Friseurtipps: Was tun bei feinem Haar?

Sven Hentschel
Bildrechte: MDR/Markus Geuther

Schnitt, Pflege, Styling und Produkte – gerade bei feinem Haar sollte alles für den "rund herum" Wohlfühl-Haar-Look passen. Bei feinem Haar lohnt sich auf jeden Fall die Investition in einen guten Friseur; sodass auch zu Hause beim Nachstylen die Traumfrisur noch Freude bringt. Starfriseur Sven Hentschel erklärt, worauf es ankommt.

Der ideale Haarschnitt

Der ideale Haarschnitt erspart nicht nur Zeit beim Frisieren, man braucht auch weniger Stylingprodukte, was das feine Haar meist ohnehin nur schwerer macht. Generell ist eine Haarlänge bis max. unters Kinn zu empfehlen (mittellang), da sonst Form und Volumen schnell verloren gehen.    Hier meine Haarschnitt-Favoriten:

Ein Mädchen mit kurzen Haaren.
Bildrechte: Colourbox.de

Pixie
Dieser Kurzhaarschnitt ist frech, modern und unkompliziert. Ist die Schnittstruktur kompakt und gestuft wirken die Haare wild gestylt optisch voluminös und brauchen wenig Stylingprodukt. Da diese Frisur ohne großen Aufwand gestylt werden kann, wird das Haar auch durch Föhnwärme oder Bürstenföhnen weniger strapaziert.

Eine Frau mit einer Bob Frisur.
Bildrechte: IMAGO / Westend61

Bob
Perfekt für feines Haar. Super, wenn die Haarlänge einheitlich ist und als kompakte Linie (keine Fransen) geschnitten wird. Das schafft optisch Fülle, gibt der Länge sogar Spielraum bis zur Schulter und lässt auch Wellen- und Föhnstylings toll aussehen.

Stufen- und Fransenschnitte
Grundsätzlich bitte Vorsicht! Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung, dass Stufen im Haar Volumen aufbauen, ist meist das Gegenteil der Fall. Feine gestufte Bänder unter dem Deckhaar wirken als Stützhaar, geben Stand und verschieben das Volumen zum Oberkopf. Zu stark gestuftes und/oder fransig geschnittenes Haar fällt oft kraftlos, hält nicht lange die Form und wirkt zippelig und ungepflegt in Längen und Spitzen.

Feines Haar und Pony-Schnitt
Kann man machen, aber für mich eher nicht. Soll ein Pony gut aussehen, brauche ich Haar dafür und bei feinem Haar reduziere ich dafür Seiten und Oberkopf. Das muss ich dann auch wollen. Außerdem saugen sich feine Haare als Stirnfransen-Schnitt mit Hautabsonderungen wie Talg und Fett voll; fallen zusammen und sehen strähnig aus.

Feines Haar und Farbe

Passt zusammen und hilft auf jeden Fall um die Haarfülle zu optimieren. Das geschieht durch das Aufrauen der Haarstruktur, was die Oberfläche vergrößert und das Haar griffiger macht. Essentiell – Haarschonung – also nicht zu oft und schonende Produkte verwenden. Gerade bei Highlights und wenn große Flächen heller gefärbt werden. Ziel sollte immer eine eher homogene Fläche sein. Das wirkt voll und kompakt. Zu große Farbunterschiede dagegen machen das Haar transparent und lassen es dünner aussehen. Ein tolles Braun mit dezenten Goldreflexen oder eine feine Strähnen mit spannenden Blondtönen sind meine Favoriten.

Das Styling und die Produkte

Bei Produkten gilt hier, weniger ist mehr. Zu viel Produkt beschwert, verklebt und macht das Haar fadig. Volumenshampoo und Conditioner zur Reinigung und Pflege sind Grundvoraussetzung und werden sparsam dosiert eingesetzt. Gern könnt Ihr den Conditioner durch ein flüssiges Leave-In-Produkt ersetzen, was im Haar bleibt und weniger auf das Haar drückt.

Festiger: ja oder nein? Natürlich ja! Gerade feines Haar wird mit dem richtigen Festiger vom Haaransatz aus gestärkt. Meine Empfehlung sind flüssige Volumensprays und Haarverdicker. Haarschaum empfehle ich eher nicht. Der ist mir zu stark.

Geföhnt wird bei mittlerer Wärme gegen die Wuchsrichtung, optimal dafür: Skelett- oder Paddle-Brush. Das hebt den Ansatz und baut Spannung auf. Ist das Haar fast trocken, werden mit der Rundbürste (kein Metallkern) Haarlänge und Spitzen in Form gebracht und die Struktur beruhigt. Danach bitte kurz auskühlen lassen. Zum Nachstylen am liebsten keine fett- bzw. ölhaltigen Produkte wie Cremes oder Wachs verwenden. Die lassen schnell die Frisur zusammenfallen. Mein Top-Produkt: das Trockenshampoo. Das gibt Struktur und macht schön griffig. Zum Abschluss ein wenig Haarspray (kein Lack) Kopf über mit 30 cm Abstand in die Haaransätze sprühen. Das fixiert und schafft eine Barriere zwischen Kopfhaut und Haar und vermindert so das Aufnehmen von Fett und Talg.

Wer Struktur liebt und ungern föhnt/stylt, kann gern Struktur- oder Sea-Salt-Spray (Meersalz-Spray) ins nasse Haar geben und mit den Fingern "durchwuscheln".

Was ist außerdem wichtig?

  • Gute Ernährung

Hier verstärken Eiweiß, Eisen und Spurenelemente Haarwachstum und Zustand

  • Gesunde Kopfhaut        

Kopfhaut und Haar gehören zusammen. Ist die Kopfhaut nicht in Balance oder geschädigt, leidet auch unsere Haarpracht. Also gern auch mal in eine gute Kopfhautpflege (z. B. Tonicum, Aloe Vera Gel) investieren und anwenden.

  • Die richtigen Stylinghelfer

Hochwertige und schützende Haartools wie Glätteisen (Keratinplatte und temperatursensibel) und Haarbürsten mit gratfreiem Kern und pflegenden Naturborsten sollte jeder haben.
Außerdem sind Kämme aus Naturkautschuk und relativ grobzinkig wichtig zum Auskämmen und frisieren. Ist das Material zu hart, kann es schnell zu Haarbruch kommen.

  • Hitzeschutz

Ja!  Egal, ob Föhn oder Eisen zum Einsatz kommt.

No-Gos

  1. Kein Schnitt: bitte spätestens nach 12 Wochen zum Nachschneiden gehen
  2. Einfach wild wachsen lassen
  3. Zu viele Stufen
  4. Zu oft färben oder umfärben
  5. Zu viel Produkt verwenden
  6. "schwarz-weiß" Kontraste
  7. Aufhellersprays
  8. Müde Fransen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 27. September 2021 | 17:00 Uhr

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