Kasachstan Mehr als 1.000 Verletzte bei Protesten in Kasachstan

Bei den Protesten in Kasachstan sind mehr als 1.000 Menschen verletzt worden. Es gab auch Tote. Wie viele, ist aber unklar. Russland schickte inzwischen erste Soldaten ins Land, auf Wunsch des kasachischen Präsidenten.

Bereitschaftspolizisten stehen bereit, um Demonstranten während einer Demonstration in Almaty aufzuhalten.
Mehr als 1.000 Verletzte, acht tote Polizisten sowie vermutlich viele tote Demonstrierende – die bittere Bilanz der schweren Unruhen in Kasachstan. Bildrechte: dpa

Bei den schweren Ausschreitungen in Kasachstan soll es zahlreiche Tote und mehr als 1.000 Verletzte gegeben haben. Die Polizei in Almaty berichtete von Dutzenden getöteten Demonstranten. Genaue Zahlen nannte sie aber nicht. Das Staatsfernsehen meldete zudem 13 getötete Sicherheitskräfte. Außerdem seien bisher 350 Polizisten und Soldaten verletzt worden.

Anzahl der Tote noch unklar

Wie viele Menschen ums Leben gekommen sind, ist noch unklar. Die Behörden haben bislang lediglich den Tod von acht Polizisten und Soldaten sowie von 13 Sicherheitskräften bestätigt. Es wird allerdings befürchtet, dass bei den seit Dienstag anhaltenden Ausschreitungen viele der Demonstranten getötet wurden.

Vor allem in der Millionenstadt Almaty gab es heftige Zusammenstöße. Wie die Behörden mitteilten, hatten Demonstrierende in der Nacht zum Donnerstag versucht, Dienststellen der Polizei in Almaty zu stürmen. Dabei habe es "Dutzende Tote" gegeben.

Russland schickt Truppen nach Kasachstan

Russland hat inzwischen erste Soldaten nach Kasachstan verlegt. Russische Nachrichtenagenturen zufolge wurden Fallschirmjäger als Teil einer "Friedenstruppe" entsandt. Laut russischem Verteidigungsministerium trafen die ersten Soldaten der Truppe bereits ein. Die kasachische Führung hatte zuvor ein von Russland geführtes Militärbündnis um Hilfe gebeten.

Auch andere Staaten der Region entsandten im Rahmen des Militärbündnisses Truppen. Nach Angaben der Allianz sollen die Soldaten wichtige staatliche und militärische Einrichtungen schützen und die kasachischen Ordnungskräfte unterstützen.

Schwere Unruhen seit Tagen

Das autoritär geführte Kasachstan erlebt seit Tagen beispiellose Proteste. Auslöser der am Wochenende ausgebrochenen Unruhen waren deutlich gestiegene Treibstoffpreise an den Tankstellen der öl- und gasreichen Ex-Sowjetrepublik mit mehr als 18 Millionen Einwohnern. Die Preise sollen sich verdoppelt haben, nachdem zum Jahresende Subventionen ausgelaufen sind.

Nach Angaben von Präsident Kassim-Schomart Tokajew vom Mittwochabend hat Regierungschef Askar Mamin seinen Rücktritt eingereicht. Damit scheide die gesamte Regierung aus dem Amt. Bis zur Bildung eines neuen Kabinetts mache sie aber geschäftsführend weiter. Tokajew zufolge wurden zudem deutliche Preissenkungen für Flüssiggas in der Region Mangystau angewiesen.

Quelle: dpa (sra)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 06. Januar 2022 | 09:00 Uhr

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