Atlantik, Mittelmeer, Nordsee Moskau plant mehrere große Marinemanöver

Inmitten der Spannungen mit der Ukraine und ihren westlichen Partnern hat Russland groß angelegte Marinemanöver angekündigt. An den bis Februar geplanten Übungen seien mehr als 140 Kriegschiffe und über 10.000 Soldaten beteiligt, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Russische Kriegsschiffe bei einer Parade zum Tag der Kriegsmarine in St. Petersburg
Geplant ist der Einsatz von 140 russischen Kriegsschiffen bei mehren Manövern. Bildrechte: imago images / Xinhua

Russlands Armee will in den nächsten Wochen groß angelegte Manöver im Mittelmeer, im Atlantik und in der Nordsee abhalten. Wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte, sind daran mehr als 140 Kriegsschiffe beteiligt. Über 10.000 Soldaten werden demnach zu den verschiedenen Übungen geschickt, die bis Ende Februar geplant sind. Zudem seien auch mehr als 60 Flugzeuge im Einsatz.

Die Übungen erstrecken sich den Angaben zufolge auf die an das russische Hoheitsgebiet angrenzenden Meere sowie auf operativ wichtige Gebiete der Weltmeere. Neben der Nordsee wurden noch das Ochotskische Meer in der Arktis und nördliche Gebiete des Atlantiks genannt.

Manöver mit China und dem Iran läuft bereits

Ziel seien Trainings zum Schutz nationaler Interessen Russlands in den Weltmeeren und die Abwehr militärischer Bedrohungen, hieß es. Bereits begonnen habe ein Manöver gemeinsam mit China und dem Iran im Golf von Oman südlich des Irans. Diese Übung soll nach Angaben aus Moskau bis zum kommenden Samstag dauern.

Blinken: Jeglicher Grenzübertritt wird als Agression gewertet

Unterdessen stellte US-Außenminister Antony Blinken klar, dass jeglicher Grenzübertritt seitens russischer Truppen eine Aggression wäre und eine "schnelle, ernsthafte und gemeinsame Antwort" der westlichen Alliierten provozieren würde.

Zuvor hatte US-Präsident Joe Biden für Irritationen gesorgt, indem er andeutete, dass ein "kleineres Eindringen" Russlands in das Nachbarland nur eine begrenzte Reaktion der Nato-Staaten nach sich ziehen könnte. Biden hatte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch gesagt, der russische Präsident Wladimir Putin wolle den Westen testen, und hinzugefügt. "Es ist eine Sache, wenn es sich um ein kleineres Eindringen handelt", sollte es aber zu einer weitgehenden Invasion in die Ukraine kommen, werde dies auch eine "Katastrophe" für Russland bedeuten.

Blinken und Baerbock: Westen im Ukraine-Konflikt geschlossen

Blinken sagte nach einem Treffen mit Bundesaußenministerin Annalena Baerbock, die USA, Deutschland und die westlichen Verbündeten stehen im Ukraine-Konflikt geschlossen gegen Aggressionen Russlands. Es liege an Russland, ob es den Weg der Eskalation oder den der Diplomatie einschlage.

Baerbock forderte Russland erneut zur Deeskalation auf. Jede weitere Aggression werde entschiedene Konsequenzen haben, auch wenn dies wirtschaftliche Folgen auf der eigenen Seite bedeute. Baerbock spielte dabei offenbar auf die Gaspipeline Nord Stream 2 an. Blinken hatte die Leitung als ein Druckmittel gegen Moskau im Ukraine-Konflikt bezeichnet.

Russland weist Vorwürfe zurück

Russland weist den Vorwurf eines geplanten Einmarsches in die Ukraine entschieden zurück. Zugleich fordert es vom Westen umfassende Sicherheitsgarantien wie einen Verzicht auf eine weitere Osterweiterung der Nato sowie auf US-Militärstützpunkte in Staaten der ehemaligen Sowjetunion.

dpa/(kkö)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 20. Januar 2022 | 19:30 Uhr

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