Fürs Leben lernen Taschengeld für Kinder

Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip
Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip Bildrechte: Finanztip

Die meisten Kinder bekommen Taschengeld, aber nur wenige wissen mehr über Finanzen. Wie können Eltern und Großeltern dem Nachwuchs den klugen Umgang mit Geld beibringen? Und was können und dürfen Kinder mit ihrem Geld anstellen? Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen weiß es, auch aus der Erfahrung mit seiner Tochter.

Eine Mädchen steckt eine Münze in ihr Sparschwein
Sparen oder ausgeben? Mit ihrem Taschengeld können Kinder meistens machen, was sie möchten. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Kinder sollen den Umgang mit Geld lernen, von klein auf. Denn das rüstet sie fürs Leben und bewahrt sie vor dummen und unnützen Fehlern. Wichtigste Voraussetzung für den richtigen Umgang mit Finanzen ist aber über Geld zu reden. Die folgenden zehn Punkte habe ich aufgeschrieben und auch mit meiner 12-jährigen Tochter und ihrer besten Freundin besprochen.

Reden, sparen, anlegen und ausgeben!

  1. Kinder sollten früh Taschengeld bekommen, gern ab der 1. Klasse. Jedes Jahr etwas mehr, zunächst wöchentlich ausgezahlt und später monatlich.
  2. Kinder sollten selbst entscheiden können, was sie mit ihrem Taschengeld machen, denn es ist ihr Taschengeld. Wenn Sie größer sind, können sie auch mehr Verantwortung übernehmen und mit entsprechendem Taschengeld auch Kleidung selbst kaufen.
  3. Eltern sollten mit ihren Kindern über Geld sprechen, dass es mit harter Arbeit verdient werden muss, warum viel oder viel zu wenig zur Verfügung steht und auch, wie es zu Unterschieden zur besten Freundin oder zur Nachbarin kommt.
  4. Kinder sollten neben einem Sparkonto frühzeitig ein Girokonto bekommen, auf dem sie selbst einzahlen und abheben können. Das macht für die Erwachsenen erst einmal Arbeit, denn die Erziehungsberechtigten müssen mithelfen. Aber der gemeinsame Lernprozess ist hilfreich. Auf dem Girokonto kann dann auch das Geburtstagsgeld von der Oma, das Geld fürs Rasenmähen beim Nachbarn und die Autowäsche für die Eltern eingezahlt werden. Kinder können von dort überweisen, solange Geld auf dem Konto ist.
  5. Gehen Kinder oder Jugendliche für längere Zeit ins Ausland, ist auch eine Kreditkarte sinnvoll – am besten eine Prepaid-Karte. Damit können sich die Kinder auch dort finanziell bewegen und trotzdem bleibt die Höhe der Ausgaben unter Kontrolle.
  6. Geschenkt ist geschenkt: Wenn Sie ihren Kindern Geld schenken, dann gehört es den Kindern. Wenn Sie Geschenke mit Auflagen verknüpfen wollen, tun sie das gleich zu Beginn, nicht etwa später.
  7. Kleine Geldanlagen für die Kinder funktionieren gut auf Konten, die viele Volksbanken und Sparkassen als Jugend- oder Führerscheinkonto für Kinder bereithalten.
  8. Langfristige Geldanlagen für Kinder funktionieren heute am besten mit einem Wertpapierdepot. Achtung: Wenn Sie das Depot auf den Namen des Kindes einrichten, gehört das Geld auf dem Konto dem Kind. Das ist gut, womöglich auch für die Steuer. Aber es ist auch endgültig. Solche Depots sind besser als das klassische Sparbuch zur Geburt!
  9. Kinder dürfen sich von Gesetzes wegen nicht verschulden. Sie sollten daher nur selbst im Internet einkaufen, mit Geld, dass sie auch haben.
  10. Haben Kinder jeden Monat ein regelmäßiges Einkommen einer gewissen Höhe, kann es sein, dass sie sich selbst krankenversichern müssen. Achten Sie darauf!

Ein Junge hält stolz eine Einkaufstüte mit einem Teddybären darin.
Mit dem eigenen Geld ab dem Grundschulalter sollen Kinder für's Leben lernen. Bildrechte: colourbox
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Alter in Jahren Taschengeld in Euro
unter 6 0,50 bis 1 pro Woche
6 1 bis 1,50 pro Woche
7 1,50 bis 2 pro Woche
8 2 bis 2,50 pro Woche
9 2,50 bis 3 pro Woche
10 16 bis 18,50 pro Monat
11 18,50 bis 21 pro Monat
12 21 bis 23,50 pro Monat
13 23,50 bis 26 pro Monat
14 26 bis 31 pro Monat
15 31 bis 39 pro Monat
16 39 bis 47 pro Monat
17 47 bis 63 pro Monat
18 63 bis 79 pro Monat

Quelle: Deutsches Jugendinstitut

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Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 22. Februar 2022 | 17:00 Uhr

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