Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Oktober 2021

Christliche Gemeinden feiern in diesem Jahr am 03. Oktober Erntedank. Immer am 03. Oktober findet der Tag der offenen Moschee statt. Mit dem buddhistischen Lichterfest Pavarana und dem evangelischen Reformationstag endet der Monat.

Ein Winzer hält Trauben der Sorte «Solaris» im Gegenlicht in die Höhe.
Zu Erntedank gibt es Gottesdienste in allen christlichen Gemeinden. Bildrechte: dpa

3. Oktober: Erntedank

(christlich)

Bei dem christliche Erntedankfest geht es, wie der Name schon sagt, um Dank für die eingebrachte Ernte. In der katholischen Kirche gibt es das Fest seit dem dritten Jahrhundert. Seit 1972 wird es jährlich am ersten Sonntag im Oktober gefeiert. Viele evangelische Gemeinden richten das Fest schon Ende September am ersten Sonntag nach dem Michaelistag (29. September) aus.

Traditionell werden Kirchen mit Erntegaben geschmückt. In vielen Gemeinden gibt es Prozessionen. Auch Volksfeste wie der Cannstatter Wasen gehen auf das Erntedankfest zurück. Daran erinnert etwa die geschmückte blaue Fruchtsäule.

Das Fest zählt zu den ältesten Festen überhaupt und geht auf Vorläufer im Römischen Reich, im Antiken Griechenland und in Israel zurück. Vergleichbare Feste werden im Judentum mit Schawuot (Beginn der Erntezeit) und Sukkot (Ende der Erntezeit) gefeiert.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen finden in allen katholischen Gemeinden Erntedank-Gottesdienste statt. Eine Übersicht über evangelische Gottesdienste zum Fest finden Sie hier.

In diesem Jahr fallen Erntedank und der Tag der deutschen Einheit auf das selbe Datum. Zum Tag der deutschen Einheit wird ein ökumenischer Gottesdienst aus der Pauluskirche in Halle in ARD/Das Erste übertragen.

3. Oktober: Tag der offenen Moschee

(islamisch)

Am "Tag der offenen Moschee" öffnen in Deutschland mehr als 1.000 Moscheen ihre Türen für Besucherinnen und Besucher. Es ist ein Tag, an dem sich Interessierte mit Musliminnen und Muslimen austauschen können.

Das Motto zum 25. Jubiläum des TOM lautet "Moscheen gestern und heute". Es gibt Führungen, Vorträge, Ausstellungen und die Möglichkeit, mit Imamen und Gläubigen ins Gespräch zu kommen. Die Aktion gibt es seit 1997. Sie wird vom Koordinationsrat der Muslime organisiert.

06. - 13. Oktober: Scheich-Adi-Fest

(jesidisch/ezidisch)

Ezidinnen und Eziden (Jesidinnen und Jesiden) erinnern zwischen dem 06. und 13. Oktober an Scheich Adi, einen der bedeutensten Heiligen der Eziden. Die Ursprünge des Ezidentums (Jesidentums) lassen sich bis ins 12. Jahrhundert zu Scheich ʿAdī ibn Musāfir zurückverfolgen. Er gilt als Stifter der Religion, indem er einen islamischen Sufi-Orden gründete, aus dem sich das Ezidentum (Jesidentum) vermutlich entwickelt hat. Sein Grab im nordirakischen Lalish gilt als ein wichtiges ezidisches/jesidisches Heiligtum.

10. Oktober: Todestag des Heiligen Hüseyin

(alevitisch)

Der 10. Oktober gilt als Todestag des Heiligen Hüseyin, einem Enkel des Propheten Mohammed. Er soll an diesem Tag im Jahr 680 als Märtyrer während eines Aufstandes gegen den Kalifen gestorben sein. Zum Gedenken an den Heiligen Hüseyin gibt es eine jährliche Fastenzeit, die sich pro Jahr um elf Tage nach hinten verschiebt, das Aşure-Fest.

15. Oktober: Dashahara / Dussehra / Durga Puja / Naravatri

(hinduistisch)

Grundsätzlich ist das Fest dem Sieg einer Gottheit über das Böse, verkörpert durch einen Dämon, gewidmet. Es fällt in die erste Häflte des Mondmonats Ashvin (Ende September/Anfang Oktober). Allerdings gibt es verschiedene Namen und lokale Besonderheiten. So wird in vielen nordindischen Regionen in Erinnerung an die Wiederkehr des Königs Rama, eine Inkarnation des Gottes Vishnu, und seinen Sieg über den Dämon Ravana gefeiert.

19. Oktober: Mawlid an-Nabi (Nacht der Geburt Mohammeds)

(muslimisch)

Der Prophet Mohammed wurde im Jahr 570 in Mekka geboren. Er gilt als Religionsstifter des Islams, indem er der Überlieferung zufolge die Botschaft Allahs empfangen und den Koran geschrieben hat. Sein Geburtstag wird am 12. Tag des Monats Rabi-ul-Awwal (dritter Monat) nach dem islamischen Mondkalender, in diesem Jahr am 19. Oktober 2021, gefeiert. Der Tag ist kein zentraler muslimischer Feiertag, wird aber von vielen Gläubigen festlich begangen, etwa in der Türkei, in Ägypten und Indonesien.

21. Oktober: Pavarana

(buddhistisch)

Pavarana ist das Lichterfest am Ende der Regenzeit. In Sri Lanka heißt es Wap. In der Regenzeit zog Buddha sich zru Meditation zurück. Buddhistische und hinduistische Nonnen und Mönche folgen dieser Tradition bis heute. Buddhas Rückkehr aus dieser Abgeschiedenheit feiern die Buddhisten am Ende der Regenzeit noch heute mit dem Lichterfest Pavarana.

An diesem Tag werden in buddhistischen Klöstern die Ordensregeln außer Kraft gesetzt. Bei einer gemeinsamen Feier sprechen Mönche und Nonnen miteinander darüber, was ihnen während der drei Monate am anderen aufgefallen ist. Doch es geht nicht darum, den anderen öffentlich zu kritisieren, sondern darum, ihm Tipps zu geben, sich gegenseitig zu fördern und zu stärken.

Von den Gläubigen bekommen die Nonnen und Mönche zu Pavarana neue Umhänge geschenkt. Diese sind allerdings ungefärbt, denn die typischen Farben rot und orange werden speziell von den Nonnen und Mönchen in den Klöstern hergestellt. Zudem leuchten an Pavarana an fast allen Häusern Lichter und Lampions. Brennende Schwimmkerzen werden in Schalen aus Blättern auf den Fluss gesetzt. Die Lichter und Kerzen symbolisieren, dass alle, die dem Licht des Buddhismus folgen, über den Fluss des Unwissens in das Land der Wahrheit getragen werden.

31. Oktober: Reformationstag

(evangelisch)

Am Reformationstag gedenken evangelische Christen an den Thesenanschlag Martin Luthers in Wittenberg im Jahr 1517. Der Überlieferung nach soll der Mönch und Theologieprofessor am Tag vor Allerheiligen 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen haben. Fakt ist, dass er seine 95 Thesen in Umlauf brachte, um einen akademischen Disput über die vorherrschende Praxis des Ablasshandels herbeizuführen. Denn Luther bestritt, dass es die Möglichkeit gäbe, sich von seinen Sünden freizukaufen. Doch statt einen Disput herbeizuführen, leitete er die Reformation der Kirche und damit die Aufspaltung der christlichen Kirche in eine römisch-katholische und eine protestantische Kirche ein.

Schloßkirche Wittenberg, Blick auf Altar
Schloßkirche Wittenberg: Blick auf den Altar Bildrechte: MDR/André Damm

Zum offiziellen Gedenktag erhoben wurde der Reformationstag im Jahr 1667 durch eine Anordnung Kurfürst Georgs II. von Sachsen, der damit für eine Vereinheitlichung des Datums gesorgt hat. Gab es vorher verschiedene Gedenktermine in den verschiedenen Landeskirchen, Luthers Geburts- und Sterbetag zum Beispiel, setzte sich bald darauf mehrheitlich der 31. Oktober durch. In Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag. Außerhalb Deutschlands wird er zudem in Slowenien und Chile gefeiert. In der Schweiz feiern die reformierten Kirchen am ersten Sonntag nach dem 31. Oktober den Reformationssonntag.

In Wittenberg finden am 31. Oktober traditionell verschiedene Veranstaltungen statt. In der Stadt- und Schlosskirche gibt es Festgottesdienste. Dazu kommen ein Mittelaltermarkt, Vorträge, Konzerte, Theater und Kabarett. Außerdem gibt es sogenannte Reformationsbrötchen, kleine viereckige Hefeteigtaschen mit einem Klecks Marmelade in der Mitte, eine kulinarische Erinnerung an die Lutherrose, das Wappen des Reformators.

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