Prozess um Auslieferung Londoner Gericht lässt Berufung im Fall Assange zu

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange darf im Rechtsstreit um seine Auslieferung in die USA Berufung einlegen. Das teilte der High Court in London mit. Damit dürfte das juristische Tauziehen mit den USA vor dem höchsten britischen Gericht weitergehen. Assange drohen in den USA bis zu 175 Jahren Haft wegen Geheimnisverrats.

Ein britisches Gericht hat am Montag entschieden, dass der Wikileaks-Gründer Julian Assange im Rechtsstreit um seine Auslieferung in die USA Berufung einlegen darf. Das teilte der High Court in London mit. Damit folgten die Richter der Argumentation von Assanges Anwälten. 

Es wird erwartet, dass Assange nun die im Dezember angeordnete Aufhebung seines Auslieferungsverbots vor dem Obersten Gerichtshof Großbritanniens, dem Supreme Court, anfechtet. Dabei geht es um die Auslieferung des Australiers in die USA.

Die US-Justiz will Assange wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen. Dem gebürtigen Australier drohen dort bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft. Vorgeworfen wird ihm, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben und damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht zu haben.

Assange sitzt in Londoner Hochsicherheitsgefängnis

Assanges Unterstützer sehen in ihm dagegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht hat. Der 50-Jährige sitzt seit mehr als zwei Jahren im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in Haft. Davor hatte Assange fast sieben Jahre im Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London gelebt, bis ihm der Präsident Ecuadors, Lenín Moreno, das Asylrecht entzog. Seitdem zieht sich der Rechtsstreit über eine Abschiebung in die USA.

Ein britisches Gericht hatte die Auslieferung Assanges mit Blick auf seine psychische Gesundheit zunächst untersagt. Die USA hatten entsprechende medizinische Gutachten jedoch angezweifelt, Berufung eingelegt und damit auch Erfolg gehabt. Ein Berufungsgericht hatte das Auslieferungsverbot im vergangenen Dezember aufgehoben.

Assanges Angehörige, vor allem seine Verlobte, machen sich Sorgen um seine Gesundheit. Bislang stand sein psychisches Wohlergehen im Vordergrund, doch die Situation scheint ihm auch immer stärker körperlich zuzusetzen. Kurz nach dem jüngsten Urteil teilte Moris mit, Assange habe einen kleinen Schlaganfall erlitten.

Quelle: MDR AKTUELL,dpa,Afp

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Januar 2022 | 12:30 Uhr

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