Russland-Ukraine-Krieg Newsblog: Russland meldet "Evakuierung" aus Cherson

Ukrainische Truppen rücken weiter auf die von Russland besetzte Stadt Cherson vor. Die Ukraine wirft dem Iran einen Verstoß gegen das UN-Verbot zu Drohnenlieferungen vor. Russland attackiert weiter Energieanlagen, die Stromversorgung in der Ukraine wird landesweit eingeschränkt. Die aktuellen Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine im Newsblog.

Evakuierung in Cherson
Nach russischen Angaben wurden bislang 15.000 Menschen aus Cherson "vor ukrainischen Angriffen in Sicherheit gebracht". Bildrechte: IMAGO/ITAR-TASS

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig überprüft werden können.

21:39 Uhr | USA: Iranische Militärs halfen Russland auf der Krim bei Drohneneinsätzen

Iranische Militärs sollen Russland nach Angaben der USA von der Krim aus bei Drohneneinsätzen gegen die Ukraine unterstützt haben. "Unserer Einschätzung nach waren iranische Militärs auf der Krim vor Ort und haben Russland bei diesen Operationen unterstützt", sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, John Kirby. Die Iraner würden die Russen ausbilden und technisch unterstützen, während Russen die Drohnen steuerten.

Wegen der Lieferung iranischer Drohnen an Russland hatte zuletzt die Europäische Union ihre Sanktionen gegen Teheran verschärft. Die Ukraine hat im vergangenen Monat nach eigenen Angaben mehr als 230 iranische Drohnen über dem Land abgeschossen. Der Kreml bestreitet den Einsatz iranischer Drohnen in der Ukraine.

20:45 Uhr | Putin besucht Trainingszentrum für einberufene Soldaten

Wladimir Putin besucht Trainingszentrum der Armee
Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag zum ersten Mal seit der Teilmobilisierung ein Trainingszentrum für einberufene Soldaten besucht. Bildrechte: dpa

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag zum ersten Mal seit der Teilmobilisierung ein Trainingszentrum für einberufene Soldaten besucht. Im russischen Staatsfernsehen war zu sehen, wie Putin in einem Schießzentrum in der südöstlich von Moskau gelegenen Region Rjasan unter anderem an einem Schießstand eine automatische Waffe abfeuerte. Er unterhielt sich auch mit einigen der einberufenen Soldaten. "Viel Glück!", wünschte er einem und klopfte ihm auf die Schulter. Für den russischen Staatschef war es der erste Besuch einer Trainingseinrichtung seit der Ankündigung der Teilmobilisierung von hunderttausenden Reservisten am 21. September zur Unterstützung der russischen Offensive in der Ukraine. 

20:11 Uhr | EU-Parlament fordert mehr Schutz von ukrainischen Kulturgütern

Blick auf die Sophienkathedrale.
In der Ukraine befinden sich sieben UNESCO-Welterbestätten, darunter die Sophienkathedrale in Kiew. Bildrechte: dpa

Das EU-Parlament fordert mehr Unterstützung für die Ukraine bei der Dokumentation von russischen Angriffen auf Kulturgüter. Die gezielte Zerstörung des ukrainischen Kulturerbes sei ein Kriegsverbrechen, hieß es in einer am Donnerstag in Straßburg verabschiedeten Resolution. Die EU müsse beim Wiederaufbau helfen. "Russland hat auch an der kulturellen Front Krieg gegen die Ukraine geführt und versucht, das gesamte Erbe der ukrainischen Geschichte und Tradition auszulöschen", sagte die Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung, Sabine Verheyen (EVP), in einer Debatte vor der Abstimmung.

18:00 Uhr | Russland meldet "Evakuierung" von 15.000 Menschen aus Cherson

Angesichts vorrückender ukrainischer Truppen sind nach Angaben der russischen Besatzungsverwaltung inzwischen 15.000 Menschen aus der südukrainischen Region Cherson gebracht worden. Sie seien an das linke Ufer des Flusses Dnipro transportiert worden, erklärte Kirill Stremoussow, Vertreter der pro-russischen Verwaltung. Die sogenannte "Evakuierung" dauere an.

Die russischen Besatzungsbehörden in dem von Moskau annektierten Gebiet hatten den Beginn der Räumung am Mittwoch bekanntgegeben. Kiew verurteilte das Vorgehen als "Deportation" von Zivilisten nach Russland.

16:41 Uhr | Schweden will schnell in die Nato und sucht Gespräch mit Ankara

Schwedens neuer Ministerpräsident Ulf Kristersson will den Konflikt um einen Nato-Beitritt seines Landes mit der Türkei schnell ausräumen. Er werde sofort nach Ankara reisen, sobald die Türkei dazu bereit sei, sagte Kristersson beim EU-Gipfel in Brüssel. Dann werde er beweisen, dass Schweden und Finnland ihre Zusagen einhielten.

Die Türkei blockiert bislang die Zustimmung zur Aufnahme der beiden skandinavischen Länder, wegen angeblicher Unterstützung beider Staaten von "Terrororganisationen" wie der kurdischen Arbeiterpartei PKK. Ende Juni hatte es nach einer Einigung ausgesehen, doch dann hatte die Türkei vor allem Schweden vorgeworfen, die Absprachen nicht erfüllt zu haben. Schweden und Finnland hatten im Mai als Reaktion auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine die Nato-Mitgliedschaft beantragt.

Update 14:09 Uhr | EU-Sanktionen gegen Iran: drei Einzelpersonen und ein Unternehmen betroffen

Die EU-Botschafter hätten sich auf Maßnahmen gegen drei Einzelpersonen und ein Unternehmen geeinigt, erklärte die tschechische EU-Präsidentschaft am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Sanktionen sollten noch am Donnerstagnachmittag in Kraft treten.

Einer Sanktionsliste von vor dem Beschluss zufolge, die die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte, richten sich die Sanktionen gegen das iranische Unternehmen Schahed Aviation Industries, das mit den iranischen Revolutionsgarden verbunden ist. Auch drei Militärvertreter, darunter Generalstabschef Mohammed Hossein Bagheri, sind demnach betroffen. Die EU sei zudem darauf vorbereitet, die Sanktionen auf vier weitere iranische Organisationen auszuweiten, die bereits auf früheren Sanktionslisten vermerkt seien, hieß es weiter.

13:17 Uhr | Russische Luftwaffe patrouilliert an belarussischen Grenzen

Die russische Luftwaffe patrouilliert an den Grenzen des Verbündeten Belarus. Die Patrouillenflüge seien geplant gewesen, teilt das Verteidigungsministerium in Minsk weiter mit. Russland hat 9.000 Soldaten und Hunderte militärische Ausrüstungsgegenstände nach Belarus geschickt. Das Land teilt eine 1.085 Kilometer lange Grenze mit der Ukraine, deren Hauptstadt Kiew liegt weniger als 100 Kilometer von der Grenze entfernt.

12:24 Uhr | Russland meldet erneut Angriffe auf ukrainische Energieanlagen

Russland hat nach eigenen Angaben auch in den vergangenen 24 Stunden wieder militärische Ziele und Energie-Infrastruktur in der Ukraine angegriffen. Zudem sei eine ukrainische Gegenoffensive in der südlichen Region Cherson zurückgeschlagen worden, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

12:05 Uhr | Polizei geht nach Feuer in ukrainischer Geflüchtetenunterkunft von Anschlag aus

Bei dem Brand einer Unterkunft für ukrainische Geflüchtete in Groß Strömkendorf bei Wismar geht die Polizei nach ersten Ermittlungen von einem Anschlag aus. Der Vizepräsident des Polizeipräsidiums Rostock, Michael Peters, erklärte, er habe deshalb die Ermittlungen dem polizeilichen Staatsschutz übergeben.

Das Gebäude ist bei dem Brand am Mittwochabend fast vollständig zerstört worden. Das Feuer ist nach Angaben der Polizei an der Außenwand ausgebrochen. Mitarbeitende hätten vergeblich versucht, die Flammen zu löschen. Menschen seien nicht verletzt worden, teilte der Landkreis Nordwestmecklenburg mit. Landrat Tino Schomann hatte bereits vor ersten polizeilichen Erkenntnissen erklärt, er gehe davon aus, dass das Feuer absichtlich gelegt worden sei und verwies darauf, dass die Polizei noch am Tage des Brandes die Unterkunft wegen einer Hakenkreuz-Schmiererei auf dem Eingangsschild aufgesucht hatte.

11:38 Uhr | EU verhängt Sanktionen gegen Iran wegen Drohnen-Lieferung

Die Europäische Union verhängt Sanktionen gegen den Iran wegen der mutmaßlichen Lieferung sogenannter Kamikaze-Drohnen an Russland. Die Mitgliedstaaten einigen sich nach Angaben der tschechischen Ratspräsidentschaft darauf, Vermögenswerte von drei Personen und einer Einrichtung einzufrieren, die für die Lieferungen verantwortlich sein sollen. Offiziell dementiert der Iran, Drohnen an Russland zu liefern.

Unterdessen bezeichnet das russische Außenministerium die EU aufgrund ihrer Waffenlieferungen an die Ukraine als "Konfliktpartei". Die Länder, die die Ukraine mit Waffen versorgten, seien "Sponsoren des Terrorismus", fügt Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hinzu.

02:28 Uhr | Ukraine wirft Iran Verstoß gegen UN-Verbot zu Drohnenlieferungen vor

Die Ukraine hat dem Iran vorgeworfen, mit der Lieferung von Kampfdrohnen an Russland ein Verbot des UN-Sicherheitsrats verletzt zu haben. Solche Drohnen hätten russische Truppen zuletzt bei ihren Angriffen auf zivile Ziele in der Ukraine eingesetzt, hieß es in einem Schreiben des ukrainischen UN-Botschafters Serhij Kyslyzja an Generalsekretär António Guterres und Mitglieder des Sicherheitsrats, das der Nachrichtenagentur AP vorlag. Der Brief kursierte demnach vor einer geschlossenen Sitzung des höchsten UN-Gremiums zu Vorwürfen, wonach Teheran Moskau Hunderte Drohnen verkauft hat.

Eine Drohne ist am Himmel zu sehen. Sie schlug kurz darauf in ein Gebäude ein.
Aufnahme einer mutmaßlich iranischen Drohne über der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Bildrechte: dpa

Wegen der Drohnen-Lieferungen an Russland hatte die EU gestern ihre Sanktionen gegen den Iran verschärft. Teheran und Moskau bestreiten den Einsatz der iranischer Drohnen in der Ukraine.

01:24 Uhr | Russe mit Hamburger Firma in New York angeklagt

In den USA ist ein Russe mit einer Firma in Hamburg wegen der Umgehung von Russland-Sanktionen angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft in New York wirft ihm und vier weiteren Männern vor, Halbleiter und Mikroprozessoren aus den USA beschafft zu haben, um sie in Russland etwa für den Bau von Kampfflugzeugen, Raketen-Systemen und Satelliten einzusetzen. Das US-Finanzministerium verhängte Strafmaßnahmen. Vermögenswerte in den USA werden eingefroren und Geschäfte mit ihm für US-Bürger untersagt.

00:05 Uhr | Russland zerstört offenbar weitere ukrainische Energieanlagen

Russland hat nach Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj weiter Energie-Infrastruktur in der Ukraine zerstört. In den vergangenen 24 Stunden hätten die russischen Streitkräfte drei ukrainische Energieanlagen vernichtet, sagt Selenskyj. Russland hat in den vergangenen zehn Tagen ein Drittel der ukrainischen Kraftwerke zerstört.

Am Mittwochabend hatte die Ukraine angekündigt, die Stromversorgung landesweit einzuschränken. Der staatliche Netzbetreiber teilte mit, der Strom werde zeitlich gestaffelt in jedem Gebiet bis zu vier Stunden abgeschaltet. Die Menschen sollten zuvor ihre Mobiltelefone und Powerbanks aufladen sowie Taschenlampen, Batterien und Wasser bereithalten.

00:00 Uhr | Newsblog am Donnerstag, 20. Oktober 2022

Guten Morgen, in unserem Newsblog halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 20. Oktober 2022 | 06:00 Uhr

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