Interaktion Assistenzroboter statt Hunde? Wie Mensch und Maschine im Alltag interagieren können

Professor Dr. Ulrike Thomas erforscht im Sonderforschungsbereich "Hybrid Societies" an der Technischen Universität Chemnitz gemeinsam mit Studierenden, wie Menschen und Roboter besser miteinander interagieren können. Selbstbestimmt-Moderator Martin Fromme hat sie besucht.

eine Prothesenhand hält eine Kaffeetasse über einem Tisch auf dem weitere Kaffeetassen stehen.
An der TU Chemnitz wird zur Interaktion von Mensch und Maschine geforscht. Bildrechte: Mia Media

Martin Fromme (MF): Prof. Dr. Thomas, woran genau forschen Sie?

Eine Frau steht in einer Werkstatt.
Dr. Ulrike Thomas forscht an der TU Chemnitz. Bildrechte: Mia Media

Ulrike Thomas: Wir möchten Robotern Verhalten beibringen, sodass wir sie im täglichen Einsatz verwenden können. Sei es ein Roboter, der eine Person beim Einkaufen begleitet, ein Roboter, der etwa für einen Handwerker etwas fertigt oder ein Roboter, der in der Pflege unterstützt. Wir können uns Roboter in vielen Anwendungsbereichen als Helfer vorstellen.

Wo Hilfs-Roboter bereits eingesetzt werden Es gibt bereits Roboter, die Menschen im Alltag bei verschiedenen Tätigkeiten unterstützen. Dazu gehört etwa ein Roboter-Kellner, der in einem Weimarer Restaurant und im Vogtland eingesetzt wird. Ein anderes Beispiel ist der Roboterhund "Spot" der US-Firma Boston Dynamics, der in den USA zum Teil die Polizei unterstützt. In Deutschland soll er voraussichtlich Sicherheitsdienstleister unterstützen. Der Roboter hat mehrere Kameras installiert und kann so Veränderungen in der Umgebung wahrnehmen. Der Einsatz ist aus Datenschutz- und Sicherheitsgründen umstritten. An der TU Chemnitz hat Prof. Dr. Thomas zuletzt ein Patent für ein Roboter-Gelenk angemeldet, dass die Interaktion mit Menschen sicherer macht.

MF: Für Menschen mit Behinderungen gibt es ja zum Beispiel Assistenzhunde. Sind bald Assistenzroboter denkbar?

Ulrike Thomas: Es gibt erste Systeme, bei denen ein Arm an einem Rollstuhl montiert ist, den man über einen Joystick bedienen kann. Es gibt auch Experimente, die soweit gehen, dass im Gehirn ein Chip implementiert wird, sodass Menschen, die sich nicht mehr bewegen können, über Gedanken mit sogenannter shared autonomy Roboterarme steuern können. Das sind derzeit einzelne Experimente in einzelnen Laboren. Aber so etwas ist denkbar.

Shared Autonomy Shared Autonomy bezeichnet den Einsatzmodus eines autonomen Roboters, in dem Mensch und Maschine in Entscheidungsfindung und Handlung kooperieren, um ein Ziel zu erreichen. IGI Global - On the Development of a Multi-Modal Autonomous Wheelchair

MF: Schauen wir in Richtung Pflege. Wie würde die Hilfe von Robotern in diesem Bereich aussehen?

Ulrike Thomas: In der Pflege kann ich mir gut vorstellen, dass Roboter Hol- und Bringdienste absolvieren. Das Ziel muss sein, das Pflegepersonal zu entlasten.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Selbstbestimmt | 13. März 2022 | 08:00 Uhr