhr | 9.000 russische Soldaten in gemeinsamer Eingreiftruppe mit Belarus

Der von Russland und Belarus angekündigten gemeinsamen Eingreiftruppe gehören belarussischen Angaben zufolge knapp 9.000 Soldaten aus Russland an. Die ersten Eisenbahnzüge mit russischen Mitgliedern dieser Truppe seien in Belarus angekommen, teilt das Verteidigungsministerium in Minsk mit. Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte die gemeinsame Truppe als Maßnahme zur Grenzverteidigung angekündigt.

14:58 Uhr | Musk will Starlink-Internet für Ukraine doch weiter finanzieren

Das Unternehmen SpaceX des High-Tech-Milliardärs Elon Musk will das Internetangebot für die Ukraine über den Satellitendienst Starlink nun doch weiter finanzieren. "Was solls... auch wenn Starlink immer noch Geld verliert und andere Unternehmen Milliarden an Steuergeldern erhalten, werden wir die ukrainische Regierung weiterhin kostenlos finanzieren", schrieb Musk auf Twitter.

Einen Tag zuvor hatte der US-Milliardär die Finanzierung mit dem Hinweis, SpaceX könne das System "nicht für immer finanzieren", noch in Frage gestellt. Der Nachrichtensender CNN hatte zuvor berichtet, Musk habe das US-Verteidigungsministerium aufgefordert, für die Kosten aufzukommen. Nach Angaben von Musk hat SpaceX für das Internetangebot für die Ukraine bereits 80 Millionen Dollar (82 Millionen Euro) ausgegeben. Bis Jahresende dürften sich die Ausgaben auf mehr als 100 Millionen Dollar belaufen. Starlink bietet über ein System von mehr als 3.000 kleinen Satelliten Internetzugang, der von den ukrainischen Streitkräfte im Krieg gegen Russland genutzt wird.

13:56 Uhr | Russland meldet Abwehr ukrainischer Truppen

Russland hat nach eigenen Angaben einen Vormarsch ukrainischer Truppen in den Regionen Donezk, Cherson und Mykolajiw abgewehrt. Dabei seien der ukrainischen Seite erhebliche Verluste zugefügt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Russland setze seine Angriffe gegen militärische Ziele und gegen die Energieversorgung in der Ukraine mit Präzisionswaffen fort. Dabei seien in der Region Charkiw drei US-Haubitzen vom Typ M777 zerstört worden. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar.

12:03 Uhr | Baerbock: Unterstützung der ukrainischen Luftverteidigung vorrangig

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hält bei der militärischen Unterstützung für die Ukraine derzeit die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung für vorrangig. "Wir haben gerade Anfang der Woche gesehen, wie wichtig die Luftverteidigung ist", sagte Baerbock dem Sender Phoenix mit Blick auf die russischen Angriffe.

Dass rund die Hälfte der auf Kiew abgeschossenen Raketen abgefangen worden seien, führte Baerbock auch auf deutsche Waffenlieferungen zurück. Es werde aber von deutscher Seite "gerade im Luftverteidigungsbereich weitere Unterstützung geben". Deutschland hat dem Land kürzlich bereits ein erstes Luftabwehrsystem vom Typ Iris-T SLM geliefert, drei weitere sollen möglichst bald folgen.

Die Ausstattung der Ukraine mit Panzern sieht Baerbock hingegen angesichts der aktuellen Lage als zweitrangig an. Die Ukraine habe gerade erst durch von Deutschland unterstützte Ringtausche Panzer erhalten.

11:06 Uhr | Behördenchef: Situation im AKW Saporischschja verschlechtert sich

In dem von russischen Truppen besetzten Kernkraftwerk Saporischschja verschlechtert sich die Situation nach Worten des ukrainischen Atombehörden-Chefs mit jeder Woche. Die Besatzer hätten unter anderem das Verwaltungsgebäude, ein Schulungszentrum und einen Block des AKW beschädigt, sagte Petro Kotin dem ZDF. Sie lagerten Ausrüstung und Lastwagen, was große Brandgefahr schaffe. "Niemand weiß, was sich in diesen Lastwagen befindet."

Das Atomkraftwerk Saporischschja
Das Atomkraftwerk Saporischschja Bildrechte: IMAGO/NurPhoto

Gleichzeitig stünden die Mitarbeiter unter hohem Druck. "Im Moment versuchen sie, das Personal zu drängen, Arbeitsverträge mit Russland zu unterzeichnen", so Kotin. "Das Personal hat die Wahl, entweder diesen Vertrag zu unterschreiben oder geschlagen oder gefoltert zu werden." Etwa 100 Menschen seien gefangen genommen worden, von anderen wisse man nicht, was mit ihnen passiert sei. Den Menschen sei es verboten, das Gebiet zu verlassen.

Nach Kotins Worten liegt ein möglicher Reaktor-Unfall weiterhin nahe. "Wir waren schon dreimal in unmittelbarer Nähe zu diesem Reaktorunfall", sagte Kotin. Das liege daran, dass das AKW von der Stromversorgung abhängig sei. Auf dem Gelände in und um das Kraftwerk sind immer wieder Artilleriegeschosse eingeschlagen, wobei beide Seiten sich gegenseitig für den Beschuss verantwortlich machen.

10:37 Uhr | Heil: Besserstellung ukrainischer Geflüchteter bleibt bestehen

Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (SPD) will an höheren Hilfsleistungen für Flüchtlinge aus der Ukraine im Vergleich zu Asylbewerbern festhalten, auch wenn der Zustrom im Winter deutlich zunehmen sollte. "Die Menschen fliehen vor einem schrecklichen Krieg, den Putin angezettelt hat", sagte Heil dem Berliner "Tagesspiegel". Auf EU-Ebene sei entschieden worden, dass die Geflüchteten aus der Ukraine kein Asylverfahren durchlaufen müssten. Damit hätten sie Anspruch auf Grundsicherung und könnten umgehend eine Beschäftigung aufnehmen, betonte Heil: "Da gibt es nichts zurückzunehmen."

Nach einem Beschluss der Bundesregierung werden Ukrainer wie Hartz-IV-Empfänger behandelt und sollen so schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden können.

10:24 Uhr | Britischer Geheimdienst: Russen haben nicht genügend Munition

Russland kommt nach britischen Angaben wegen seines Vorgehens beim Angriffskrieg gegen die Ukraine bei der Produktion von Munition nicht mehr hinterher. "Die russische Verteidigungsindustrie ist vermutlich nicht in der Lage, fortschrittliche Munition in dem Maße zu produzieren, in dem sie verbraucht wird", teilte das britische Verteidigungsministerium in seinem Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg mit.

Die mehr als 80 Raketenangriffe auf mehrere ukrainische Städte zu Wochenbeginn bedeuteten eine weitere Verschlechterung der russischen Bestände an Langstreckenraketen, erklärten die Briten. Dies schränke voraussichtlich die russischen Möglichkeiten ein, in Zukunft erneut diese Anzahl an Zielen zu treffen.

07:36 Uhr | Gasversorgung in Teilen der Ukraine offenbar wiederhergestellt

Nach massiven russischen Angriffen auf Anlagen der Energieversorgung in der Ukraine meldet Präsident Wolodymyr Selenskyj weitere Fortschritte bei den Reparaturarbeiten. In der östlichen Stadt Isjum im Gebiet Charkiw sei damit begonnen worden, die Gasversorgung wiederherzustellen, sagte er am Samstagabend in seiner täglichen Videobotschaft. "Die ersten 500 Familien der Stadt haben bereits wieder Gas in ihren Häusern."

In anderen Regionen seien erst am Freitag mehr als 3.000 Häuser wieder an die Gasversorgung angeschlossen worden. "Ich bin allen dankbar, die den Ukrainern ein normales Leben zurückgeben", sagte Selenskyj.

02:45 Uhr | Selenskyj: Am schwierigsten ist die Lage in Bachmut

Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge sind die Kämpfe in den östlichen Provinzen Donezk und Luhansk an der Grenze zu Russland im Moment besonders heftig. Wie er in seiner abendlichen Videoansprache erklärt, ist die Situation in den genannten Regionen nach wie vor schwierig. "Am schwierigsten ist die Lage in Richtung Bachmut. Wir halten unsere Positionen", so Selenskyj. Russische Streitkräfte hätten wiederholt versucht, Bachmut einzunehmen. Kiew hatte am Freitag erklärt, es erwarte, dass die USA und Deutschland noch in diesem Monat hoch entwickelte Flugabwehrsysteme liefern würden.

Update 02:15 Uhr | Elf Tote bei Schusswaffenangriff auf russischem Militärübungsplatz

Bei einem Angriff auf ein Militärgelände nahe der Stadt Belgorod im Südwesten Russlands sind elf Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden. Das teilte der Staatsagentur Tass zufolge das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Zwei Personen hätten auf einem Truppenübungsplatz das Feuer eröffnet. Das Ministerium sprach von einem Terroranschlag. In anderen russischen Medien war von bis zu 22 Toten die Rede.

Zwei Bürger eines GUS-Staates seien dafür verantwortlich, teilte das Ministerium mit. GUS steht für Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, ein loser Staatenverbund ehemaliger Sowjetstaaten. Die Täter hätten während Schießübungen von "Freiwilligen für den militärischen Spezialeinsatz" in der Ukraine mit automatischen Waffen das Feuer auf die Einheit eröffnet, hieß es weiter. Die "Terroristen" seien erschossen worden. Zur Identität der Angreifer machte das Ministerium keine weiteren Angaben.

In der Grenzregion Belgorod ist die Lage seit Tagen angespannt. Die Behörden melden nahezu täglich ukrainische Angriffe. Am Samstag wurde nach Angaben des Gouverneurs ein Treibstofflager nahe der gleichnamigen Regionalhauptstadt Belgorod beschossen. Am Freitag war nach einem Angriff auf ein Elektrizitätswerk zeitweise der Strom ausgefallen.

00:15 Uhr | Frankreich will rund 2.000 ukrainische Soldaten ausbilden

Frankreich will fast 2.000 ukrainische Soldaten ausbilden. Es habe bereits Artillerie-Schulungen für die Haubitze Caesar gegeben, aber jetzt werde man etwas weiter gehen, sagte der Minister der Streitkräfte, Sébastien Lecornu, der Zeitung "Le Parisien". Die Ausbildung werde in drei Etappen erfolgen: zunächst die allgemeine Ausbildung der Kämpfer, dann die für die von den Ukrainern angemeldeten spezifischen Bedürfnisse wie Logistik und schließlich eine dritte, die die Schulung an den gelieferten Waffen betreffe.

Erst vor wenigen Tagen hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Lieferung von sechs Haubitzen vom Typ Caesar angekündigt sowie Radaranlagen und weitere Luftabwehrraketen. Frankreich hat der Ukraine bereits 18 Caesar-Haubitzen geliefert.

00:00 Uhr | Newsblog am Sonntag, 16. Oktober 2022

Guten Morgen, in unserem Newsblog halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 16. Oktober 2022 | 06:00 Uhr

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