Sexuelle Ausbeutung und Entführung US-Sänger R. Kelly in Missbrauchsprozess schuldig gesprochen

Der US-Musiker R. Kelly ist wegen jahrelangen sexuellen Missbrauchs von Frauen, Kindern und Jugendlichen schuldig gesprochen worden. Das Strafmaß gegen den Sänger des Welthits "I Believe I Can Fly" kommt erst später.

R. Kelly
Mit dem Song "I Believe I Can Fly" landete R. Kelly 1996 einen Welthit. Bildrechte: imago/photo2000

Der US-Musiker und R'n'B-Star R. Kelly ist im Prozess um den sexuellen Missbrauch Minderjähriger schuldig gesprochen worden. Ein Geschworenengericht in New York verurteilte den Sänger des Welthits "I Believe I Can Fly" am Montag in allen Anklagepunkten. Diese reichten von sexueller Ausbeutung Minderjähriger über Entführung und Bestechung bis hin zu Zwangsarbeit in den Jahren 1994 bis 2018.

Das Straßmaß gegen den 54-Jährigen wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet. Ihm droht eine Haftstrafe von zehn Jahren bis lebenslang.

Missbrauch über Jahrzehnte hinweg

Die Anwältin der Statsanwaltschaft, Elizabeth Geddes, hatte in ihrem Plädoyer erklärt, R. Kelly habe über Jahrzehnte Frauen, Mädchen und Jungen für seine eigene sexuelle Befriedigung rekrutiert. Mit Hilfe seiner engsten Vertrauten habe er die Opfer langsam isoliert, Regeln aufgestellt und ihnen Strafen auferlegt. "Jetzt ist es an der Zeit, dass der Angeklagte für seine Verbrechen bezahlt", sagte Geddes. Die Verteidigung sprach ihrerseits von ausgedachten Geschichten und ausgeschmückten Erzählungen.

Weitere Verfahren gegen Sänger

Kelly, der seit seiner Festnahme im Sommer 2019 im Gefängnis sitzt, hatte im Prozess nicht ausgesagt.

R. Kelly im Gefängnis
R. Kelly im Gefängnis Bildrechte: dpa

Erste Anschuldigungen gegen den 1967 in Chicago geborenen Musiker waren bereits vor rund 25 Jahren bekannt geworden. 2008 stand er wegen des Besitzes von Bildern von schwerem sexuellem Kindesmissbrauch vor Gericht und wurde damals freigesprochen. Unabhängig vom Ausgang des New Yorker Verfahrens wird es vor Gericht weitergehen: Der Sänger muss sich auch in weiteren Verfahren in Illinois und Minnesota zu ähnlichen Anklagepunkten verantworten.

Das Verfahren ist – nach Fällen wie denen von Filmproduzent Harvey Weinstein und Komiker Bill Cosby – die nächste weltweit viel beachtete juristische Aufarbeitung der #MeToo-Ära.

Quelle: dpa/AFP/(kjs)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. September 2021 | 22:00 Uhr

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