T-Shirts, Bettwäsche & Co. Mit japanischer Färbetechnik alte Kleidung verschönern

Judith Heinze
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wie oft passiert es: Das schöne weiße T-Shirt hat einen Fleck, der nicht wieder heraus geht. Oder man hat weiße Bettwäsche, die leider vergilbt ist. All diese Dinge müssen nicht in den Müll, sie können gefärbt werden. Mit "Shibori" – einer Färbetechnik, die aus Japan stammt und auf klare geometrische Muster setzt. Die mehr als 1.000 Jahre alte Technik wurde einst für Kimonos verwendet, dabei gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Designs. Deko-Expertin Judith Heinze gibt Ratschläge.

1. Vorbereitung der Farbe

Für das Färben müssen die Kleidungsstücke, Bettwäsche etc. gut gewaschen werden. Es eignen sich am besten Naturmaterialien wie Baumwolle, Leinen und Seide für das Färben. Die verschiedenen Muster entstehen durch Falten, Abbinden, Knoten und Nähen – so zeigen sich Kreise, Quadrate und Linien auf dem Stoff. Indem man Murmeln, Holzplättchen, Knöpfe oder Erbsen in die Faltung einbindet, entstehen weitere Muster.

Für das Färben brauchen wir einen großen Eimer, der ungefähr zur Hälfte mit 60 Grad heißem Wasser gefüllt wird. Nun wird das Farbpulver hinzugeben, traditionell verwendet man für die Shibori-Technik ein sattes Indigo.

Japanische Färbetechnik Der Name Shibori kommt vom japanischen Begriff "shiboru" ("絞る"), was so viel wie "drücken" oder "pressen" bedeutet. Die mehr als 1.000 Jahre alte Färbetechnik war früher eine Lösung für alle, die ihre alten Kleider in neuem Gewand erstrahlen lassen wollten. Später wurde die Technik sogar für traditionelle Kimonos verwendet.

2. Vorbereitung der Stoffe

Damit die geometrischen Muster entstehen können, braucht es unterschiedliche Techniken – wir können falten, knoten oder wickeln.

Für eine japanische Färbetechnik wird Stoff mit Kabelbindern gebunden. 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Murmel-T-Shirt

Eine sehr einfache Methode für den Anfang. Ein feuchtes T-Shirt (gern mit Flecken oder vergraut) wird gerade auf den Tisch gelegt. Nun nimmt man Münzen, Murmeln oder Perlen aus Holz oder Plastik, legt sie von innen in das T-Shirt und bindet den Stoff an der Stelle mit der Murmel mit einem Faden und Schnipsgummi ab.

Murmeln liegen auf weißem Stoff
Wer Murmeln zu Hause hat, kann sie beim Färben nutzen. Bildrechte: MDR/Judith Heinze

Zickzack-Küchenhandtücher

Zunächst vierteln wir das Handtuch längs und falten es mit einer Zickzack-Falz, sodass ein schmales, langes Stück Stoff vor uns liegt. Nun klappen wir von unten nach innen ein Dreieck ab, drehen den Stoff und klappen wieder ein Dreieck ab.

Das wiederholen wir, bis das Tuch zu einem Dreieck zusammengeklappt wurde. Dieses Dreieck wird nun mit Schnipsgummis oder Holzklammern fixiert.

Utensilien zum Färben
Es gibt verschiedene Hilfsmittel, um die Muster in den Stoff zu bekommen. Bildrechte: MDR/Judith Heinze

Quadrat-Kissen (Itajime-Technik)

Nicht nur Klammern, Gummis und Murmeln kommen zum Einsatz, sondern auch kleine Holzstücke. Dafür falten wir den Stoff zuerst wie eine längliche Ziehharmonika. Nun wird das Rechteck von der kurzen Seite aus wieder im Zickzack wie eine Ziehharmonika gefaltet, bis ein kompaktes Paket entsteht. Für den Itajime-Effekt legt man auf beide Seiten des Stoffpäckchens eine Holz-Schablone – zum Beispiel ein Quadrat oder Rechteck.

Tropfenmuster-Kissen (Arashi-Technik)

Ein leichtes und doch sehr kreatives Muster ist die Seiltechnik. Dafür wird die Kissenhülle auf dem Tisch hingeleget und ein Seil darin komplett eingerollt. Dann werden die Seilenden zusammengenommen, gerafft und verknotet.

3. Färben

Unsere Pakete werden nun zunächst zehn Minuten in kaltem Wasser eingeweicht. Währenddessen das Farb-Bad nach Packungsanweisung zubereiten. Dabei Handschuhe nicht vergessen! Nun wandern die Stoffpakete für 30 Minuten ins Farb-Bad. Zum Schluss alle Pakete mit klarem Wasser spülen, bis keine Farbe mehr auswäscht. Den Stoff auffalten und noch mal alles bei 60 Grad in der Maschine waschen.

Blau gemusterte Stoffe
So können die vorher weißen oder beigen Stoffe am Ende aussehen. Bildrechte: MDR/Judith Heinze

Viel Spaß beim Nachmachen!

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 01. Juni 2022 | 17:00 Uhr

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