Russische Söldner Lawrow bestätigt Militärkontakte zu Mali

Die Hinweise verdichten sich, dass russische Söldner am militärischen Konflikt in Mali beteiligt sein könnten. Russlands Außenminister Lawrow bestätigte Kontakte einer Privatfirma, nannte aber nicht ausdrücklich den Namen der umstrittenen Söldner-Truppe Wagner. Deutschland prüft für diesen Fall den Abzug der Bundeswehr.

Sergej Lawrow, Außenminister von Russland, spricht bei einer Pressekonferenz bei der 76. Sitzung der UN-Generalversammlung am Hauptsitz der Vereinten Nationen.
Russlands Außenminister Lawrow beim UN-Gipfel in New York. Bildrechte: dpa

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat eine Kontaktaufnahme der Behörden im afrikanischen Mali zu einem privaten russischen Militärunternehmen bestätigt. Lawrow sagte am Rande der UN-Vollversammlung in New York: "So, wie ich das verstehe, im Zusammenhang damit, dass Frankreich sein militärisches Kontingent erheblich kürzen möchte, das sich dort aufhielt und (...) Terroristen bekämpfen sollte."

Name "Wagner" fällt nicht

Lawrow betonte, dass dabei die russische Regierung keine Verantwortung trage. Das seien kommerzielle Verträge zwischen einer anerkannten, legitimen Regierung und ausländischen Militär-Dienstleistern. Lawrow nannte auch nicht explizit den Namen der russischen Söldner-Truppe Wagner.

In Frankreich und anderen westlichen Ländern hatten zuletzt Berichte über einen möglichen Einsatz der Söldnerfirma Wagner in Mali große Besorgnis ausgelöst. In Deutschland gibt es Forderungen, in diesem Fall den Bundeswehr-Einsatz in dem afrikanischen Krisenstaat zu beenden. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell teilte Lawrow und seinem Amtskollegen aus Mali mit, der mögliche Einsatz der Wagner-Gruppe sei eine rote Linie für die Europäische Union und hätte direkte Konsequenzen für die Zusammenarbeit.

Putschisten sprechen von Gerüchten

Malis Regierung hatte vor rund einer Woche erklärt, dass es sich bei dem angeblichen Kontakt lediglich um Gerüchte handele. Nach Informationen aus der Hauptstadt Bamako soll es der durch einen Putsch an die Macht gekommenen Führung vor allem um den eigenen Personenschutz gehen.

Hunderte deutsche Soldaten in Mali

Soldat der Bundeswehr, im Hintergrund Einsatzfahrzeug.
Die Bundeswehr unterstützt die UN-Mission Minusma in Mali. Bildrechte: imago images/Joerg Boethling

An der UN-Mission Minusma zur Stabilisierung Malis sind etwa 900 Männer und Frauen aus Deutschland beteiligt. Rund 300 deutsche Soldaten sind zudem für die seit 2013 laufende EU-Ausbildungsmission EUTM im Land. Bei dem Bundeswehr-Einsatz in dem nordwestafrikanischen Staat gab es bereits Todesopfer und Verletzte.

Quelle: DPA, Reuters, (ans)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. September 2021 | 21:15 Uhr

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