G20-Gesundheitsgipfel 3,5 Milliarden Impfdosen für arme Länder

Die G20-Staaten haben zu einem virtuellen Corona-Gipfel geladen, um die Pandemie weltweit zu stoppen. US-Pharmakonzerne wollen massiv Impfstoffe an arme Länder liefern, auch die EU und China sagten Hilfe zu – auch im eigenen Interesse.

Ein Mann wird gegen Covid-19 geimpft.
Ausmaß und Folgen der Corona-Epidemie in Afrika sind noch unklar. Doch es fehlt in den meisten armen Ländern an Impfstoff. Bildrechte: dpa

Beim Welt-Gesundheitsgipfel in Rom haben die USA und die Europäische Union Corona-Impfstofflieferungen an arme Länder zugesagt.

US-Konzerne preschen vor

Die US-Pharmakonzerne Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson versprachen bei dem großteils virtuellen Treffen 3,5 Milliarden Corona-Impfstoffdosen. Sie sollen zum Selbstkostenpreis beziehungsweise zu einem Sonderpreis für arme und Schwellenländer bereitgestellt werden. Pfizer und sein deutscher Partner Biontech wollen in diesem und im kommenden Jahr je eine Milliarde Impfdosen liefern, Moderna bis zu 995 Millionen und J&J bis zu 500 Millionen.

EU will bei Impfstoffherstellung helfen

Die Europäische Union kündigte beim virtuellen Gesundheitsgipfel der G20-Staaten mit Vertretern internationaler Organisationen die Lieferung von 100 Millionen Corona-Impfdosen für ärmere Länder bis zum Jahresende an. Außerdem will die EU mit einer Milliarde Euro den Bau von Impfstofffabriken in Afrika finanzieren.   

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in einer Videoschalte, man habe gelernt, dass die Pandemie nur vorbei sei, wenn alle Zugang zu Impfstoffen hätten. Chinas Präsident Xi Jinping sicherte Entwicklungsländern über die nächsten drei Jahre drei Milliarden Dollar Wirtschaftshilfe zu.

Impfstoff-Patente bleiben umstritten

Vertreter von Institutionen, wie etwa Microsoft-Gründer Bill Gates, forderten angesichts der Ungleichheiten einen faireren Zugang zu Impfstoffen. Die US-Regierung unterstützt eine Aussetzung der Patente für Covid-Impfstoffe, die EU und auch Deutschland sehen das jedoch skeptisch.

Es wird daher nicht erwartet, dass die Teilnehmer in ihrer Abschlusserklärung dem Vorschlag einer vorübergehenden globalen Aufhebung des Patentschutzes für Corona-Vakzine zustimmen werden.

IWF: Hilfe zahlt sich aus

Der Internationale Währungsfonds veröffentlichte einen Fahrplan zur Beendigung der Pandemie. Für Maßnahmen dazu sollen vor allem die Industrienationen 50 Milliarden Dollar investieren. Eine Impfung von 60 Prozent der Weltbevölkerung bis Mitte 2022 würde nach IWF-Prognose viele Leben retten und die Weltwirtschaftsleistung bis 2025 um neun Billionen Dollar erhöhen.

Quelle: DPA

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 21. Mai 2021 | 07:15 Uhr

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