Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Dezember 2021

Der Dezember ist der letzte Monat des Kalenderjahres. Christen feiern die Geburt Jesu, Buddhisten die Erleuchtung ihres Religionsgründers und Eziden halten eine dreiwöchige Fastenzeit.

Das Silvesterfeuerwerk 2016 über der Leipziger Innenstadt.
Bildrechte: imago/Christian Grube

4. Dezember: Barbaratag

(römisch-katholisch, griechisch-orthodox)

Der Barbaratag ist in der katholischen und griechisch-orthodoxen Kirche der Heiligen Barbara gewidmet. Ihre Legende erzählt, dass ihr Vater sie in einen Turm sperrte, weil sie sich zum christlichen Glauben bekannte. Sie konnte zwar entkommen, doch ihr Vater spürte sie in einer Felsspalte auf und köpfte sie.

Aufgrund ihrer Lebensgeschichte ist Barbara vor allem als Schutzpatronin der Bergleute bekannt. Zum Gedenken Barbaras werden Gottesdienste an diesem Tag nicht nur in Kirchen, sondern auch in Bergwerken und Stollen gefeiert. Zudem ist es Brauch, Zweige von Kirsch- oder Apfelbäumen zu schneiden und ins Wasser zu stellen. Bei richtiger Pflege blühen die Zweige bis Heiligabend auf.

Außerdem zählt die Heilige Barbara zu den sogenannten vierzehn Nothelfern, die um Beistand angerufen werden können.

6. Dezember: St. Nikolaus

(römisch-katholisch, griechisch-orthodox)

Der 6. Dezember ist in der katholischen und griechisch-orthodoxen Kirche Nikolaus von Myra gewidmet. Er soll Anfang des vierten Jahrhunderts in Myra in der Türkei gelebt haben. Die bekannteste Erzählung besagt, dass er einem Vater drei Goldklumpen durch das Fenster ins Haus geworfen und durch diese Gabe verhindert hat, dass der Vater seine Töchter verkaufen musste. Mit dem großherzigen Geschenk konnten die Töchter glücklich verheiratet werden. Anderen Legenden zufolge hat Nikolaus Schiffe in Seenot gerettet und Unschuldige aus der Haft befreit. Als historisch gesichert gilt, dass der Bischof sein gesamtes Vermögen den Armen gespendet hat.

Vielerorts werden Kinder mit kleinen Geschenken überrascht, die in Stiefel, die sie in der Nacht vom 05. auf den 06. Dezember vor die Tür stellen, gefüllt werden.

8. Dezember: Bodhi (Tag der Erleuchtung)

(buddhistisch)

Am Bodhi-Tag erinnern Mahayana-Buddhisten an die Erleuchtung Siddharta Gautamas, ihres Religionsgründers. Der Überlieferung zufolge war Prinz Siddharta Gautama ein vermögender Mann mit Familie und Sohn, der alles, was man zum Leben braucht, im Überfluss hatte. Dennoch stellte er sich Fragen zum ewigen Kreislauf von Vergehen und Werden. Um Antworten zu finden, verließ er seine Familie, um zunächst als Asket zu leben. Verzicht und Selbstkasteiung schwächten ihn jedoch stark und er erkannte, dass die Askese nicht zur erhofften Antwort führte. Als er wieder zu essen begann, verließen ihn seine neuen Anhänger enttäuscht.

Als er daraufhin alleine unter einem Feigenbaum saß und seinen Gedanken nachging, verstand er der Überlieferung zufolge plötzlich die Zusammenhänge des Daseins: "Indem ich also erkannte und also schaute, wurde meine Seele erlöst von der Verderbnis der Lust, und meine Seele wurde erlöst von der Verderbnis des Werdens, und meine Seele wurde erlöst von der Verderbnis des Nichtwissens."

Der Feigenbaum, unter dem Siddharta Gautama die Erleuchtung erlangte, wird als sogenannter Baum der Erkenntnis ("Bodhi"-Baum) als eine der vier heiligen Stätten des Buddhismus verehrt. Traditionell wird das Datum des Bodhi-Tags anhand des Lunisolarkalenders bestimmt. Buddhisten in Japan feiern den Tag am 08. Dezember. Anlässlich des Erleuchtungstags werden Feigenbäume mit Lichterketten und drei leuchtenden Schmuckstücken behängt. Diese Schmuckstücke stehen für die drei sogenannten Juwelen des Buddhismus: Buddha, Dharma (=die Lehre) und Sangha (=die Gemeinschaft). Viele Buddhisten widmen den Tag der Meditation und dem Studium der Lehre Buddhas.

8. Dezember: Mariä Empfängnis

(römisch-katholisch)

Neun Monate vor dem Fest der Geburt der Gottesmutter feiert die katholische Kirche das Hochfest Mariä Empfängnis. Dieses Fest erinnert nicht, wie vielfach angenommen, an die unbefleckte Empfängnis der Gottesmutter, sondern an die Empfängnis ihrer Mutter Anna. Nach der Lehre der katholischen Kirche gilt Maria vom Moment der Empfängnis an als von Gott begnadet und damit sündenfrei.

1708 erhob Papst Clemens XI. Mariä Empfängnis zu einem in der gesamten katholischen Kirche begangenen Feiertag. Mariä Empfängnis wird traditionell mit einem Gottesdienst gefeiert. In Rom spricht der Papst zudem ein spezielles, an die Gottesmutter gerichtetes Gebet. In Österreich, Liechtenstein und der Schweiz ist Mariä Empfängnis ein gesetzlicher Feiertag.

13. Dezember: Lucia-Tag

(christlich/Brauchtum)

Das traditionell schwedische Brauchtum erinnert an die Heilige Lucia von Syrakus. Der Name Lucia bedeutet "die Leuchtende". Daher wird der 13. Dezember, der Gedenktag der Heiligen Lucia, auch Lichterfest genannt. Lucia soll einen Kranz aus Kerzen auf dem Kopf getragen haben, um die Hände frei zu haben, während sie arme Christen mit Lebensmitteln versorgte. Nach der Aufhebung ihrer Verlobung mit einem Nicht-Christen soll dieser sie an den Kaiser verraten haben. Daraufhin starb sie am 13. Dezember 304 als Märtyrerin.

Dem Brauch nach schlüpft die älteste Tochter einer Familie in die Rolle der Lucia. In einem weißen Kleid und mit einem Kranz aus Kerzen auf dem Kopf führt sie eine Prozession durch den Ort. Es heißt, mit ihrem Lichterkranz kündet Lucia das Licht an, das an Weihnachten in die Welt kommt. Das Lucia-Fest hat kaum noch christliche Bezüge

In der oberbayerischen Kreisstadt Fürstenfeldbruck findet am 13. Dezember das "Lucienhäuschenschwimmen" statt. Dabei werden von Schülerinnen und Schülern gebastelte schwimmfähige Häuschen mit brennenden Kerzen in die Strömung der Amper gelassen.

Wie die heilige Barbara gehört Lucia zu den Lichterheiligen des Advents.

15. Dezember: Beginn der vorweihnachtlichen Fastenzeit

(altorientalisch - nur syrisch-orthodox)

Die syrisch-orthodoxe Kirche begeht eine zehntätige Fastenzeit, um sich auf die Geburt Jesu vorzubereiten. Dabei verzichten Gläubige auf Fleisch- und Milchprodukte. Ziel ist die seelische und körperliche Reinigung, um mit Körper und Geist bereit für die Geburt des Erlösers zu sein.

14.- 17. Dezember: Ezid-Fest

(jesidisch)

Das Ezid-Fest ist eines der wichtigsten jesidischen Feste. Ezidinnen und Eziden fasten in den ersten drei Wochen im Dezember jeweils von Dienstag bis Donnerstag. Freitags wird das Fasten gebrochen. Am ersten Freitag wird das Şêşims-Fest (zu Ehren der Sonne), am zweiten Freitag das Xwedan-Fest (zu Ehren der Heiligen) und am dritten Freitag das Hauptfest zu Ehren Gottes Êzî-Fest (Cejna / Îda Êzî) gefeiert.

In diesem Jahr endet die Fastenzeit am 17. Dezember.

24. - 25. Dezember: Heiligabend und Weihnachten

(christlich)

Am Abend des 24. Dezembers beginnen Christinnen und Christen auf aller Welt die Menschwerdung Jesu Christi zu feiern. Jesus soll vor circa 2.000 Jahren in einem Stall in Betlehem zur Welt gekommen sein. Festtag seiner Geburt ist jedoch der 25. Dezember. Zum ersten Mal wurde Weihnachten am 25. Dezember im Jahr 336 nach Christus gefeiert. Nachdem das Christentum Staatsreligion geworden war, wurde Weihnachten anstelle des römischen Fests des Sonnengottes (Sol Invictus) gefeiert. Die Geburt Jesu auf diesen Tag zu legen hatte einen starken symbolischen Charakter: Christus ist "Die Sonne der Barmherzigkeit" und das "Licht der Welt".

In vielen Ländern kommt der 26. Dezember als zweiter Weihnachtsfeiertag hinzu, der in Gedenken an den ersten Märtyrer der katholischen Kirche, den heiligen Stephanus, begangen wird.

Die Bräuche zum Weihnachtsfest werden nicht nur von Christinnen und Christen begangen. Das Verteilen von Geschenken geht auf Martin Luther zurück, der damit die Aufmerksamkeit der Kinder auf Jesus Christus zu lenken versuchte. Andere Weihnachtstraditionen sind die Aufführung von Krippenspielen und das Aufstellen geschmückter Nadelbäume.

31. Dezember: Altjahresabend/Silvester

(christlich)

Der 31. Dezember ist der letzte Tag des gregorianischen Kalenders. Das Datum und der Name gehen auf den Todestag des Papstes Silvester zurück.

Zu diesem Tag gibt es verschiedene Bräuche, die die Hoffnung nach Erfolg, Reichtum und Glück im neuen Jahr ausdrücken. Zum Beispiel wird in Dänemark Geschirr zertrümmert, in Griechenland spielt das Glücksspiel an dem Tag eine große Rolle, in Schottland wird traditionell drei Tage lang Hot Pint, ein Gemisch aus Whiskey, Starkbier und Eiern, getrunken.

In Deutschland gibt es kulinarische Besonderheiten. Zum Beispiel soll die Schuppe eines Karpfens, der am Abend gegessen wird, Reichtum bringen. Das gleiche gilt für Linsengerichte, weil die Form der Hülsenfrüchte an Münzen erinnern soll. Vielerorts werden außerdem Feuerwerke gezündet.