Russland-Ukraine-Krieg Ticker vom Freitag: Kretschmer knüpft Ölembargo an Bedingungen

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer knüpft das geplante Ölembargo gegen Russland an Bedingungen. Ex-Bundeskanzler Schröder gibt nach Angaben des russischen Staatskonzerns Rosneft seinen Auftsichtsratsposten auf. Die Ukraine erhält im Juli deutsche Gepard-Panzer. Bis dahin werden krainische Soldaten entsprechend ausgebildet. Mehr zu all dem hier im Live-Blog.

Michael Kretschmer
Will Ölembargo nur, wenn hundertprozentiger Ersatz zu vernünftigen Preisen verfügbar: Michael Kretschmer Bildrechte: IMAGO / jmfoto

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, weil wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

21:15 Uhr | Ex-Schachweltmeister Kasparow "ausländischer Agent"

Russland hat den Kremlkritiker Michail Chodorkowski und den früheren Schach-Weltmeister Garri Kasparow als "ausländische Agenten" eingestuft. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete, sie seien auf die entsprechende Liste des Justizministeriums gesetzt worden. Zur Begründung hieß es, beide seien an politischen Aktivitäten beteiligt und dabei von der Ukraine und den USA finanziert worden.

Kasparow hatte zuletzt den russischen Staatschef Wladimir Putin persönlich für den Krieg gegen die Ukraine kritisiert. Gegen den früheren Oligarchen Chodorkowski und seine Organisationen gehen die russischen Behörden seit langem vor.

21:10 Uhr | Russland meldet vollständige Einnahme des Asow-Stahlwerks

Russland meldet einem Medienbericht zufolge die vollständige Einnahme des seit Wochen belagerten Stahlwerks in Mariupol. Das Verteidigungsministerium in Moskau habe dies bekannt gegeben, meldet die Nachrichtenagentur RIA. Demnach haben sich die letzten 531 Verteidiger des Regiments Asow ergeben. Die Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

20:14 Uhr | Habeck-Ministerium widerspricht Kretschmer

Das Bundeswirtschaftsministerium hat nach eigenen Angaben keine gemeinsame Anfrage der Ost-Ministerpräsidenten für ein Treffen mit Minister Robert Habeck wegen des geplanten Öl-Embargos gegen Russland erhalten. Es widersprach damit einer Aussage von Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer.

Eine Ministeriumssprecherin erklärte zugleich, die Türen stünden für ein Gespräch immer offen. Sie verwies darauf, dass Habeck zu Beginn der Woche den sachsen-anhaltischen Ministerpräsidenten Reiner Haseloff und seinen thüringischen Kollegen Bodo Ramelow in deren Heimatbundesländern zu Gesprächen getroffen habe. In der Vorwoche habe Habeck gemeinsam mit dem brandenburgischen Regierungschef Dietmar Woidke die Raffinerie in Schwedt besucht.

18:17 Uhr | OSZE schickt Beobachter in die Ukraine

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) verstärkt ihre Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen im russischen Krieg gegen die der Ukraine. Wie das OSZE-Büro für Demokratie und Menschenrechte (ODIHR) in Warschau mitteilte, wurden Beobachter in das Land entsandt, um Zeugen und Überlebende zu befragen. Bis zur Erstellung eines Berichtes werde es aber Monate dauern. 

Auch Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat Mitarbeiter in die Ukraine geschickt. Ein 42-köpfiges Team soll zu möglichen Kriegsverbrechen ermitteln. Zudem führen UN-Menschenrechtsexperten Untersuchungen im Land durch.

17:17 Uhr | Ex-General im Podcast über Wunderwaffen

Russland setzt angeblich den Kampfpanzer "Terminator" in der Ukraine ein. Kreml-Unterstützer feiern ihn als "Wunderwaffe". Ex-General Erhard Bühler erklärt, warum er Zweifel an solchen Wundern hat. Außerdem beantwortet er Hörerfragen – etwa zur Haltung der Türkei.

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler 54 min
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler

17:01 Uhr | Kretschmer knüpft Ölembargo an Bedingungen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer knüpft das geplante Ölembargo gegen Russland an Bedingungen. Kretschmer erklärte nach einem Treffen mit Politikern und Experten in Berlin, ein Ölembargo könne es nur geben, wenn gewährleistet sei, dass die wegfallenden Mengen zu 100 Prozent durch andere Quellen ersetzt würden – und "das auch zu vernünftigen, wettbewerbsfähigen Preisen." Kretschmer fügte hinzu, die ostdeutschen Ministerpräsidenten hätten für die nächsten Tage dringend um ein Gespräch mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gebeten.

Als weitere Themen neben Erdöl nannte Kretschmer den Bau eines Flüssiggasterminals in der Ostsee, die weitere Verwendung von Braunkohle als Ersatz für Erdgas und den Weiterbetrieb der drei Atomkraftwerke, die derzeit noch am Netz sind.

16:34 Uhr | Borrell: EU verhindert russische Getreidelieferungen nicht

Trotz der durch Russland blockierten Getreidelieferungen aus der Ukraine will die EU keine russischen Exporte von Lebensmitteln, Agrarprodukten und Dünger verhindern. Das teilte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell mit. Er wies zudem Darstellungen aus Moskau zurück, Preissteigerungen für Lebensmittel in Russland gingen auf die Sanktionen zurück, die der Westen wegen des Krieges gegen Moskau verhängt hat.

Borrell ergänzte, für die 20 Millionen Tonnen Getreide in ukrainischen Silos suche die EU nach alternativen Lieferwegen. Der deutsche Entwicklungsstaatssekretär Jochen Flasbarth sagte in Brüssel, die Lieferungen würden vermutlich vor allem über Polen oder die baltischen Häfen ausgeführt werden können. Die Transportwege über Deutschland würden vermutlich zu lang sein.

16:10 Uhr | G7-Staaten geben Ukraine weitere neun Milliarden Euro

Die Gruppe der sieben führenden Industrienationen, G7, will die Ukraine mit zusätzlichen, kurzfristigen Budgethilfen in Höhe von umgerechnet neun Milliarden Euro unterstützen. Darauf verständigten sich die Finanzminister der G7-Staaten bei einem Treffen auf dem Petersberg bei Bonn. In der Abschlusserklärung heißt es, seit Jahresbeginn habe man damit insgesamt 18,8 Milliarden Euro an Finanzhilfen mobilisiert. "Wir stehen an der Seite der Ukraine", betonte Bundesfinanzminister Christian Lindner.

15:55 Uhr | Ukraine erhält im Juli Gepard-Panzer aus Deutschland

Die Ukraine erhält im Juli die ersten 15 Flugabwehrkanonenpanzer Gepard aus Beständen der deutschen Industrie. Das sei, so berichtet es die DPA, das Ergebnis eines Gesprächs von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Olexij Resnikow. Zu dem Paket gehört demnach auch Ausbildungsunterstützung durch die Bundeswehr, die Bereitstellung von knapp 60.000 Schuss Munition sowie eine Lieferung von weiteren 15 Panzern noch im Sommer.

Flugabwehrpanzer Gepard 2A6 der Bundeswehr
Für die Flugabwehr geeignet: Gepard Bildrechte: imago/photothek

Lambrecht sagte, der Gepard sei eine wirkungsvolle Waffe, die auch eine erhebliche Abschreckungswirkung habe – etwa zum Schutz kritischer Infrastruktur: "Gemeinsam arbeiten wir nun daran, dass die ersten 15 Geparden ab Mitte Juli mit fertig ausgebildeten Besatzungen einsatzbereit sind."

14:45 Uhr | Russland erwägt Altersgrenze für Soldaten heraufzusetzen

Russland erwägt, die Altersbegrenzung von Soldaten heraufzusetzen. Wie auf der Internetseite der Staatsduma hervorgeht, sieht ein Gesetzentwurf vor, dass sich auch über 40 Jahre alte Männer zum Militär melden können. Für Ausländer soll das bisherige Höchstalter von 30 Jahren fallen. Zur Begründung hieß es, damit würde das Militär ältere professionelle Personen rekrutieren können.

14:00 Uhr | Spendenaktion: "Medikamente für die Ukraine"

Die schon Mitte März gestartete Spendenaktion "Medikamente für die Ukraine" hat bisher rund 280.000 Euro für Medikamente und medizinische Ausrüstungen gesammelt. Sie wird unterstützt und fortgesetzt von den mitteldeutschen Apothekerverbänden, von der Action Medeor e.V. und der MDR-Sendung Hauptsache Gesund.

13:45 Uhr | Erdogan kündigt Gespräche mit Finnland an

Der Präsident des Nato-Mitgliedes Türkei, Recep Tayyip Erdogan, will morgen mit Vertretern Finnlands sprechen, lehnt aber weiterhin einen Nato-Beitritt des Landes wie den von Schweden ab. Er habe darüber heute bereits mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte gesprochen, sagte Erdogan vor Reportern. Mit wem er sprechen wolle, ließ Erdogan zunächst offen.

13:23 Uhr | Verletzte Ukrainer in Deutschland

In norddeutschen Krankenhäusern sind bisher 50 kriegsverletzte Ukrainer aufgenommen worden. Sie seien von der Bundeswehr von Polen aus nach Deutschland geflogen worden, hieß es vom Innenministeriums in Hannover. Demnach nahm Niedersachsen 19 Patienten auf, Hamburg elf, Schleswig-Holstein zehn, Mecklenburg-Vorpommern sieben und Bremen drei.

13:20 Uhr | Kiew hat Mariupol vorerst aufgegeben

Aus dem von russischen Truppen wochenlang belagerten Stahlwerk in Mariupol sind nach Angaben der Verteidiger zahlreiche Zivilisten und schwer verletzte ukrainische Kämpfer herausgebracht worden. Die Bergung der Toten dauere aber noch an, sagte Kommandeur Denys Prokopenko in einem Video, das sich zunächst nicht unabhängig überprüfen ließ.

Darin heißt es auch, aus Kiew sei jetzt der Befehl gekommen, die Verteidigung von Mariupol einzustellen. Heute Morgen hieß es von dort, die Kommandeure der wochenlang verschanzten Einheit im Asow-Stahlwerk seien noch immer auf dem Gelände. Nach Berichten in russischen Medien von heute sind fast 2.000 ukrainische Soldaten dort in die Gefangenschaft gegangen.

13:14 Uhr | Russland konzentriert sich auf den Osten

Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben ihre Luftangriffe auf das frontnahe Hinterland im Osten der Ukraine konzentriert. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, berichtete von Attacken auf die Orte Bachmut, Berestowe, Kostjantyniwka, Masljakiwka, Pokrowsken und Soledar bei Donezk und die Stadt Tschuhujiw bei Charkiw. Unabhängig konnten diese Angaben noch nicht überprüft werden.

13:09 Uhr | Schröder gibt Posten bei Rosneft auf

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) den Aufsichtsrat des russischen Ölkonzerns Rosneft verlassen. Schröder habe als Vorsitzender des Gremiums mitgeteilt, dass es ihm unmöglich sei, sein Mandat zu verlängern, teilte der Konzern heute mit, ohne Details zu nennen. Zu Rosneft gehört in Deutschland die wichtige Öl-Raffinerie in Schwedt in Brandenburg.

12:13 Uhr | Russland stoppt Gas-Export nach Finnland

Russland stellt finnischen Angaben zufolge morgen früh seine Erdgas-Lieferungen nach Finnland ein. Ab dem Morgen werde kein Gas mehr fließen, teilte der finnische Konzern Gasum mit. Der Schritt war angekündigt. Gasum erklärte, die Aussetzung vertraglicher Lieferungen sei "höchst bedauerlich". Man sei aber vorbereitet, Versorgungsprobleme werde es nicht geben.

11:46 Uhr | Russland will neue Militärbasen gegen Nato

Als Antwort auf die geplante Nato-Norderweiterung in Europa will Russland im Westen des Landes zwölf neue Militärstützpunkte errichten. Das kündigte Verteidigungsminister Sergej Schoigu an. Er sagte nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen: "Bis Ende des Jahres werden zwölf Militärbasen und Einheiten im westlichen Militärbezirk eingerichtet." Schoigu sprach demnach von "militärischen Bedrohungen an den russischen Grenzen". In dieser Woche hatten Finnland und Schweden ihren Beitritt zur Nato beantragt.

11:21 Uhr | Flasbarth: Putin verursacht Ernährungskrise

Die Aggression von Russlands Präsident Wladimir Putin richtet sich laut Entwicklungs-Staatssekretär Jochen Flasbarth (SPD) gegen große Teile der Welt: "Die von ihm verursachte Ernährungskrise führt viele Menschen in den Hunger", sagte er vor einem Treffen der EU-Kolleginnen heute in Brüssel. Besonders betroffen seien Afrika, der Nahe Osten und Asien. Die Gruppe von sieben führenden westlichen Industrieländern hatte gestern angekündigt, durch ein Bündnis für Ernährungssicherheit gegensteuern zu wollen.

11:10 Uhr | Slowakischer Gasimporteur zahlt nicht in Rubel

Der slowakische Gasimporteur SPP hat nach Worten seines Chefs eine Rechnung für russisches Erdgas jetzt in Euro bezahlt. "Die Umrechnung der Devisen liegt außerhalb der Kontrolle von SPP", sagte Richard Prokypcak dem Fernsehsender RTVS. Russland hatte gefordert, Energie-Lieferungen in Rubel zu bezahlen. Offensichtlich werden aber Wege gefunden, dass Unternehmen zahlen können, ohne Finanzsanktionen gegen Russland zu umgehen.

10:48 Uhr | Kriegs-Schock in der deutschen Wirtschaft

Der Ukraine-Krieg trübt die Aussichten der deutschen Wirtschaft deutlich. Laut der in Teilen heute vorab bekannt gewordenen Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags erwartet ein Drittel der für den DIHK befragten 25.000 Firmen schlechtere Geschäfte im kommenden Jahr. In der Industrie sei der Anteil noch höher, berichtet das "Handelsblatt".

10:00 Uhr | Deutsche Exporte nach Russland eingebrochen

Die deutschen Exporte nach Russland sind seit Kriegsbeginn deutlich gesunken. Ihr Wert betrug im April noch rund 900 Millionen Euro. Wie das Statistische Bundesamt berichtet, waren das 63,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Auf der Liste deutscher Export-Abnehmer außerhalb der EU rutschte das mit Sanktionen belegte Russland vom fünften auf den 14 Platz. Wichtigster Handelspartner blieben die USA, China und Großbritannien.

09:450 Uhr | Russland droht Zahlungsausfall in den USA

Zum wiederholten Mal seit Kriegsbeginn steht Russland vor einer Zahlungsunfähigkeit. Am kommenden Mittwoch läuft eine Ausnahmeregelung der USA aus, die es Russland bislang erlaubt, im Ausland eingefrorene Devisenreserven zur Bedienung von Anleihen zu nutzen. Am Freitag dann werden Zinszahlungen fällig. Trotz der westlichen Sanktionen und russischer Gegenmaßnahmen, die den internationalen Zahlungsverkehr erschweren, ist es Moskau bislang gelungen, fällige Zahlungen zu leisten. Mit dem Ende der Ausnahmeregelung könnte es damit aber vorbei sein. Die Aussichten, dass sie verlängert wird, sind laut US-Finanzministerin Janet Yellen gering.

9:32 Uhr | Schlagabtausch im UN-Sicherheitsrat

Die USA und Russland haben sich gestern Abend im Weltsicherheitsrat gegenseitig die Verantwortung für eine drohende weltweite Lebensmittel-Krise zugeschrieben. US-Außenminister Antony Blinken warf Russland vor, durch eine Blockade ukrainischer Häfen "die Lebensmittelversorgung von Millionen von Ukrainern und Millionen weiterer Menschen auf der ganzen Welt" zu gefährden und sie "buchstäblich in Geiselhaft" zu nehmen: Statt Ländern, die den russischen Angriffskrieg kritisieren, mit einem Exportstopp für Lebens- und Düngemittel zu drohen, solle Russland die Ausfuhr von Getreide über ukrainische Häfen am Schwarzen Meer ermöglichen. 

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensia wies diese Vorwürfe zurück: Die Welt leide wegen der Inflation schon länger unter Nahrungsmittelkrisen, verursacht durch steigende Versicherungskosten, logistische Engpässe und Spekulation auf westlichen Märkten. Die Sanktionen westlicher Länder gegen Russland verschärften das Problem jetzt noch. Außerdem hätten ukrainische Streitkräfte selbst ihre eigenen Seehäfen durch Minen blockiert. 

"Auf der einen Seite werden verrückte Sanktionen gegen uns verhängt, auf der anderen fordern sie Lebensmittel-Lieferungen. So funktioniert das nicht, wir sind keine Idioten", schrieb der Vize-Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew später auf Telegram. Seine Verpflichtungen wolle Russland erfüllen, erwarte aber "Unterstützung von seinen Handelspartnern."

09:00 Uhr | Georgien ist unsicher

Der russische Einmarsch in die Ukraine bringt Georgien in ein Dilemma: Zwar stehen sich Tbilissi und Moskau seit ihrem Krieg 2008 feindlich gegenüber. Doch das Land im Kaukasus ist wirtschaftlich stark von Russland abhängig und scheut eine offene Verurteilung der Ukraine-Invasion – auch aus Angst vor einem neuen bewaffneten Konflikt. Adil Shamiyev und Lukas Kaldenhoff berichten über Georgiens Angst vor dem Krieg und den Versuch des Landes, in die EU zu kommen, was zu ähnlichen Problemen wie in der Ukraine führen kann.

08:29 Uhr | Timoschenko: EU-Wunsch ist Kriegsgrund

Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko sieht im Wunsch ihres Landes nach einem EU-Beitritt den Grund für den russischen Angriff. "Wir sind das einzige Land, das heute mit dem Leben seiner Bürger und mit seinem Blut für den Wunsch bezahlt, in die europäische Heimat zurückzukehren", sagte sie der Zeitung "Augsburger Allgemeine". Das sei kein neues Ziel der Ukraine, die schon lange ihren Willen zum EU-Beitritt bekunde: "Das ist der Grund, warum Putin den Krieg begonnen hat."

08:00 Uhr | Moskau: 1,3 Millionen Ukrainer in Russland

Die russische Armee hat seit Kriegsbeginn nach eigenen Angaben rund 1,36 Millionen Menschen aus umkämpften Gebieten in der Ukraine nach Russland gebracht. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, darunter seien mehr als 230.000 Kinder, die sich nun "in Sicherheit" befänden. Dagegen wirft die Regierung in Kiew den russischen Besatzern vor, Menschen eine Flucht auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet zu verwehren. Die meisten Ukrainer gingen nicht freiwillig nach Russland, sie würden verschleppt.

07:41 Uhr | Tote bei Angriffen in der Ost-Ukraine

Bei russischen Angriffen in der ost-ukrainischen Region Luhansk sind laut Regionalgouverneur Serhij Gaidai in den vergangenen 24 Stunden mindestens 13 Menschen getötet worden, die meisten in der Stadt Siewierodonesk.

07:30 Uhr | Ukraine: Kommandeure noch in Mariupol

Auf dem Gelände des Asow-Stahlwerks in Mariupol sollen sich noch ukrainische Soldaten befinden. Ukrainische Medien veröffentlichten ein Video, das den Vize-Chef des Regiments zeigt. Der Mann sagt, das Kommando sei noch auf dem Werksgelände. Es laufe jetzt eine Operation, zu deren Details er aber nichts sagen werde. Die Echtheit des Videos ließ sich zunächst nicht überprüfen. Nach russischen Angaben haben sich seit Wochenbeginn 1.730 ukrainische Soldaten ergeben, die sich mehrere Wochen in dem Stahlwerk verschanzt hatten. Sie sind in russischer Gefangenschaft.

06:42 Uhr | Ukraine: Russland behindert Flucht

Im Gebiet Saporischschja im Süden der Ukraine behindern angeblich die russischen Besatzungstruppen die Flucht von Zivilisten auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet. "Derzeit befinden sich in der Stadt Wassyliwka vor dem russischen Checkpoint mehr als 1.000 Fahrzeuge, die nicht auf das von der Ukraine kontrollierte Gebiet gelassen werden", sagte die Vizechefin der Gebietsverwaltung von Saporischschja, Slata Nekrassowa, gestern Abend der Nachrichtenagentur Ukrinform. In den Autos seien auch viele Frauen und Kinder. In sozialen Netzwerken sind inzwischen Videos aufgetaucht.

Die Ukraine hat den russischen Truppen schon mehrfach vorgeworfen, Zivilisten an der Flucht zu hindern und sie teilweise gewaltsam nach Russland zu verschleppen. Auch letzteres gilt als Kriegsverbrechen.

06:00 Uhr | Kretschmer will über Energie-Embargo reden

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will heute mit Bundestagsabgeordneten, Gewerkschafts- und Arbeitgebervertretern in der sächsischen Landesvertretung in Berlin über mögliche Energie-Embargos gegen Russland sprechen. Dabei solle es speziell um Auswirkungen im Osten von Deutschland gehen. Kretschmer hatte vor Boykotten gewarnt.

04:30 Uhr | Deutsche Leopard-2-Panzer für Tschechien

Für die Übergabe von Panzern an die Ukraine bekommt Tschechien zügig Leopard-2-Panzer aus Deutschland. "Die Auslieferung soll noch dieses Jahr beginnen und auch einen 30-Tage-Vorrat an 120-Millimeter-Munition umfassen", teilte das deutsche Verteidigungsministerium den zuständigen Obleuten im Bundestag mit. "Gerät und Munition kommen aus Beständen der Industrie und werden durch die Bundesrepublik Deutschland finanziert. Die Folgeversorgung liegt in der Verantwortung Tschechiens."

03:30 Uhr | Selenskyj: Russland erhöht Druck im Donbass

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dramatische Worte für die Situation im Donbass gewählt. Die Besatzer versuchten dort, den Druck zu erhöhen. "Da ist die Hölle, und das ist keine Übertreibung", so der Präsident. Die Armee arbeite weiter an der Befreiung der Region Charkiw, hieß es in einer Videoansprache von Selenskyj. Das ukrainische Regionalkommando berichtete gestern, 14 feindliche Angriffe seien abgewehrt worden.

02:15 Uhr | Brüssel will eingefrorene Vermögen nutzen

Die EU prüft ihre Möglichkeiten, eingefrorene Vermögen russischer Oligarchen zur Finanzierung des Wiederaufbaues der Ukraine nach dem Krieg zu nutzen. Das sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen gestern Abend im ZDF. So könne auch Russland zum Wiederaufbau beitragen.

00.40 Uhr | Ukraine braucht jeden Monat Milliarden

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sorgt der russische Angriffskrieg jeden Monat für ein Defizit von fast fünf Milliarden Euro im Haushalt seines Landes: "Um im Krieg um die Freiheit bestehen zu können, brauchen wir schnelle und ausreichende finanzielle Unterstützung", sagte der Staatschef gestern Abend in seiner täglichen Videoansprache.

Die ausländischen Partner sollten Hilfen nicht als Ausgaben oder Geschenke sehen, sagte Selenskyj weiter: "Das ist ihr Beitrag zu ihrer eigenen Sicherheit." Die Ukraine schütze andere Länder vor dem Krieg. Gemeinsam müsse Sorge getragen werden, dass Russland mit seiner Aggression keinen Erfolg habe.

00:00 Uhr | Ticker am Freitag, 20. Mai 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Übersichtskarte Ukraine
Bildrechte: MDR

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Mai 2022 | 06:00 Uhr

Mehr Politik in Osteuropa

Mehr aus Osteuropa