Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Februar 2022

Die katholische Kirche kennt einen Segen zum Schutz vor Halskrankheiten, der am Blasiustag gespendet wird. Orthodoxe Christen erinnern mit dem Ninive-Fasten an die Geschichte von einer drei Jahre dauernden Seuche, bei der Tausende Menschen starben. Für Musliminnen und Muslime beginnen die "drei gesegneten Monate". Buddhistinnen und Buddhisten begehen Magha Puja.

Wat Phra Dhammakaya Tempel am Makha Bucha Day oder Magha Puja Tag
An Magha Puja erinnern Buddhistinnen und Buddhisten an eine spontane Versammlung von Mönchen. Bildrechte: imago/imagebroker

2. Februar: Darstellung des Herrn/Mariä Lichtmess

(katholisch, orthodox)

Darstellung des Herrn im Tempel, Fresko von Thomas von Villach um 1470.
Darstellung des Herrn im Tempel, Fresko von Thomas von Villach um 1470. Bildrechte: IMAGO

Im Christentum endet der Weihnachtsfestkreis am 2. Februar. Im Lukas-Evangelium wird erzählt, dass das Jesuskind 40 Tage nach seiner Geburt erstmals einem Priester im Tempel gezeigt, sozusagen "dargestellt" wurde, um ihn Gott zu weihen. Daraufhin verkündeten Simeon und Hannah, das Kind sei der ersehnte Erlöser; der "Messias des Herrn und "ein Licht, das die Heiden erleuchtet".

Die Zahl 40 ist in der Bibel eine besondere. In der Erzählung über das Jesuskind bezieht sie sich auf die traditionelle jüdische Regel, dass sich Frauen 40 Tage nach der Geburt in einem rituellen Bad reinigen. Davor gelten sie der Regel zufolge als "unrein". Im historischen Kontext diente sie dazu, Frauen nach der Geburt vor sexuellem Missbrauch zu schützen. Am Tag des rituellen Bades steht zudem ein Tempelbesuch an.

Das Fest zur Darstellung des Herrn ist auch als Mariä Lichtmess bekannt. Der Name bezieht sich auf die Lichterprozessionen und Kreuzweihen, die erstmals von Kaiser Justinian 542 in Byzanz angeordnet wurden und noch heute stattfinden. Aus der Lichtsymbolik erwuchs der Brauch, an diesem Tag die für das kommende Jahr benötigten Kerzen zu weihen. Traditionell dauerte die liturgische Weihnachtszeit bis Mariä Lichtmess, erst die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) schob ihr Ende auf das Fest Taufe des Herrn am Sonntag nach dem Dreikönigstag.

2. Februar: Beginn der drei gesegneten Monate

(islamisch)

Im Islam gelten die aufeinander folgenden Monate Radschab, Schaban und Ramadan als die "drei gesegneten Monate". Im Mondkalender sind das der siebte, achte und neunte Monat des Jahres. Sie gehen auf die überlieferte Aufforderung des Propheten Muhammads zurück, nicht nur am Ramadan zu fasten, sondern auch in den Monaten davor enthaltsam zu leben.


3. Februar: Blasiustag

(katholisch)

Der Märtyrer Blasius ist der Heilige der Halskrankheiten und Erkältungen. Der Bischof wurde während der Christenverfolgung im Jahr 316 enthauptet. In der katholischen Kirche wird an seinem Gedenktag der Blasiussegen gespendet. Dabei hält der Priester zwei überkreuzte Kerzen vor die zu segnenden Person und spricht das Segensgebet: "Durch die Fürsprache des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius befreie und bewahre Dich der Herr vor allem Übel des Halses und jedem anderen Übel."

5. Februar: Vasant Panchami / Sarasvati Puja

(hinduistisch)

Vasant Panchami ist ein großes Fest zum Frühlingsbeginn und der höchste Feiertag der Göttin Sarasvati. Sie ist die Göttin der Gelehrsamkeit, der Weisheit, der Musik und der Kunst. Hinduistinnen und Hinduisten feiern das Fest mit unterschiedlichen Bräuchen. Dazu gehören das Aufstellen von Bildnisse und Altäre in Wohnhäusern, in öffentlichen Gebäuden oder auf öffentlichen Plätzen, sowie Musik und Tanz.

8.-10. Februar: Hizir-Fasten

(alevitisch)

Alevitinnen und Aleviten ehren den Schutzpatron Bozatlı Hızır mit zweitägigem Fasten. Einer Überlieferung zufolge kam er Menschen in Not auf einem grauweißen Schimmel zu Hilfe, die ihn von ganzem Herzen mit "Eile herbei Hızır" gerufen haben sollen. Eine andere Erzählung besagt, dass Hızır Noah zu Hilfe geeilt sein, um die mit Menschen und Tieren beladene Arche vor der Sintflut zu retten. An den Abenden der Fastenzeit werden Hızır Lokması (Gaben für Hızır) gebacken. Das Ende der Fastenzeit wird mit einer Zeremonie in den Versammlungsräumen, den sogenannten Cem-Häusern, gefeiert. Dabei versucht man, das mitgebrachte Essen der anderen zu probieren und hofft, dass auch dieses vom Schutzpatron Hızır gesegnet wurde.

14. Februar: Valentinstag                 

(römisch-katholisch)

Der 14. Februar ist in vielen Ländern ein Tag, an dem sich Verliebte kleine Geschenke machen. Hierzulande schenken sich die meisten Blumen. In Finnland werden Karten verschickt, während sich Liebende in Japan mit Schokolade beschenken.

Der Tag geht auf Bischof Valentin von Terni zurück. Der Geistliche lebte im dritten Jahrhundert n. Chr. und starb als Märtyrer, weil er gegen den Willen des damaligen Kaisers Claudius II. heimlich Verliebte traute. Darunter befanden sich zahlreiche römische Soldaten, denen die Heirat mit einer Christin per Gesetz verboten war. Bischof Valentin ließ sich davon nicht beeindrucken, wurde dafür aber am 14. Februar 269 auf Befehl des römischen Kaisers geköpft.

14.-16. Februar: Ninive-Fasten

(syrisch-orthodox, koptisch-orthodox)

In den syrisch-orthodoxen und koptisch-orthodoxen Kirchen erinnert man seit dem neunten Jahrhundert vor Christus beim dreitägigen Fasten an die alttestamentarische Geschichte der Stadt Ninive.

Der Prophet Jona soll in die Stadt gekommen sein, um die Leute zu bekehren, die sich von Gott abgewandt hatten. Wenn sie 40 Tage vor dem Osterfest fasteten, sollten sie so zu Gott zurückkehren können. Allerdings tötete eine Seuche mehrere Tausend Menschen. Daraufhin wurde eine Fastenzeit ausgerufen. Drei Jahre später war die Seuche beendet. Seitdem wird das Ninive-Fasten in einigen orthodoxen Kirchen drei Wochen vor Beginn der Osterfastenzeit zelebriert.

16. Februar: Magha Puja

(thai-buddhistisch)

Wat Phra Dhammakaya Tempel am Makha Bucha Day oder Magha Puja Tag
Am Magha Puja treffen sich Möche zum gemeinsamen Gebet vor dem Wat Phra Dhammakaya Tempel in Bangkok. Bildrechte: imago/imagebroker

Das buddhistische Magha Puja-Fest, auch Makabuscha oder Makha Bucha genannt, erinnert an ein spontanes Treffen von 1.250 Mönchen. Das genaue Datum des Treffens ist nicht überliefert. Das Treffen ist auch als "Vierfache Versammlung" bekannt. Die Bezeichnung spielt darauf an, dass alle Mönche sogenannte Arahants (Erleuchtete) und durch Buddha selbst ordiniert waren, sich ohne vorherige Absprache um den Vollmondtag des Monats Magha versammelten.

In Erinnerung an dieses Treffen findet in einer Nacht Ende Februar oder Mitte März, je nach Vollmond, eine von Mönchen und Nonnen angeführte Prozession statt. Die Gläubigen tragen dabei dreifache Opfergaben: Eine brennende Kerze, drei brennende Räucherstäbchen und einen Blumenkranz oder eine frische Blüte. Mit diesen Gaben erinnern sie an die sogenannten drei Juwelen des Buddhismus: Buddha, Dharma (Buddhas Lehren) und Sangha (die buddhistische Gemeinschaft).

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