Mitteldeutschland kompakt | 27.06.2022

Der Waldbrand an der sächsisch-brandenburgischen Landesgrenze ist offenbar unter Kontrolle. Wie das sächsische Lagezentrum am Morgen mitteilte, müssen noch einzelne Glutnester gelöscht werden. Dennoch stelle sich die sächsische Feuerwehr auf einen längeren Einsatz ein, weil der Wind das Feuer wieder entfachen könne. Eine Brandwache wurde eingerichtet. Der Großbrand war am Donnerstag in der Gohrischheide in Sachsen ausgebrochen und hatte sich nach Brandenburg ausgeweitet. Mehr als 800 Hektar standen zeitweise in Flammen.

Nach einem Großbrand auf einem Industriegelände in Dresden ist die Warnung für die Bevölkerung aufgehoben. Die Rauchentwicklung ist laut Feuerwehr nur noch minimal. Zuvor sollten die Anwohner tagelang Fenster und Türen geschlossen halten, Klimaanlagen abschalten und möglichst wenig ins Freie gehen. Die Feuerwehr ist weiter im Einsatz. Einzelne Bereiche seien einsturzgefährdet, zudem gebe es noch Glutnester. Das Feuer war am Freitagabend ausgebrochen. Auf dem Gelände ist unter anderem ein Techno-Club untergebracht. Die Höhe des Sachschadens, ist noch unklar.

Die Autobahnraststätte Oberlausitz in Fahrtrichtung Bautzen ist in dieser Woche gesperrt. Ab heute wird der Straßenbelag in diesem Bereich erneuert. Das teilt die Autobahn GmbH des Bundes mit. Der Verkehr wird auf einer Spur an der Baustelle vorbeigeleitet. Die Arbeiten sollen am Sonnabend beendet werden.

Thüringen übernimmt Kosten für die private Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine. Das teilte das Thüringer Migrationsministerium am Montag mit. Private Gastgeber können ab sofort mit ihrem Landkreis oder ihrer kreisfreien Stadt die pauschale Kostenübernahme vereinbaren. Laut Ministerium gibt es - rückwirkend ab 24. Februar - für jede erste aufgenommene Person 150 Euro monatlich, für jede weitere 75 Euro. Minister Dirk Adams sagte, das Geld könne nur einen Teil der erhöhten Kosten abdecken. Deshalb danke er allen, die bei der Aufnahme geholfen haben. Grundlage ist die geänderte Flüchtlingskostenerstattungsverordnung. Sie ist am 24. Juni in Kraft getreten. Alle notwendigen und angemessenen Kosten, die über die ohnehin geltende Pauschalzahlung hinausgehen, werden vom Land erstattet. Die Kommunen hatten seit März immer wieder auf eine Regelung gedrängt.

Eine deutliche Mehrheit der Menschen in Mitteldeutschland ist für den Ausbau erneuerbarer Energien. Das hat eine nicht repräsentative Befragung des Meinungsbarometers MDRfragt ergeben. Beteiligt haben sich knapp 30.000 Menschen aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Gut zwei Drittel der Befragten halten dabei den Ausbau der Windenergie für eine gute Idee. Für Windräder neue Flächen auszuweisen, befürwortete jedoch nur noch eine knappe Mehrheit von 54 Prozent. Auch will eine deutliche Mehrheit der Befragten Windräder nur im klaren Abstand zu Siedlungen erlauben. Die sogenannte 1.000-Meter-Regel halten 80 Prozent für richtig.

Landwirte in Sachsen-Anhalt befürchten in diesem Jahr Ernteausfälle. Das hat eine erste Prognose des Landesbauernverbandes ergeben. Pressesprecher Erik Hecht sagte, vor allem beim Winterweizen erwarte man eine schwache Ernte. Man rechne mit einem durchschnittlichen Ertrag von rund 60 Dezitonnen pro Hektar. Ähnlich sehe es beim Winterraps aus. Das Hauptproblem sei die seit Jahren anhaltende Dürre. Im Boden befinde sich nur wenig Wasser. Der März und April seien durchweg zu trocken gewesen. Durch die anhaltende Dürre sei auch die Futtersituation wieder angespannt. Der Mais benötige dringend Wasser, um sein Potenzial zu entfalten. Gleiches gelte für die Zuckerrüben.

Sicherheit und Bezahlbarkeit der Energieversorgung sind angesichts der weitreichenden Auswirkungen des russischen Überfalls auf die Ukraine wichtiger denn je. Auf dem mitteldeutschen ENERGIEFORUM werden deshalb in dieser Woche Lösungen für dieses Zukunftsthema gesucht. Im Mittelpunkt stehen dabei Chancen und Potentiale, die sich v.a. durch Lastflexibilisierung, Sektorenkopplung und Wasserstofftechnologien für die Energieversorgung ergeben. Unter dem Motto „Neue Energie für die Wirtschaft“ treffen sich Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Das länderübergreifende ENERGIEFORUM wird durch den Ost-Beauftragten der Bundesregierung, Staatsminister Carsten Schneider, Sachsen-Anhalts Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann, und den Geschäftsführer der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt, Marko Mühlstein, eröffnet.

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht in diesem Jahr an den Ukrainer Serhij Zhadan. Das teilte die Jury in Frankfurt mit. In ihrer Begründung hob sie Zhadans humanitäre Haltung hervor. Der Schriftsteller und Musiker wende sich den Menschen im Krieg zu und helfe ihnen unter Einsatz seines Lebens. Seine Romane, Essays, Gedichte und Songtexte erzählten davon, wie Krieg und Zerstörung die Menschen erschütterten. - Das Preisgeld beträgt 25.000 Euro. Die Auszeichnung wird traditionell während der Frankfurter Buchmesse im Oktober in der Paulskirche verliehen.

Ukrainische Geflüchtete bringen für die meisten Firmen die Voraussetzungen für eine Beschäftigung mit. Das geht aus einer Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hervor. Demnach zeigten sich etwa 60 Prozent der befragten Betriebe zufrieden mit den ukrainischen Beschäftigten. Rund ein Drittel habe die Voraussetzungen dagegen als eher nicht erfüllt angesehen. Nach Einschätzung des IAB liegen diese Unterschiede unter anderem an den Zugangsbedingungen und erforderlichen Qualifikationen in den jeweiligen Wirtschaftszweigen. Flüchtlinge aus der Ukraine arbeiteten vor allem im Groß- und Einzelhandel sowie im Baugewerbe und in der Gastronomie.

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