Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im März 2021

Der Weltgebetstag der Frauen und die Nacht der Himmelreise Mohammeds leiten den März ein. Mit der Karwoche und dem Holi-Festival endet der Monat. Was es außerdem zu feiern gibt, erfahren Sie in unserem interreligiösen Kalender.

St. Patricks Day Parade in Dublin, 2017
St. Patricks Day-Parade in Dublin. Bildrechte: imago/newspix

05. März: Weltgebetstag der Frauen

(ökumenisch)

Vanuatu
Der Instelstaat Vanuatu. Bildrechte: imago images / Design Pics

Seit über 100 Jahren versammeln sich Frauen am ersten Freitag im März zum Gottesdienst. Diese ökumenische Bewegung setzt sich aus Frauen aus aller Welt und aus verschiedenen christlichen Kirchen zusammen. Die Gottesdienste sind für alle offen. Die Vorbereitung und Gestaltung liegen aber ausschließlich in den Händen der Frauen. Lieder und Texte werden jedes Jahr in einem anderen Land ausgewählt und verfasst.

In diesem Jahr gestalten Frauen aus dem südpazifischen Inselstaat Vanuatu den Gottesdienst unter dem Motto "Worauf bauen wir?"

10./11. März: Laila al-Miraj – Himmelreise des Propheten Mohammed

(islamisch)

Im siebten Monat des islamischen Kalenders feiern Muslime die Nacht der Himmelreise des Propheten Mohammed. In dieser Nacht, glauben Muslime, ist der Prophet vom Engel Gabriel geweckt worden und auf der geflügelten Stute Buraq zum Tempelberg in Jerusalem gereist. Von dort aus stieg Mohammed über eine Leiter aus Licht (miradsch) zu den sieben Höllen und sieben Himmeln. Während dieser Reise soll Mohammed in einer geheimnisvollen Sprache zum ersten und einzigen Mal mit Gott gesprochen haben. Einer Überlieferung zufolge ging es dabei um die Aufnahme der Gemeinde Mohammeds ins Paradies. Nach einer anderen Überlieferung wurde die Anzahl der von Gott festgesetzten fünfzig täglichen Gebete auf fünf herabgesetzt.

Zahlreiche Gedichte und Erzählungen beschreiben dieses Ereignis in allen Sprachen der islamischen Welt.

11. März: Maha Shivaratri

(hinduistisch)

Die "Große Nacht des Shiva" verbringen gläubige Hinduisten im Tempel, um Shiva zu huldigen. Shiva ist die dritte Gottheit der Hindus nach Brahma (dem Erschaffer) und Vishnu (dem Erhalter). Shiva steht für die Zerstörung im Universum, aber auch für die Neuschöpfung: Bevor das Alte nicht vergeht, kann nichts Neues kommen. Viele Gläubige verehren die Gottheit mit Blumen, Reis und Früchten. Statuen werden in Honig und Milch gebadet und sein Name die ganze Nacht über wiederholt.

Es gibt verschiedene Legenden zu der Nacht. Eine davon besagt, dass Shiva in dieser Nacht seine Frau Parvati geheiratet hat.

07. bis 14. März: Woche der Brüderlichkeit

(christlich-jüdisch)

Jedes Jahr im März veranstaltet die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit die "Woche der Brüderlichkeit". Anliegen dieser Festwoche ist ein gutes Miteinander von Christen und Juden in Europa und die Aufarbeitung des Holocausts. Die "Woche der Brüderlichkeit" bietet zahlreiche Veranstaltungen, die sich dem jeweiligen Jahresthema widmen. 2021 lautet es: "...zu Eurem Gedächtnis: Visual History."

Zur Eröffnung wird die Buber-Rosenzweig-Medaille für Verdienste im christlich-jüdischen Dialog verliehen. Dieses Jahr bekommt sie der Regisseur der Oberammergauer Passionsspiele, Christian Stückl.

17. März: St. Patrick

(christlich)

Der St. Patrick's Day ist in der religiösen Geschichte Irlands verwurzelt. Patrick soll als Jugendlicher in seiner englischen Heimat als Sklave gefangen genommen und nach Irland verkauft worden sein. Er flüchtete aus der Gefangenschaft, kam aber als erster christlicher Missionar auf die Insel zurück. Um dem irischen König die göttliche Dreifaltigkeit zu erklären, pflückte Patrick ein dreiblättriges Kleeblatt. Beeindruckt von diesem Vergleich erlaubte ihm der König, das Wort Gottes in Irland zu verbreiten.

Am 17. März 461 starb der Heilige Patrick in Irland. Ihm zu Ehren feiern viele Iren Straßenfeste, tragen Grün und malen sich ein Kleeblatt auf die Wange oder in den Schaum eines Biers. Für ein erfolgreiches Jahr lässt man ein Kleeblatt im Whiskey-Glas schwimmen.

19./20. März: Naw Ruz – Neujahrsfest

(Bahá'í)

Zu Naw Ruz feiern die Bahá'í die Tag-und-Nachtgleiche und damit den Beginn eines neuen Jahres nach ihrer Zeitrechnung. Gleichzeitig begehen sie das Ende einer 19-tägigen Fastenzeit, mit der sie sich auf den Jahreswechsel vorbereitet haben. Deshalb wird Naw Ruz meist mit einem üppigen und ausgelassenen Mahl gefeiert. Der Bahá'í-Kalender ist ein Sonnenkalender mit 19 Monaten zu je 19 Tagen. Mit der Erklärung des Báb im Jahr 1844 beginnt das Jahr 1 der Bahá'í. 2021 beginnt nach der Zeitrechnung der Bahá’i das Jahr 172.

21. März: Newroz – Neujahrsfest

(alevitisch)

Newroz ist das altiranische Neujahrs- und Frühlingsfest. Es wird zum Gedenken an die Geburt des Heiligen Ali, geboren am 21. März 598 in Mekka, gefeiert. Ali war ein Vetter und enger Vertrauter des Propheten Mohammed und wird von den Aleviten als einer der ersten islamischen Gelehrten und Verkünder verehrt.

Kurdinnen feiern tanzend das Neujahrsfest
Bildrechte: dpa

Fester Bestandteil von Newroz ist der Verzehr der "Haft Sin". Das sind sieben Speisen, deren Namen mit dem Anfangsbuchstaben des persischen "S" beginnen. Dazu wird "Haft Mewa", ein aus sieben Früchten bestehendes Getränk, gereicht. Am Vorabend des letzten Mittwochs vor Newroz werden traditionell Feuer entzündet, an denen gemeinsam musiziert und getanzt wird. Seit Mai 2010 gehört Newroz zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.

25. März: Verkündigung des Herrn / Mariä Verkündigung

(römisch-katholisch) / (griechisch-orthodox)

Der Tag der Ankündigung der Geburt Jesu wird in vielen christlichen Konfessionen gefeiert. Er erinnert an die Verkündigung der Geburt Christi durch den Engel Gabriel an Maria. Die römisch-katholische Kirche begeht den 25. März seit 1969 als Hochfest. Fallen der 25. März und einer der Osterfeiertage zusammen, wird das Fest der Verkündigung des Herrn auf den zweiten Montag nach Ostern verschoben. In den orthodoxen Kirchen wird Mariä Verkündigung immer am 25. März begangen.

27. März: Sederabend

(jüdisch)

Am Abend vor Pessach feiern viele jüdische Familien gemeinsam den Sederabend. "Seder" heißt Ordnung. Den Ablauf des Abends gibt ein spezielles Buch, die Haggada, vor. Darin ist die Geschichte vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten aufgeschrieben. Im Verlauf der Zeremonie gibt es Speisen von der Sederplatte. Jede Speise hat eine besondere Bedeutung und erinnert an ein Ereignis während der Sklaverei der Israeliten in Ägypten.

Am Sederabend sollte jedes Familienmitglied eine eigene Haggada vor sich liegen haben.

28. März - 04. April: Pessach

(jüdisch)

Das jüdische Pessachfest, auch Fest der ungesäuerten Brote genannt, erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und wird acht Tage lang gefeiert. Während dieser Zeit ist es verboten, gesäuerte (gegorene) Getreideprodukte zu essen. Diese Tradition geht darauf zurück, dass die Israeliten vor ihrem Auszug aus Ägypten keine Zeit mehr hatten, Hefe- oder Sauerteig anzusetzen. Um die Wohnung von allem Gesäuerten zu befreien, findet vor Pessach ein gründlicher Hausputz statt.

Ungesäuertes Brot
Bildrechte: Colourbox.de

Anschließend wird das Pessachmahl zubereitet. Dazu gehören besondere Speisen wie drei ungesäuerte Brote, ein Gefäß mit Salzwasser, ein Mus aus geriebenen Äpfeln, Mandeln, Zimt und Wein, ein Knochen mit gebratenem Fleisch und ein gekochtes Ei. Als symbolischer Nachtisch gehört ein Stück ungesäuertes Brot zum Pessachmahl. Das Brot wird von den Kindern versteckt und muss vom Hausherrn mit einem kleinen Geschenk ausgelöst werden.

28. März: Palmsonntag und Karwoche

(christlich)

Ostern ist für viele ein Frühlings- und Familienfest mit Ostereiern, Osterhasen und Osterfeuer. Die Ursprünge liegen im Christentum:

29. März: Holi-Fest

(hinduistisch)

Holi ist ein fröhliches und ausgelassenes Frühlingsfest. Es zählt zu den ältesten hinduistischen Festen und kann zwischen zwei und zehn Tagen dauern. Am ersten Tag wird eine Strohpuppe des Dämon Holika verbrannt. Hinduisten glauben, dass zum Holi-Fest der gottgeweihte Prahlad durch den Gott Vishnu vor der Dämonin Holika gerettet wurde. Am zweiten Tag besprenkeln oder bewerfen sich die Gläubigen gefärbtem Wasser oder buntem Puder. So werden zu Holi sämtliche Schranken zwischen Kasten, Geschlechtern und Altersgruppen aufgehoben.

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