Großbritannien Parlamentsbericht: Brexit brachte Papierkram und Kosten

Seit dem vergangenen Jahr ist der Brexit in Großbritannien in vollem Umfang in Kraft. Ein Parlamentsausschuss im britischen Unterhaus kam nun zu dem Ergebnis, die einzigen feststellbaren Auswirkungen für Unternehmen seien höhere Kosten, mehr Bürokratie und Verzögerungen an der Grenze.

Ein Lastwagen wird an der Kontrollstelle des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Angelegenheiten in den Belfaster Docks überprüft.
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Der Brexit hat den Firmen in Großbritannien vor allem höhere Kosten und mehr Bürokratie gebracht. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des Parlamentsausschusses für die Überwachung öffentlicher Ausgaben.

Hillier: Versprechen nicht erfüllt

Meg Hillier
Ausschussvorsitzende Meg Hillier (Labour) Bildrechte: IMAGO / PA Images

Darin heißt es, dass der Brexit mitverantwortlich für den Rückgang des Handels ist. Die Ausschussvorsitzende Meg Hillier von der oppositionellen Labour-Partei erklärte, eines der großen Versprechen des Brexit sei es gewesen, britische Unternehmen zu befreien, um ihnen den Spielraum zu geben, ihre Produktivität und ihren Beitrag zur Wirtschaft zu maximieren: "Doch die einzigen erkennbaren Auswirkungen sind bisher erhöhte Kosten, Papierkram und Verzögerungen an der Grenze."

Beispiel Handel mit Deutschland

Deutliche Spuren hat der Brexit auch im Handel zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich hinterlassen. So sanken die deutschen Exporte nach Großbritannien im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent, während sie insgesamt um 14 Prozent zulegten. Deutschlands Importe aus Großbritannien brachen 2021 gar um 8,5 Prozent ein, während die deutschen Importe insgesamt um 7,1 Prozent stiegen.

Brexit-Bericht warnt vor weiteren Problemen

Der Brexit-Bericht warnte davor, dass die Schwierigkeiten an den Grenzen weiter zunehmen würden, wenn wie geplant weitere Kontrollen in Kraft treten. Zudem sei das Versprechen der Regierung von Boris Johnson, bis 2025 "die effizienteste Grenze der Welt" zu schaffen, nicht  "durch einen detaillierten Plan" untermauert.

Labour-Politikerin Hillier forderte deshalb den sofortigen Abbau von Handelshürden. Dies sei auch dringend notwendig, um die Pandemie-Folgen zu meistern: "Es ist an der Zeit, dass die Regierung ehrlich über die Probleme spricht, anstatt überzogene Versprechungen zu machen."

Großbritannien seit 2021 nicht mehr in EU-Zollunion

Großbritannien ist seit 1. Januar 2021 nicht mehr Mitglied der EU-Zollunion und des Binnenmarkts. Ein kurzfristig vereinbartes Handelsabkommen sichert zwar, dass weiterhin weitgehend zollfrei mit der EU gehandelt werden kann. Neue Vorschriften sorgen aber noch immer für Verzögerungen. Seit Jahresbeginn kontrolliert Großbritannien zudem EU-Importe schärfer, auch das hemmt den Verkehrsfluss.

Quelle; AFP, DPA, Reuters

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Februar 2022 | 09:00 Uhr

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