Hörer machen Programm Wann verjährt die Abbuchung einer Lastschrift?

MDR AKTUELL-Hörer Christian Barthel hat 2021 im Juni und im September auf einem kostenpflichtigen Parkplatz in Halberstadt geparkt. Zum Bezahlen nutzte er seine EC-Karte. Erst nach 18 beziehungsweise nach 28 Wochen wurde sein Konto mit den Parkgebühren belastet. Er fragt sich, ob eine einmalige Forderung per Lastschrift erst nach einem Jahr oder später eingezogen werden kann.

Ein Mann unterschreibt auf einem EC-Beleg die Ermächtigung zum Lastschrifteinzug (gestellte Szene).
Nach einem gewissen Zeitraum verjährt der Anspruch der durch eine Lastschrift erteilt wurde. Bildrechte: dpa

Bargeldlos zahlen ist wirklich praktisch: Einfach die EC-Karte kurz ans Lesegerät halten, es piept, dann noch die PIN eintippen oder unterschreiben und schon ist es erledigt. Wer so bezahlt, löst immer ein Lastschriftverfahren aus: Das Unternehmen darf die Summe vom Konto abbuchen.

Doch das geht nur in einem bestimmten Zeitraum, erklärt Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen: "Da muss man zunächst wegdenken von der Lastschrift und sich der Frage der Verjährung widmen: Wenn ein Anspruch verjährt ist, dann bedeutet das, dass er rechtlich nicht mehr durchsetzbar ist."

Die Verjährungsfrist ist gesetzlich geregelt, ergänzt die Finanzexpertin und sie betrage insgesamt drei Jahre: "Das heißt, wenn ich eine Lastschrift oder ein Lastschriftmandat erteilt habe, dann gilt dieses für 36 Monate. Wenn in diesen 36 Monaten nichts passiert ist, dann erlischt die Lastschrift und es darf keine Abbuchung mehr erfolgen."

Fehler bei der Abbuchung

Wann genau das Geld innerhalb dieses Zeitraums eingezogen wird, ist ganz egal – auch, wenn die meisten Unternehmen ihre Forderungen relativ zeitnah abbuchen. Auf Nachfrage teilt ein Mitarbeiter der Firma, die den kostenpflichtigen Parkplatz in Halberstadt betreibt, schriftlich mit, dass ein Fehler Schuld an der verzögerten Abbuchung gewesen sei. Laut dem Mitarbeiter wurden Lastschrift-Dateien für den Parkplatz nicht korrekt verarbeitet: "Da es sich um Kleinstbeträge handelte, die Verjährung noch lange nicht eingetreten und der Verwendungszweck eindeutig ist, habe ich entschieden, die Lastschriften nachzuholen."

Das Unternehmen habe inzwischen dafür gesorgt, dass solche Verzögerungen nicht erneut vorkommen könnten, heißt es weiter.

Doppelter Einzug von Lastschriften

Aber was ist, wenn eine Lastschrift-Abbuchung zum Beispiel doppelt oder fälschlicherweise gemacht worden ist? Auch dafür gibt es Fristen, erklärt Sylvie Ernoult vom Bundesverband deutscher Banken: "Innerhalb von acht Wochen nach Belastung des Kontos kann ohne Angabe von Gründen eine Lastschrift zurückgegeben werden. Gab es kein Lastschriftmandat, dann beträgt die Frist 13 Monate. Das ist auch der Grund, warum es sehr wichtig ist, sich regelmäßig seine eigenen Kontoauszüge anzuschauen."

Bei solchen Rückbuchungen muss man sich nur an die eigene Bank wenden, die das Geld zurückholt und nicht an den Empfänger selbst. Wenn man es einem Unternehmen erlaubt hat, regelmäßig per Lastschrift einen Betrag vom Konto einzuziehen, kann das auch wieder rückgängig gemacht werden, indem man das Lastschriftmandat widerruft. Das ist bis zum Tag vor der nächsten Abbuchung möglich.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. März 2022 | 05:00 Uhr

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