Der Redakteur | 14.06.2022 Zum Weltblutspendetag – gesund und jung(geblieben)? Es spricht wirklich nichts gegen eine Spende!

Blut ist knapp. Die Spender werden immer weniger und die medizinische Versorgung ist in Gefahr. Ist Blutspenden wirklich so ein Ding? Eigentlich nicht, hat Redakteur Thomas Becker bei seiner Recherche erfahren.

Eine Ärztin hält einen Beutel mit Erythrozyten-Konzentrat.
Ein Beutel Blut kann mehrere Menschenleben retten. Bildrechte: dpa

Es ist tatsächlich der Pieks, der viele Menschen davon abhält. Wenn die Blutspendedienste die Bedeutung des Blutspendens abfragen, dann sind 90 Prozent der Befragten der Meinung, dass das ein ganz wichtiges Thema ist. Doch von denen, die spenden könnten, tun es am Ende nur drei bis vier Prozent.

Das ist ernüchternd und überspitzt formuliert auch lebensgefährlich. Denn selbst wenn die roten Blutkörperchen sieben Wochen durchhalten, sind die ebenfalls gewonnenen Thrombozyten nur vier Tage haltbar. Bedeutet: Über ein verlängertes Wochenende kann es versorgungstechnisch auch schon mal eng werden, es kommt also durchaus auch regional auf jeden Spender an. Deshalb sei den Ängstlichen gesagt, sie bekommen es mit absoluten Profis zu tun, die tagtäglich Nadeln setzen und diese Erfahrung führt dazu, dass man wirklich nicht viel spürt.

Die Kollegen sind sehr routiniert, die wissen, was sie tun. Und den kleinen Pieks kann man über sich ergehen lassen, wenn man weiß, was es im Nachgang für eine Wirkung hat.

Nico Feldmann, Regionalleiter DRK-Blutspendedienst

Theoretisch können bis zu drei Menschen von einer einzigen Spende profitieren. Das liegt daran, dass das Blut noch aufbereitet und in die Bestandteile rote Blutkörperchen, Blutplasma und Thrombozyten zerlegt wird. Das ist die Empfängerseite. Die ist natürlich darauf angewiesen, ein hochwertiges und sicheres Produkt zu bekommen. Daraus ergibt sich eine doppelte Verantwortung der Blutspendedienste. Denn am Ende muss es auch dem Spender gut gehen.

Kann jeder Blut spenden?

Jeder, der gesund ist und zwischen 18 und 73 Jahre alt, kommt in Thüringen als Spender in Frage. Das "gesund" bezieht sich auf schwerere Erkrankungen, aber auch auf die kleine Erkältung, die im Anflug ist. Mit Halskratzen und leichtem Unwohlsein sollte man nicht zum Blutspenden gehen, denn dass die Entnahme von einem halben Liter Blut den Körper belastet, das liegt auf der Hand.

Gebraucht werden alle Blutgruppen. Sehr beliebt ist die Blutgruppe 0, die als Universalspender allen Blutgruppen Blut spenden kann, aber selbst auf die 0 angewiesen ist. Vor Ort muss jeder Spender einen Fragebogen ausfüllen, es gibt eine Messung des Hämoglobinwertes, also des Eisenwertes im Blut, und ein Arztgespräch. Der Arzt ist also vor Ort und erteilt letztlich die Spende-Erlaubnis.

Wie lange dauert eine Blutspende?

Das Blutspenden selbst ist der geringste Teil der Veranstaltung. Der Papierkram und das Arztgespräch vorher und das Entspannen, Essen und Trinken danach umrahmen die fünf bis zehn Minuten, die das eigentliche Spenden dauert. Danach sollte man nicht gleich einen Marathon angehen, sagt Nico Feldmann.

Auch können die Knie noch etwas weich sein, aber das überlagert bei vielen Spendern ein Hochgefühl, das Experten als "Warm Glow" bezeichnen, also "warmes Glühen". Man hat etwas Gutes getan, jemanden beschenkt, es werden ähnliche Hormone sein, die dann unterwegs sind im Körper.

Wo kann man Blut spenden?

Und wer das zweithäufigste Gegenargument anführen möchte, dass doch die Zeit knapp ist: Die Blutspender kommen quasi direkt vor die Tür und die Digitalisierung macht sogar eine Terminvergabe möglich, die auch für den gleichen Tag funktioniert. Einfach die Postleitzahl eingeben und schauen, wann das Blutspendeteam in der Nähe ist. Zum Beispiel die Kollegen des DRK oder die Kollegen des Instituts für Transfusionsmedizin Suhl:

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 13. Juni 2022 | 16:10 Uhr

Mehr Gesundheit

Weitere Ratgeber-Themen