Persönlichkeiten der Reformation: Katharina von Mecklenburg Die tatkräftige Katharina

Heinrich der Fromme und Katharina von Mecklenburg
Heinrich der Fromme und Katharina von Mecklenburg Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Herzog Georg von Sachsen, ein entschiedener Gegner Luthers und der Bruder des Luther zugewandten Herzogs Heinrich, sah das Fortschreiten der Reformation in Freiberg mit Argwohn. Und er wusste, dass die Gemahlin seines Bruders, Katharina von Mecklenburg, eine große Anhängerin des Reformators war und in diesem Sinne auch auf ihre Umgebung einwirkte. Georg seufzte: "Je mehr ich hoffe, sie sterbe, je länger lebt sie." Georg segnete schließlich vor Katharina das Zeitliche. Danach hatte auch Heinrich der Fromme freie Hand und vollzog die Reformation im gesamten Herzogtum Sachsen.

Das große Interesse Katharinas an der Reformation hatte jedoch nicht nur Glaubensgründe. Katharina und Heinrich hatten sechs Kinder. Die Hofhaltung auf Schloss Freudenstein in Freiberg war recht bescheiden, denn das Geld dafür kam von Heinrichs Bruder Georg, der nicht gerade für Großzügigkeit bekannt war. So geriet Katharinas Bemühen um eine fürstlichere Hofhaltung schnell an seine Grenzen. Besserung trat ein, nachdem Heinrich 1521 Marienberg gegründet hatte und am Abbau des Silbers gut verdiente.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund

Katharina blieb gleichwohl unzufrieden. Auch verstärkte der eher leutselige Umgang Heinrichs mit dem gemeinen Volk ihren Unmut. Katharina dachte wohl in dem Muster: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Das hieß, wenn Martin Luther ein Gegner ihres Schwagers Georg war, musste Luther ihr Verbündeter sein. Hatte Katharina sich noch im Sommer 1525 zu Luthers Gegnern gezählt, so sah sie sich Ende des Jahres ganz auf seiner Seite. Und Georg hatte eine Gegnerin mehr.

Das sah man auch im reformfreundlichen Kursachen und versuchte, mit Katharinas Hilfe einen Keil ins katholisch-albertinische Sachsen zu treiben und Heinrich gegen seinen Bruder in Stellung zu bringen. Herzog Georg stand schließlich allein da.