Reaktionen auf geplanten Krisengipfel "Chance für die Diplomatie, wenn Moskau auf das Angebot eingeht"

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth, hat die neuen Vermittlungsversuche im Konflikt mit Russland begrüßt. US-Präsident Joe Biden und Russlands Präsident Putin hatten einem neuen Gipfeltreffen grundsätzlich zugestimmt. FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff erklärte, er halte das vorzeitige Verhängen von Sanktionen für falsch.

Ukraine Protest
Seit Wochen protestiere viele Ukrainer für eine diplomatische Konfliktlösung mit Russland. Bildrechte: imago images/NurPhoto

In EU und Nato sind die Zweifel groß, dass sich ein neuer Krieg in Europa noch verhindern lässt. Doch unter Vermittlung von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron gibt es nun einen neuen Versuch. Für die diplomatischen Bemühungen einen Vergleich aus der Welt des Schachsports wählend, erklärt FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff, Putin schaue auf das Spielfeld und erkenne, dass da viel Bewegung drin sei: "Man ist bereit, mit Russland auch über kritische Themen zu reden. Und ich glaube, dass das die Chance ist für die Diplomatie, wenn Moskau auf dieses Angebot eingeht", sagte Lambsdorff im ARD-ZDF-Morgenmagazin.  

Es sei wichtig, dass "der diplomatische Turbo weiter auf Hochtouren" laufe, findet auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth. Der SPD-Politiker begrüßt im rbb inforadio, dass alle Verantwortlichen – vom US-Präsidenten über den französischen bis hin zum deutschen Bundeskanzler – versuchen würden, Schlimmstes zu verhindern.

OSZE-Beobachter schließt russischen Einmarsch nicht aus

Und der ehemalige OSZE-Beobachter in der Ostukraine, Alexander Hug, räumt der Diplomatie weiter eine Chance ein. "Ich schließe einen Einmarsch nicht aus. Aber ich glaube, die erste Absicht Präsident Putins ist, weiter Gespräche zu führen", befand Hug im ARD-ZDF-Morgenmagazin.

Die Forderung, die auch aus der Ukraine kam, bereits jetzt Sanktionen gegen Russland zu verhängen, wies der FDP-Politiker Lambsdorff zurück: So lange der Gesprächsprozess laufe, sei das falsch, sagte er. 

Russland und USA stimmen Gesprächen zu

US-Präsident Joe Biden und Russlands Präsident Wladimir Putin hatten einem weiteren Gipfeltreffen grundsätzlich zugestimmt: Bedingung sei allerdings, hieß es aus Washington, dass Russland nicht vorher in die Ukraine einmarschiere.

Die Lage in der Ostukraine hatte sich in den letzten Tagen erheblich zugespitzt. Der Westen fürchtet, hier werde ein Vorwand geschaffen, um einen bevorstehenden Angriff zu rechtfertigen.  

EU droht mit Wirtschaftssaktionen gegen Russland

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen buchstabierte derweil sehr konkret aus, welche Folgen die bereits vorbereiteten Sanktionen für Moskau haben könnten. "Die Finanzsanktionen bedeuten, dass Russland im Prinzip abgeschnitten wird von den internationalen Finanzmärkten," sagte sie bei Anne Will in der ARD.

MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Februar 2022 | 10:08 Uhr

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