Teilabzug russischer Truppen Nato im Ukraine-Konflikt "vorsichtig optimistisch"

Nach dem angekündigten Teilabzug russischer Truppen aus den Grenzregionen zur Ukraine wachsen die Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des Konflikts. Nato-Generalsekretär Stoltenberg ist "vorsichtig optimistisch", Kiew hingegen bleibt skeptisch.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg blickt wieder etwas optimistischer auf den Ukraine-Konflikt. Bildrechte: dpa

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sieht in der Ukraine-Krise "Grund zu vorsichtigem Optimismus". Stoltenberg zeigte sich nach Signalen für einen russischen Teilabzug aus der Krisenregion zuversichtlich, dass jetzt wieder eine diplomatische Lösung möglich sei.

Kiew bleibt skeptisch

Die Nato beobachtet nach eigenen Angaben bislang jedoch noch keinen Rückzug russischer Streitkräfte. "Wir brauchen einen umfangreichen Truppenabzug", sagte Stoltenberg zu den mehr als 100.000 Soldaten, die Russland nach westlichen Angaben an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen hat. Russland habe nach wie vor alles dafür in Stellung, um die Ukraine anzugreifen.

Die Ukraine reagierte verhalten auf die russischen Ankündigungen. Außenminister Dmytro Kuleba sagte am Dienstag in Kiew, Moskau erzähle viel: "Erst wenn wir einen Abzug sehen, dann glauben wir an eine Deeskalation." Grundsätzlich habe der Druck des Westens geholfen.

Russland will Truppen reduzieren

Russischer Verteidigungsminister Sergej Schoigu
Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Bildrechte: dpa

Zuvor hatte Russland den Abzug eines Teils der seit Monaten an der ukrainischen Grenze stationierten Soldaten verkündet. Wie das Verteidigungsministerium in Moskau am Dienstag mitteilte, haben sie ihre "Aufgaben erfüllt" und kehren in ihre Militärbasen zurück. Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte Präsident Wladimir Putin am Montag informiert, dass einige der umstrittenen Militärmanöver der russischen Armee abgeschlossen seien.

Zugleich drohte Russland jedoch für den Fall von Angriffen auf Bürger in der ostukrainischen Separatisten-Region Donbass mit einer "Reaktion". Der EU-Botschafter Wladimir Tschischow sagte der Nachrichtenagentur RIA: "Wir werden nicht in die Ukraine einmarschieren, wenn wir nicht dazu provoziert werden." Greife die Ukraine an oder töte Russen, müsse sie mit einem Gegenangriff rechnen.

Die von Moskau unterstützten Separatisten im Donbass werfen der Kiewer Regierung vor, eine Offensive zu planen. Die Ukraine wiederum befürchtet einen Einmarsch russischer Truppen.

Nato verstärkt Präsenz in Osteuropa

Als Reaktion auf die russischen Truppenbewegungen hatte der Westen seine Militärpräsenz in Osteuropa verstärkt. Für zusätzliche Besorgnis sorgten russische Manöver in Belarus und nahe der Krim-Halbinsel im Schwarzen Meer. Großbritannien schickte Waffen, mehrere EU-Staaten stockten ihre Kräfte in osteuropäischen Partnerländern auf. Auch die Bundeswehr will 350 weitere Soldaten und etwa hundert Militärfahrzeuge nach Litauen entsenden. Bisher sind rund 550 deutsche Soldaten in der früheren Sowjetrepublik stationiert.

 

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Februar 2022 | 11:00 Uhr

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