Immer unter Strom Akkus richtig benutzen und pflegen

Marco Ammer, Technik-Journalist und Technik-Experte für MDR um 4
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Leistungsfähige Energiespeicher gibt es nicht nur für Autos. Auch für den Haushalt gibt es mittlerweile Akkus in allen möglichen Variationen. Technikexperte Marco Ammer erklärt, wofür sich Akkus mittlerweile lohnen und wie gute "Akkuhygiene" funktioniert, damit zum Beispiel auch der Handy-Akku endlich länger hält.

Der Saft des Lebens: Akkus, Powerbanks & Batterien

Das folgende Szenario kennen vermutlich die meisten: der letzte Griff beim Verlassen der Wohnung geht nochmal schnell zum Ladekabel des Handys und dann ab in die Tasche damit. Wer weiß schon, ob der Akku wirklich den ganzen Tag durchhält? Daher wollen wir in diesem Artikel für einen bewussten Umgang mit dem Akku sensibilisieren. Dann ist der Griff zum Kabel in Zukunft möglicherweise überflüssig.

Welche Funktionen verbrauchen den meisten Strom?

Der größte Stromfresser ist das Display. Hier lohnt sich also der Blick auf die Displayhelligkeit. Die kann nach Belieben angepasst werden. Und je dunkler das Display eingestellt ist, desto weniger Strom verbraucht es natürlich.

Nach dem Display gibt es verschiedene weitere Energieverbraucher am Handy. Zum Beispiel die W-Lan oder Netzsuche. Ist das Handy in einer fremden Umgebung, sucht es ständig Signale. Das beansprucht die Batterie.
Viel Energie kostet es auch, Musik oder Radio zu hören, sei es über direkt über die Handylautsprecher oder über eine Bluetooth-Kopplung. Auch hier muss das Gerät ganz schön arbeiten. Ebenso wie bei der dauerhaften Ortung durch aktivierte Standortfunktionen.

ein Finger im Handschuh zeigt auf den Bildschirm eines Smartphones
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Abgesehen davon ist natürlich auch die Umgebungstemperatur relevant. Die meisten Akkus haben einen Wohlfühlbereich von ein paar Grad unter 0 bis um die 40 Grad Celsius plus. Im normalen Leben spielt das evtl. keine Rolle, im Urlaub oder im tiefen Winter aber vielleicht doch.

Ein Blick auf ein Handy mit den verschiedenen Social Media Apps, wie Facebook, Instagram, Twitter
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Abschließend lohnt es sich, die geöffneten Apps im Überblick zu behalten, denn auch die laufen im Hintergrund weiter und zapfen den Akku an. Zwar ist es unsinnig, einzelne Apps nach jeder Nutzung sofort wieder zu schließen, aber wenn eine App längere Zeit nur im Hintergrund läuft, dann verbraucht sie da wahrscheinlich mehr Strom, als es kosten würde, sie wieder zu öffnen.

Wie wird richtig geladen?

Bei der Frage nach dem richtigen Laden gibt es Kontroversen. Von einigen Verbraucherzentralen heißt es zum Beispiel, dass es nicht sinnvoll ist, dass Handy über Nacht an den Strom zu hängen. Denn damit stecke der Akku unnötig lange am Strom.
Gleichzeitig sagen die Hersteller, dass sie Überladeschutzfunktionen in die Geräte eingebaut haben. Oder intelligentes Laden, bei dem der Akku schnell bis zu einem gewissen Prozentsatz auflädt und über mehrere Stunden erst die 100 Prozent erreicht.

Hier ein paar Faustregeln.


  1. Faustregel: Nahezu alle Akkus haben einen Wohlfühlbereich. Der liegt in der Regel zwischen 30 und 80 Prozent der Ladung.
  2. Faustregel: Das bedeutet im Umkehrschluss: Akkus wollen keine Extreme. Regelmäßige Tiefenentladungen oder dauerhaftes am Kabel hängen, tut den Stromspeichern nicht gut. Sollte das also zu häufig passieren, kann die maximale Akkukapazität sinken.
  3. Faustregel: Ständiges anstecken und abziehen des Ladekabels ist auch nicht förderlich.

Was machen, wenn die Akkukapazität tatsächlich gesunken ist?

Hier gibt es verschiedene Lösungsansätze. Der nachhaltigste ist sicherlich, den Akku in einem Fachgeschäft austauschen zu lassen. Diese Geschäfte gibt es in fast jeder Stadt und das Prozedere dauert oft nur ein paar Minuten.

Es ist natürlich auch möglich, den Akku selbst zu tauschen. Anleitungen und Reparatursets dafür gibt es viele im Internet. Das ist allerdings mit ganz schön viel Fummelei verbunden. Für technisch versierte Menschen und Tüftler ist das aber natürlich auch eine Möglichkeit.

Der letzte Lösungsansatz ist dann der Kauf eines neuen Handys. Das ist dann natürlich wesentlich teurer als der Akkutausch. In einer idealen Welt werden Handys natürlich auch so lange genutzt, bis sie bis sie wirklich in ihrer Gesamtheit nicht mehr funktionieren.

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 01. November 2021 | 17:00 Uhr

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