Tipps vom Friseur Was Sie gegen fettige Haare tun können

Sven Hentschel
Bildrechte: MDR/Markus Geuther

Fettiges Haar sieht ungepflegt und einfach nicht schön aus. Die Ursache ist eine überhöhte Talgproduktion in der Kophhaut. Doch es gibt einfache und sehr wirkungsvolle Methoden, um das Problem dauerhaft in den Griff zu bekommen, sagt Friseurmeister Sven Hentschel.

Kennen Sie das auch? Die Haare sind frisch gewaschen und gestylt und nur ein paar Stunden später haben Sie wieder ölig glänzende Haaransätze und vor allem ein Gefühl, ungepflegt zu sein. Fettige Haare (eigentlich ist es eine fettige Kopfhaut) treten häufig auf und können je nach Intensität und Sensibilität sehr belastend sein. Die Ursachen können vielfältig sein. Die gute Nachricht gleich vorweg: Es gibt einiges, was Sie zur Abmilderung tun können.

Die Ursachen

Eine Detailaufnahme vom Haaransatz
Haare fetten an den Haarwurzeln Bildrechte: imago images/Panthermedia

Grundsätzlich werden unsere Haare dann fettig, wenn die Kopfhaut/Talgdrüsen zu viel Fett produzieren und dieses in die Haare gelangt. Für diese Überproduktion gibt es verschiedene Gründe.

Bei hormonellen Ursachen spielt oft der Anstieg des Testosteronspiegels eine wesentliche Rolle. Progesteron ist ein weiteres verantwortliches Hormon für die Überproduktion von Talg und Fett. Gerade junge Männer in der Pubertät leiden oft darunter. Bei Frauen sind Zyklusphase und Pille eine wesentliche Ursache, da hierfür Estradiol unterschiedlich ausgeschüttet wird und die Talgdrüsen beruhigt. Hormonelle und vegetative Dysbalancen wirken sich negativ auf unsere Hautfunktion aus. Gerade deshalb sollten wir auf unsere innere Balance achten und Stress vermeiden.

Eine andere Form von Stress für unsere Kopfhaut sind mechanische Überlastungen. Das kann eine dauerhaft getragene Kopfbedeckung (Mütze, Basecap) genauso so sein wie zu heiße Föhnluft oder eine falsche Haarbürste. Eine optimale Haarbürste hat keinen Metallkörper und besteht überwiegend aus natürlichem Haar. Am besten ist ein Verhältnis von 75 Prozent natürlichen Haaren und 25 Prozent synthetischen.

Die Ursache zu kennen, ist der erste Schritt zur Abhilfe. Deshalb bitte die eigenen Routinen genau überprüfen.

Einfache Tricks

Eine Hand auf einem Kopf
Haare sollten nicht angefasst werden Bildrechte: Liane Watzel

  • Hände weg vom Haar: Mit unseren Fingern bringen wir zusätzlich Fett und Talg ins Haar und verteilen diese großflächig.
  • Lieber kalt als heiß Föhnen: Die heiße Luft regt die Talgdrüsen zusätzlich zur Überproduktion an.

Die richtigen Haarpflegeprodukte

Sehr pflegende und ölhaltige Produkte bitte sparsam verwenden und nicht auf die Kopfhaut auftragen, denn das sorgt zusätzlich für einen fettigen Ansatz. Hingegen kann ich zu Kopfhautwässern raten, da diese befeuchten und beleben.

Zum Stylen nach dem Trocknen frisiere ich sofort ein Trockenshampoo mit etwas Haarspray in die Haaransätze. Das baut eine Barriere zwischen Kopfhaut und Haarschaft auf und fängt so das Fett für einige Zeit ab. Bei Shampoos sollten Silikone unbedingt vermieden werden, wogegen Tenside eher helfen, da sie mild sind.

Extrakte aus Meerestang, Brennnessel, Zinnkraut, Kamille, Rosmarin und Scharfgabe sind gut wirkende natürliche Inhaltsstoffe. Aber nicht nur der Inhalt des Shampoos auch die Art des Haarewaschens ist sehr wichtig. Hier sollte jegliche Massage der Kopfhaut vermieden werden, da diese sofort die Drüsen wieder anregt. Das Gleiche gilt auch für sehr heißes Wasser. Je kälter desto besser, auch für die Schuppenschicht des Haares. Und auch die Waschzeit spielt eine Rolle. Morgens ist am effektivsten, denn in der Nacht sind die Talgdrüsen am aktivsten.

Das Verwenden von Styling- und Pflegeprodukten sollte prinzipiell sehr ausgewählt sein und sich auf das Nötigste reduzieren.

Die richtige Frisur

Eine Kurzhaarfrisur ist schnell gewaschen, hat ein gewisses Eigenvolumen und das Föhnstyling geht schnell und unkompliziert. Wer mehr Länge mag, darf die Haare gern etwas toupieren, was den Abstand zwischen Kopfhaut und Haar vergrößert. Wenn zusätzlich Trockenshampoo und Haarspray genutzt werden, beträgt die Haltbarkeit zwei bis drei Tage.

Heller gefärbte Haare sind trockener und die Schuppenschicht steht etwas mehr ab. So nimmt das Haar deutlich mehr Talg auf, als unbehandeltes Naturhaar. Wer es dezenter mag, kann das mit ein paar wenigen Highlights am Oberkopf probieren.

Vermieden werden sollten Frisuren, die sehr eng am Kopf anliegen und so direkt mit der fettenden Kopfhaut in Berührung kommen.

Hilfe vom Hautarzt

Ein probates Mittel, was gänzlich Abhilfe schafft, gibt es auch beim Hautarzt nicht. Medizinische Shampoos mit Teer oder Selen bzw. Vitamin-A-Präparate mildern zumindest die Aktivität der Talgdrüsen nach einiger Zeit.

Insgesamt sollte man auf sich und seinen Körper achten. Haar und Kopfhaut sind ein Bestandteil des Ganzen und nicht separat zu sehen. Geht es uns gut, dann fallen auch die Haare schön.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 10. Januar 2022 | 17:00 Uhr

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