Finals 2022 | Leichtathleik Speerwerfer Röhler kennt Gründe für schwachen DM-Auftritt

Thomas Röhler
Thomas Röhler kämpft noch immer mit Verletzungsproblemen. Bildrechte: IMAGO/Beautiful Sports

Die deutschen Meisterschaften in Berlin waren für Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler eine einzige Enttäuschung. 71,81 Meter bedeuteten nur den fünften Platz. Damit verpasste der Thüringer auch die WM-Qualifikation.

Röhler: Rückenprobleme verhindern volles Risiko

Der 30 Jahre alte Jenaer wusste sofort, woran es lag: "An meiner Risikobereitschaft", sagte er nach dem Wettkampf: "Bei mir funktioniert es nur mit Schnelligkeit." Jetzt setzt er alles auf die Heim-EM im August in München. "Das Risiko ist für mich in München eingeplant. Momentan steht die Gesundheit aber ganz oben."

"Angst ist das falsche Wort"

Röhler hatte bereits die Olympischen Spiele 2021 in Tokio wegen anhaltender Rückenschmerzen verpasst und wollte in diesem Jahr einen neuen Anlauf nehmen. "Angst ist an dieser Stelle definitiv das falsche Wort. Wir sind in einer technisch filigranen Sportart, sprechen über Anläufe, über das Wegrutschen", erklärte er. "Man hat die Komponente des eigenen Körpers." Wenn man die Technik, die man sich vorstelle, nicht umsetzen könne, habe man ein großes Problem. "Deshalb ist der harte Fokus nun auf dir EM in München", sagte der Europameister von 2018, der seinen Start mit einer Wildcard sicher hat.

Ich liebe den Speerwurf, es macht mir sogar Spaß - nur der Speer fliegt nicht so weit.

Thomas Röhler

Die Norm für die WM vom 15. bis 24. Juli in Eugene/USA hat der Olympiasieger von 2016 nicht knacken können. Um spätestens am ersten Wettkampftag in München wieder fit zu sein, will er sich zum Trainieren nach Jena zurückziehen. Leicht sei die Situation und die nur eingeschränkte Wurffähigkeit für ihn nicht. "Mental musst du an manchen Abenden stark sein", bekannte Röhler. Trotzdem könne er mit diesem Tief relativ leicht umgehen, weil er mit sich im Reinen sei. "Ich liebe den Speerwurf, es macht mir sogar Spaß - nur der Speer fliegt nicht so weit."

dpa/red

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR Aktuell | 26. Juni 2022 | 09:40 Uhr