Medizinische Versorgung für Geflüchtete: Wer hilft, wenn ich krank bin?

Ukrainische Kriegsflüchtlinge haben einen Anspruch auf kostenlose medizinische Versorgung. Die Bundesregierung hat zu diesem Thema einige wichtige Informationen gebündelt und auf Ukrainisch und Russisch übersetzt:

Bei Notfällen – zum Bespiel nach einem Unfall, bei akuter Atemnot oder wenn Geburtswehen einsetzen – können Geflüchtete direkt einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen. Für andere Behandlungen braucht es einen Behandlungsschein. Das sächsische Sozialministerium weist darauf hin: „Ohne Behandlungsschein müssen Sie die Behandlung selbst bezahlen.“ Die Scheine bekommen Geflüchtete in ihrer Aufnahmeeinrichtung, beziehungsweise beim Sozialamt oder der Ausländerbehörde vor Ort. Bei Notfällen wird der Behandlungsschein nachgereicht.

Wer länger bleibt, hat es in Sachen Arztbesuch nach 18 Monaten leichter. Ab dann haben Geflüchtete laut sächsischem Sozialministerium "Anspruch auf eine Versichertenkarte einer Krankenkasse und können direkt zum Arzt gehen." Genauso ist es auch in Sachsen-Anhalt geregelt. In Thüringen bekommen Geflüchtete die Gesundheitskarte nach Angaben des Sozialministeriums bereits in den ersten 15 Monaten.

Grundsätzlich besteht in Deutschland freie Arztwahl. Allerdings muss man vor dem Besuch bei einem Facharzt (zum Beispiel Orthopäde, Neurologe, Dermatologe) eine Praxis für Allgemeinmedizin aufsuchen. Wem dort nicht geholfen werden kann, erhält eine Überweisung zum Spezialisten. Dafür brauchen Geflüchtete wieder einen neuen Behandlungsschein.

In Sachsen-Anhalt bietet das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen kostenfreie Hilfe bei der Kommunikation an. Besonders beim Arztbesuch kann das nützlich sein. Die ehrenamtlichen Sprachmittlerinnen und Sprachmittler sind unter folgender Telefonnummer erreichbar: 0345/213 893 99 

Weitere Informationen:

In Thüringen nehmen Kommunen, aber auch einige Gesundheitseinrichtungen (Arztpraxen, Kliniken, Hebammen) am Landesprogramm Dolmetschen teil. Arztbesuche werden in diesem Fall durch Dolmetscher unterstützt, die per Telefon oder Video zugeschaltet werden. 

In Sachsen bietet die AWO über ihre Servicestelle Sprach- und Integrationsmittler Hilfe bei der Kommunikation im Gesundheitswesen an:

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