Interreligiöser Kalender

Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Juni 2022

Im Juni erleuchten Johannisfeuer die kurzen Nächte in der Zeit der Sommensonnenwende. Christen feiern das Pfingstfest. Alevitinnen und Aleviten feiern das Gedenkfest für Abdal Musa.

Gottesdienstbesucherinen halten ihre Kräuterbuschen und Gesangsbücher in den Händen
Die Rose ist ein Symbol des christlichen Pfingstfests. Bildrechte: dpa

04. – 06.06.2022 | Schawuot

(jüdisch)

Mit Schawuot bedanken sich Jüdinnen und Juden bei Gott für die ersten Feldfrüchte des Jahres. Schawuot erinnert aber auch an den Bund, den Gott in der Begegnung mit Moses auf dem Berg Sinai mit dem Volk Israel geschlossen hat. Aus diesem Anlass feiern Jüdinnen und Juden in der Nacht vom 49. auf den 50. Tag nach Pessach Gottesdienste, in denen aus der Tora und dem 2. Buch Mose gelesen wird. Häuser und Synagogen werden dazu mit frischem Grün geschmückt. Oft werden Milch- und Süßspeisen gereicht. Damit erinnern sie an das Land, das den Hebräern einst gegeben wurde.

05. – 06. 06.2022 | Pfingsten

(christlich)

Ein Moderator lächelt in die Kamera 3 min
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3 min

Religion und Kirche Fr 21.05.2021 18:50Uhr 02:59 min

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Mit Pfingsten endet die österliche Festzeit. Die Apostelgeschichte zufolge versammelten sich die Anhänger Jesu an diesem Tag in Jerusalem. Dort kam der Geist Gottes mit einem Brausen über sie, sodass sie die Fähigkeit hatten, in anderen Sprachen zu sprechen, um den Menschen aus anderen Ländern von der Auferstehung Jesu zu erzählen. Im Nachgang des sogenannten Pfingstwunders sollen sich tausende Menschen taufen lassen haben. Pfingsten wird deshalb auch als Geburtstag der Kirche gefeiert.

06. – 07.06.2022 | Gedenkfest für Abdal Musa

(alevitisch)

Jährlich im Juni feiern Alevitinnen und Aleviten ein mehrtägiges Gedenkfest zu Ehren Abdal Musas. Der Geistliche hat das alevitische Gebetsritual erneuert. Abdal Musa lebte im 13./14. Jahrhundert in Persien, auf dem Gebiet des heutigen Irans. Einer Sage nach konnte er den Lauf des Wassers beeinflussen. So ließ er es im Sommer und im Winter von unterschiedlichen Seiten eines Berges herabfließen.

Höhepunkt des Fests bildet der Gottesdienst "Abdal Musa Cem". Dabei wird gebetet, gesungen und getanzt. Bei einer Cem-Zeremonie gibt es keine Sitzordnung getrennt nach Geschlechtern. Es ist es üblich, sich im Halbkreis zusammen zu setzen, sodass sich alle Anwesenden gegenseitig in die Augen schauen können.

12.06.2022 | Dreifaltigkeitssonntag

Der Dreifaltigkeitssonntag findet am ersten Sonntag nach Pfingsten statt. Der Tag ist dem Glauben an die Dreifaltigkeit (katholisch) beziehungsweise an die Dreieinigkeit (evangelisch) Gottes gewidmet. Christinnen und Christen glauben, dass Gott zugleich Vater, Sohn und Heiliger Geist ist. Der Dreifaltigkeitssonntag leitet die zweite Hälfte des Kirchenjahres ein.

16.06.2022 | Fronleichnam

(römisch-katholisch)

Seit dem 13. Jahrhundert feiert die römisch-katholische Kirche das "Fest des allerheiligsten Leibes und Blutes Christi". Nach katholischem Verständnis wird Jesus Christus in der Heiligen Messe in Brot und Wein gegenwärtig. Die Bezeichnung "Fronleichnam" stammt aus der Entstehungszeit des Festes vor rund 750 Jahren. Sie leitet sich aus den mittelhochdeutschen Begriffen "Fron" für "Herr" "Lichnam", was den lebendigen Leib bezeichnet, ab.

Zu Fronleichnam finden Prozessionen statt. In diesen Prozessionen wird die Monstranz, ein der Sonnenscheibe nachgebildeter Strahlenkranz aus Edelmetall, singend und betend durch die Straßen getragen. In der Monstranz befindet sich das gewandelte Brot, die Hostie, in der Gott für die Gläubigen gegenwärtig ist. Der Prozessionsweg ist mit Blumen und Bildern, Fahnen und Kreuzen geschmückt. Fronleichnam wird am zweiten Donnerstag nach Pfingsten gefeiert. In Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ist Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag.

23. - 24.06.2022 | Johannistag

(christlich)

Am 24. Juni feiert die christliche Kirche die Geburt Johannes des Täufers. Die Bibel berichtet, dass der frühere Eremit Johannes im Alter von 30 Jahren am Ufer des Jordans Menschen getauft und das Kommen des Messias angekündigt hat. Viele Juden ließen sich von ihm taufen. Unter den Täuflingen befand sich auch Jesus von Nazareth. Johannes erkannte in ihm den Messias, den Gesandten Gottes. Johannes starb als Märtyrer: Als er den Ehebruch des Königs Herodes Antipas öffentlich anprangerte, ließ dieser ihn enthaupten.

Vielerorts werden Johannisfeuer entzündet. Besonders ausgeprägt ist das Johannisbrauchtum im Oberharz. Dort werden zum Beispiel Fichten mit Wiesenblumen, Eierketten oder Kreppbändern geschmückt. Der Brauch der Feuer geht unter anderem auf die vorchristlichen Feiern der Sommersonnenwende zurück.

27.06.2022 | Siebenschläfer

Siebenschläfer hat nichts mit dem gleichnamigen Tier zu tun. Am 27. Juni erinnern Christen an eine Legende um sieben Kinder, die eingemauert in einem Unterschlupf überlebten. Mehr dazu:

29.06.2022 | Peter und Paul

(römisch-katholisch, griechisch-orthodox)

Die Apostel Petrus und Paulus stehen für die Verbindung von Gegensätzen in der Kirche. Petrus war ein einfacher Fischer aus dem Kernland Palästinas, Paulus ein gebildeter römischer Bürger. Petrus gilt als der Erste der Apostel, Paulus als der Letzte oder auch als der Fremde, da er erst in der nachösterlichen Zeit zum Kreis der Apostel stieß. Anfänglich war er ein unerbittlicher Gegner des Christentums, bis er sich bekehrte und zum leidenschaftlichen Verfechter der Lehre Jesu wurde.

Um das Jahr 67 nach Christus starben beide als Märtyrern. Kaiser Nero ließ Petrus kreuzigen, Paulus wurde enthauptet. Seit Mitte des dritten Jahrhunderts gedenken Christen am 29. Juni der frühen Märtyrer des Christentums. Nach dem julianischen Kalender feiern Orthodoxe das Peter und Paul-Fest am 12. Juli.