Der Redakteur | 24.03.2022 Warum haben Alufelgen eine ungerade Anzahl an Speichen?

Bald werden wieder die Räder gewechselt. Vielleicht kam die Frage daher. Denn Klaus Burkhardt aus Rudolstadt möchte vom Redakteur wissen: "Warum ist bei Alufelgen die Anzahl der Speichen meistens ungerade?"

Ein Mann reinigt eine Alufelge mit einem speziellen Reiniger und einem Lappen.
Ein sanfter Reiniger... Bildrechte: imago images / Westend61

Alufelgen sind ein Statussymbol. Sie müssen sportlich aussehen und glänzen. Dass die meisten Felgen eine ungerade Anzahl von Speichen haben, das ist wohl bisher den wenigsten aufgefallen. Der Impuls, wie viele Speichen eine Felge hat, kommt oft von der Anzahl der Löcher und damit von der Anzahl der Radbolzen.

Da sind wir zunächst bei den Kräften, meistens bei den Fliehkräften, die ausgehalten werden müssen, denn die Felge selbst sitzt ja auf der Radnabe. Der alte Smart hatte drei Bolzen, andere ältere Autos hatten auch so viele. Der Trabi hatte vier, auch andere ältere Fahrzeuge kamen noch mit vier Radbolzen aus, manche SUV haben heute sechs Stück. Wir merken: Wo ordentlich gezogen wird, brauchen wir mehr "Leute", die festhalten. In diesem Fall eben das Rad auf der Nabe.

Kräfte gleichmäßig verteilen

Zumal es nur wenige Umdrehungen sind, die der Radbolzen letztlich machen muss. Moderne Autos haben heute in der Regel fünf Radbolzen, weshalb sich bei einer gleichmäßigen Verteilung auch meistens eine ungerade Anzahl von Speichern ergibt. Wenn es Pärchen sind, wird die Anzahl sogar gerade. Letztlich sind es also optische Gründe, die das Felgenbild bestimmen, auch wenn die Felge natürlich auch keine Unwucht produzieren darf - alle Elemente sollten gleichmäßig verteilt sein und die Last auch aufnehmen können.

Die fünf Löcher müssen natürlich im Einklang mit dem Felgenbild stehen.

Klaus-René Küfer, Geschäftsführer Alcar Deutschland GmbH, Siegburg

Nun gibt es ganz sicher auch Lösungen, die das Gegenteil beweisen, dass also auch eine gerade Anzahl von Löchern zu einer ungeraden Anzahl von Speichen führt und umgekehrt, aber symmetrisch wird es auf diese Art oft nicht so richtig. Vor allem bei einer geringen Anzahl von Speichen und wenn man genau hinschaut.

Auch Alufelgen rosten

Während Stahlfelgen mit zunehmenden Alter immer rostiger werden, strahlen Alufelgen mitunter ein Leben lang. Wenn man nichts falsch macht. Dass sie nicht rosten, also oxidieren, das ist ein Irrtum. Sichtbar wird der Rost in Form von weißlichen Flecken, die den Lack unterwandern. Lack? Ja genau, es sind die Lackschichten und am Ende der Klarlack, die die Felgen vor Umwelteinflüssen schützen. Ohne Lack wären sie stumpf und hässlich. Deshalb sind scharfe Reiniger tabu, "je schärfer desto glänzender" ist ein weit verbreiteter Irrtum!

Es gibt Leute, die meinen, mit besonders aggressiven Reinigern kann man den Glanz erhöhen, das Gegenteil ist der Fall. Man beschädigt damit den Lack. Im Endeffekt sind Sie mit Nichtstun und Waschstraße gut aufgehoben.

Klaus-René Küfer, Geschäftsführer Alcar Deutschland GmbH, Siegburg

Eine Alufelge wird mit einem Schwamm und Reinigungsmittel gesäubert.
Tipp: Nicht übertreiben beim Reiningen. Bildrechte: imago images / Westend61

Allerdings sollte das "Nichtstun" zumindest nach dem Winter kurz pausieren, denn die Salze der Wintersaison sollten natürlich schon entfernt werden. Außerdem sollten wir wissen, dass Felgen mehr sind, also nur die Stützen eines Autos, die die Reifen tragen. Gerade die Vorderräder müssen einiges leisten in Sachen Wärmeableitung. Einfach mal anfassen (bloß nicht!!!) nach einer Bergtour. Aluminium kann mit den Temperaturen ganz gut umgehen, alternative Werkstoffe können das noch nicht so gut. Und weil Alufelgen gegossen werden, sind eben auch alle möglichen Formen drin, was ein weiterer Vorteil ist gegenüber Stahl. Was aber wohl bleiben wird, ist die Farbe Silber. Schwarz ist noch halbwegs gefragt, sagt Klaus-René Küfer, zu bunt können es die Hersteller aber nicht treiben. Dabei wären die Möglichkeiten grenzenlos und bunte Felgen begeistern auch irgendwie die Leute, bis es dann konkret wird an der Ladenkasse.

Die Erfahrung lehrt, gekauft werden farbige Felgen nie. Wenn man sie produziert, sagen alle: 'Toll!', aber keiner kauft sie nachher.

Klaus-René Küfer, Geschäftsführer Alcar Deutschland GmbH, Siegburg

verschiedene Alufelgen in einem Geschäft
Am beliebtesten sind immer noch silber und schwarz. Bildrechte: imago images / Sebastian Geisler

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 24. März 2022 | 17:10 Uhr

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