Minsk Zehntausende bei Protesten in Belarus – viele Festnahmen

In Belarus sind am Sonntag erneut Zehntausende Menschen gegen Präsident Lukaschenko auf die Straße gegangen. Die Polizei behinderte die Demonstrationen. Es gab viele Festnahmen.

Bei den Massenprotesten in Belarus gegen Staatschef Alexander Lukaschenko hat die Polizei am Sonntag erneut viele Menschen festgenommen. Genaue Zahlen lagen zunächst nicht vor. Das  Innenministerium sprach von zehn Festnahmen Aus den Städten Brest und Grodno gab es Berichte, dass schwarz gekleidete Uniformierte Demonstrationen aufgelöst und viele Menschen festgenommen hätten. Dagegen schritten die Uniformierten in der Hauptstadt Minsk zunächst nur vereinzelt ein.

Polizei riegelt Zentrum von Minsk ab

In der belarussischen Hauptstadt waren am Sonntag Zehntausende Menschen unterwegs.

Polizei bei den Protesten in Minsk
Polizeisperre gegen Demonstranten - Minsk am 06. September 2020 Bildrechte: imago images/ITAR-TASS

Uniformierte hinderten die Menschen mit Geländewagen, die an der vorderen Stoßstange hohe Metallgitter hatten, ins Zentrum zu gelangen. Auch Wasserwerfer wurden in Stellung gebracht. Demonstranten berichteten in einem Nachrichtenkanal im Messenger-Dienst Telegram von Internetstörungen.

Viele Menschen zogen zum Palast der Unabhängigkeit, dem Sitz Lukaschenkos. Allein dort seien Zehntausende Menschen gewesen, berichtete das unabhängige Portal tut.by. Die Polizei sicherte das Gelände unter anderem mit Stacheldraht ab. Bei den Protesten trat auch die Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa auf.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. September 2020 | 16:00 Uhr

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