Vor UN-Klimakonferenz EU-Staaten appellieren für mehr Engagement beim Klimaschutz

Ende Oktober startet die 26. UN-Klimakonferenz. Im Vorfeld haben die EU-Staats- und Regierungschefs an die anderen teilnehmenden Staaten appelliert, mehr Engagement beim Klimaschutz zu zeigen. Die Konferenz, COP26, gilt als wichtiger Meilenstein, um das Ziel einer Erderwärmung von maximal 1,5 Grad nicht zu überschreiten.

Am Strand steht der Schriftzug der Aktion «Cop26». Bei frühsommerlichem Wetter haben Künstler an der nordenglischen Küste Eisskulpturen in Form von Kindern aufgestellt.
Vom 31. Oktober bis 12. November findet im schottischen Glasgow die 26. UN-Kliamkonferenz statt, die COP26. Bildrechte: dpa/IMAGO

Gut eine Woche vor Beginn der UN-Klimakonferenz haben die EU-Staaten zu mehr Engagement im Kampf gegen die Erderwärmung aufgerufen. Auf dem EU-Gipfel in Brüssel veröffentlichten sie dazu eine Erklärung. Darin heißt es, alle Teilnehmer der Konferenz in Glasgow seien aufgefordert, ehrgeizige nationale Ziele und Strategien vorzulegen und umzusetzen.

Zudem forderten die EU-Staats- und Regierungschefs die anderen Industrieländer auf, mehr Finanzhilfen für den Klimaschutz in ärmeren Staaten bereitzustellen. Absprachen sehen eigentlich vor, bis einschließlich 2025 jährlich insgesamt 100 Milliarden US-Dollar aufzubringen. 2019 kamen aber etwa nur rund 79,6 Milliarden Dollar zusammen.

COP26 wichtig für Klimapolitik der Zukunft

Die UN-Klimakonferenz COP26 beginnt am 31. Oktober. Sie gilt als wichtiger Meilenstein, um das Ziel einer Erderwärmung von maximal 1,5 Grad noch im Rahmen des Möglichen zu halten. Die derzeitigen Ziele der Staaten reichen den Vereinten Nationen zufolge bei Weitem noch nicht aus, um dem Abkommen von Paris gerecht zu werden und katastrophale Folgen des Klimawandels zu verhindern.

Die Europäische Union gilt beim Klimaschutz als Vorreiter. Sie hat sich bereits verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 zu drücken. Auch konkrete Planungen für die Umsetzung des Ziels gibt es bereits.

Risiko: aktuelles Verhältnis zwischen USA und China

Zu einem Hindernis für eine Einigung könnte das derzeit schlechte Verhältnis zwischen den USA und China werden. Die beiden Staaten stoßen zusammen mehr als die Hälfte aller weltweiten Treibhausgase aus. Von daher könnte eine Zusammenarbeit der beiden Wirtschaftsmächte entscheidend zu einem Erfolg der UN-Klimakonferenz beitragen. Doch zwischen Washington und Peking herrscht Eiszeit, die den Kampf gegen die Klimakrise behindern könnte.

Beide Länder liegen bei zahlreichen Fragen über Kreuz, von Handelsthemen über Rüstung und den Indopazifik bis hin zu Chinas Umgang mit Taiwan, Hongkong und der Minderheit der Uiguren. Da der Kampf gegen die Erderwärmung aber eines seiner zentralen Vorhaben ist, fährt US-Präsident Joe Biden im Umgang mit Peking zweigleisig: Er sucht in der Klimapolitik die Annäherung und setzt bei den anderen Themen auf einen "strategischen Wettbewerb". Der chinesische Außenminister Wang Yi sagte seinerseits im Vorfeld, man könne unmöglich die geplante Klima-Kooperation mit den USA über den allgemeinen Zustand der Beziehungen beider Länder stellen.

Proteste von Fridays for Future in Berlin

In Berlin gingen am Freitag Tausende Demonstranten der Klimaschutzbewegung Fridays for Future sowie weiterer Bündnisse auf die Straße. Sie zogen mit ihren Protestplakaten vom Brandenburger Tor aus durch das Regierungsviertel. Die Polizei sprach von rund 10.000 Teilnehmern, die Veranstalter von rund 20.000 Demonstranten. Die Umweltschützer forderten einen verbindlichen Kohleausstieg bis 2030, einen Einbaustopp für fossile Verbrennermotoren ab 2025 und ein entschiedenes Handeln der neuen Bundesregierung. Von der UN-Konferenz verlangen sie wegweisende Schritte, um die Klimakrise in den Griff zu bekommen. Nach dem Ende der Demonstration kam es zu Blockaden vor den Zentralen von SPD, Grünen und FDP, die am Donnerstag Koalitionsverhandlungen aufgenommen hatten.

Quelle: AFP/dpa (sra, mue)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 22. Oktober 2021 | 06:30 Uhr

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