Diabetes bekämpfen Das können Sie mit gesunder Ernährung gegen die "Zuckerkrankheit" tun

Immer mehr Menschen leiden an Diabetes mellitus Typ 2. Ein Grund dafür ist falsche Ernährung. Expertin Jenny Radei gibt Tipps, wie sich die Krankheit durch richtige Nahrungsmittel selbst therapieren lässt. Was sollte man essen – und wovon besser die Finger lassen? Genau das ist das Fachgebiet der Ernährungsberaterin.

Apfel, Nüsse, Fisch, Avocado und Brokkoli
Gemüse, gesunde Fette und Eiweiße: Wir erklären, was Sie essen sollten, wenn Sie an Diabetes Typ 2 leiden. Bildrechte: Colourbox.de

Diabetiker dürfen prinzipiell alles essen

Egal ob Typ 1 oder Typ 2: Menschen mit Diabetes dürfen alles essen. Jedoch spielt die Ernährung bei beiden Typen eine unterschiedliche Rolle.

  • Typ 1: Richtige, ausgewogene Ernährung führt nicht unbedingt zur Besserung der Krankheit. Aber Menschen mit Typ 1 müssen wissen, welche Lebensmittel den Blutzucker ansteigen lassen und wie viele Kohlenhydrate darin enthalten sind, damit sie ihre Insulinmenge berechnen können. Es gilt allgemein: Spezielle Lebensmittel sind nicht nötig.

  • Typ 2: Ausgewogene, gesunde Ernährung (in Kombination mit einer Änderung des Lebensstils) führt zur Reduzierung bei Übergewicht und drängt den Diabetes zurück.

Darauf sollten Sie bei Diabetes Typ 2 achten:

Kohlenhydrate:

  • Zucker ist generell erlaubt, aber in kleinen Portionen
  • wenn der Blutzucker gut eingestellt ist, sind max. 50 g freier Zucker (zugefügter Zucker, Honig, Sirup, Zucker aus Säften) akzeptiert
  • nicht empfehlenswert sind gesüßte Getränke und stark zuckerhaltige Lebensmittel
  • Süßstoffe sind in Ordnung, doch nicht zu empfehlen: besser ist es, sich an ein "weniger süß" zu gewöhnen
  • zu bevorzugen sind kohlenhydrathaltige Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lassen (komplexe Kohlenhydrate), wie Vollkornprodukte, Gemüse oder Hülsenfrüchte. Sie machen gut satt und enthalten viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe
  • Wählen Sie Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index
  • Obst und hochverarbeitete Getreideprodukte sollten in kleinen Mengen Bestandteil des Speiseplans sein
  • bei Obst vor allem zu Beeren oder Zitrusfrüchten greifen, sie sind zuckerarm und enthalten viele Ballaststoffe und Vitamine
  • Trockenfrüchte wie Datteln, Feigen oder Obstkonserven eher meiden
  • Vollkornprodukte bevorzugen, sie enthalten die nährstoffreichen Randschichten des Getreidekorns, mehr Vitamine, Mineralstoffe sowie Ballaststoffe
  • Weißmehlprodukte wie Kuchen, Kekse etc. vermeiden
  • Gemüse sollte den größten Teil der Ernährung einnehmen: empfohlen werden 3 Portionen am Tag (450 g)
  • besonders zu empfehlen, da stärkearm: Blattgemüse, Tomaten, Brokkoli, Blumenkohl, Paprika, Gurke
  • seltener, da stärkereich: Kartoffeln, Mais, Erbsen, Rote Beete, Süßkartoffel

Eiweiß:

  • Anpassung bzw. Erhöhung der Eiweißzufuhr an das Körpergewicht (0,8 – 1,0 g Eiweß pro kg (Sollgewicht)
  • Milchprodukte sind gute Eiweiß- und Calciumlieferanten
  • zu empfehlen: Naturjoghurt und -quark, mageres Fleisch, Geflügel, Fisch (für Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe)
  • abgeraten wird von Lightprodukten, Fruchtjoghurts und viel Wurst

Fette:

  • Empfehlenswert sind Oliven- und Rapsöl
  • Generell sparsamer Umgang mit Fetten empfohlen

Unser Experte

Jenny Raddei
Bildrechte: privat

Leben Jenny Raddei

Jenny Raddei

Jenny Raddei ist Ernährungsberaterin und Diätassistentin mit eigener Praxis in Zwenkau bei Leipzig.

Foto: privat

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Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 21. September 2021 | 17:00 Uhr

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