Erste Lieferung Erster Impfstoff gegen Affenpocken in Europa verteilt

Deutschland und andere EU-Länder haben die ersten Dosen Impfstoff gegen Affenpocken erhalten. Eine neue Behörde in Brüssel hat die Bestellung bei dem dänisch-deutschen Hersteller organisiert.

Fahne mit Schriftzug und Logo vor Firmengebäude
Bavarian Nordic hat seinen Sitz im dänischen Hellerup. Standorte gib es auch anderen Ländern, wie etwa in Martinsried bei München und den USA. Bildrechte: dpa

In der EU sind die ersten Dosen Impfstoff gegen Affenpocken ausgeliefert worden. Nach Angaben aus Brüssel wurde die Bestellung und Verteilung über die neue Behörde zur Vorsorge von Gesundheitskrisen ermöglicht. Mit der ersten Lieferung sollten nach Angaben aus Brüssel rund 5.300 Impfdosen nach Deutschland kommen.

Insgesamt hatte die EU Mitte Juni zunächst rund 110.000 Dosen bei dem Unternehmen Bavarian Nordic bestellt. Diese werden nun nach und nach in die EU-Mitgliedsländer sowie nach Norwegen und Island ausgeliefert.

Mehr als 1.000 Infektionen in Deutschland

In Deutschland hat das Robert Koch-Institut mit Stand vom Freitag 1.054 Infektionen von Affenpocken registriert. Von der eigentlich seltenen Viruserkrankung sind in den letzten Monaten weltweit mehrere Tausend Fälle nachgewiesen worden. Eine Impfung gegen Affenpocken empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland für bestimmte Risikogruppen und Menschen, die engen Kontakt zu Infizierten hatten.

Impfausweis mit Schriftzug Affenpocken und Impfspritze, Impfstoff gegen Affenpocken
Die Stiko empfiehlt eine Affenpockenimpfung nur Risikogruppen. Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde

Die Infektion überträgt sich nach bisherigem Kenntnisstand hauptsächlich durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind überwiegend homosexuelle Männer betroffen. Generell kann sich aber jeder durch engen körperlichen Kontakt infizieren.

Affenpocken sind nicht lebensgefährlich

Affenpocken gelten verglichen mit den seit 1980 ausgerotteten Pocken als weniger schwere Erkrankung. Die Symptome, darunter Fieber und Hautausschlag, verschwinden gewöhnlich innerhalb weniger Wochen von selbst. In Einzelfällen kann es aber Komplikationen geben, Todesfälle sind sehr selten.

 DPD(ans)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Juli 2022 | 17:30 Uhr

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