Schrottplatz, Auktion, Ausland Wohin mit dem alten Auto?

Andreas Keßler
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Mehr als 45 Millionen Pkw sind auf unseren Straßen unterwegs, doch irgendwann hat jedes Auto einmal ausgedient. Vor allem, wenn die Reparaturkosten den Wert des Autos übersteigen, muss der Wagen weg. Wohin dann damit? Autoexperte Andreas Keßler weiß Rat.

Ein blaues, altes Auto steht auf einer Wiese.
Den Wagen einfach irgendwo abzustellen, ist keine Lösung. Dafür drohen Bußgelder und die Umwelt leidet. Bildrechte: imago images/blickwinkel

Das Auto muss weg! Aber wohin?

Fangen wir mit dem Schrottplatz an – heute ist das ein "Zertifizierter Entsorgungsbetrieb für Automobile nach der Altautoverordnung".

Manchmal – das ändert sich in Abhängigkeit von den jeweils geltenden Schrottpreisen – kann man Autos sogar kostenlos beim Verwerter abgeben oder von diesem abholen lassen. Voraussetzung ist das Vorhandensein der Kfz-Papiere. Der Verwerter nimmt das Auto entgegen und stellt dafür den behördlich geforderten "Verwertungsnachweis" aus, mit dem man bei der Zulassungsbehörde den Verbleib des Autos dokumentieren kann.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Vollständigkeit des Autos und der Fahrzeugpapiere. Wer ein bereits teilweise ausgeschlachtetes Auto zum Verwerter bringt (ausgebeinte Wracks werden nicht abgeholt), bekommt lediglich eine Quittung über die in diesen Fällen zu zahlenden Gebühren, die aber auch als Beweis der ordnungsgemäßen Entsorgung dienen kann. 

Auf einem Schrottplatz stapeln sich die alten Autos.
Wer sein Auto auf dem Schrottplatz abgibt, kommt teilweise kostenlos davon. Bildrechte: imago images/Rupert Oberhäuser

Abgeben beim Vertragshändler

Eine weitere gesetzlich vorgeschriebene Möglichkeit ist die Abgabe seines Altautos bei einem Vertragshändler der Auto-Marke. Seit dem 1. Januar 2007 ist eine kostenlose Fahrzeugrücknahme unabhängig vom Zulassungsdatum in der Altautoverordnung festgelegt. Die Vertragshändler halten sich den Rücken frei, indem sie mit zertifizierten Entsorgungsbetrieben Verträge abgeschlossen haben, in denen diese sich zur Verwertung von beim Vertragshändler abgegebenen Autos verpflichten.

Werden alle Autos wirklich verschrottet?

In der Praxis wird diese Möglichkeit jedoch fast nicht genutzt, weil ein Großteil der stillgelegten Fahrzeuge exportiert wird. Lediglich einen Bruchteil der rund drei Millionen pro Jahr stillgelegten Fahrzeuge bekommen die Verwerter zu Gesicht.

Der große Rest der "Verbrauchtfahrzeuge" geht in den nahen und fernen Osten und nach Afrika. Dort fahren die bei uns nicht mehr wirtschaftlich zu betreibenden Autos noch jahrelang, bevor sie dann endgültig verschrottet werden. Das geschieht natürlich nicht nach den in der EU gültigen Grundsätzen und belastet die Natur der betroffenen Länder extrem.

Viele Kärtchen, die an der Windschutzscheibe festgesteckt sind.
Wer sein Auto an einen "Kärtchenstecker" verkauft, könnte es beim Urlaub in Afrika oder Südostasien wieder sehen. Bildrechte: imago images / Schöning

Geöffnet wird dieser Vertriebsweg durch die "Zettelstecker", die die Nachfrage nach Autos im afrikanischen und südostasiatischen Raum zu befriedigen versuchen. Die dort am häufigsten gesuchten Fahrzeuge (etwa zwölf Jahre alt, mit KAT und ABS) sind aber auch in unseren Breiten durchaus gefragt.

Wer heute also schnell ein Auto loswerden will, kann bei guter nervlicher Verfassung den Anruf beim "Kärtchenstecker" ruhig wagen und wird mit etwa 300 bis 500 Euro für die Verhandlungen mit den manchmal etwas unorthodox auftretenden "Automanagern" entschädigt.

Aber Achtung! Einen gewichtigen Aspekt sollte man nicht vergessen: Niemals ein angemeldetes Auto aus den Händen geben! Die Aufkäufer haben immer Überführungskennzeichen und benötigen Ihre Schilder nicht. Wenn ein Aufkäufer keine "roten Nummern" hat, sollten Sie die Finger von diesem Geschäft lassen.

Onlineauktion – so geht es auch

Eine weitere Möglichkeit für die ganz alten Autos ist die Versteigerung über eine Onlineauktion. Bei einer Auktion stellt sich immer der augenblickliche Marktpreis für das Auto heraus, der kann auch bei einem Euro liegen.

Aber: Das Auto ist rechtskräftig verkauft und dann eben auch schnell vom Hof. Nennenswerte Preisvorteile gegenüber den oben genannten Möglichkeiten wird man aber nur mit Liebhaberstücken aus den frühen bis mittleren 80er Jahren erzielen, die gerne als Ersatzteilspender gekauft werden.

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Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 06. Oktober 2021 | 17:00 Uhr

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