Breitensport Wieder mehr Sportabzeichen in Sachsen-Anhalt und Thüringen

Nach einem drastischen Einbruch 2020 legen wieder mehr Breitensportler das Sportabzeichen ab - zumindest in Sachsen-Anhalt und Thüringen. In Sachsen erhofft sich der Landesportbund für dieses Jahr endlich wieder einen Aufwärtstrend.

In Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden im vergangenen Jahr wieder mehr Sportabzeichen verliehen – von dem Niveau der Vor-Corona-Pandemie sind beide Bundesländer aber noch weit entfernt. In Sachsen ging die Zahl der Breitensportler, die diese Leistungsauszeichnung für Amateursportler ablegten, auch 2021 zurück.

Sachsen-Anhalt führt mitteldeutsches Ranking an

Im Landesportbund Sachsen-Anhalt wurden für das Jahr 2021 12.449 Sportabzeichen gemeldet, das sind knapp 1.000 Auszeichnungen mehr als im ersten Corona-Jahr 2020. In Thüringen stieg die Zahl von 2020 auf 2021 von 3.296 auf 3.885. In Sachsen fiel die Zahl dagegen von 10.440 im Jahr 2020 auf 9.487 im Jahr 2021.

Corona-Regeln der Länder haben Einfluss

"Der Einbruch der Zahlen hängt mit den Corona-Regeln der einzelnen Bundesländer zusammen", erklärt etwa Claudia Kreibich vom Landessportbund Sachsen auf "Sport im Osten"-Nachfrage. "In Sachsen hatten wir die längsten und die strengsten Corona-Regeln. Sportabzeichen werden häufig in Schulen abgelegt, die Schulen waren auch 2021 lange geschlossen."

Deutsches Sportabzeichen steht auf einem Sonnenschirm
Bildrechte: dpa

Einbruch "gravierend"

Auch der Landesportbund Thüringen konstatiert, der Einbruch der Sportabzeichen-Zahlen im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit sei "gravierend" und "ein Spiegelbild der langen Einschränkungen des Sportbetriebes aufgrund der Corona-Maßnahmen", wie es ein einem schriftlichen Statement nach "Sport im Osten"-Anfrage heißt.

"Langjähriger gesellschaftlicher Trend"

Insgesamt folgt der Rückgang der Sportabzeichen-Prüfungen aber einem langjährigen Trend, wie Kreibich vom LSB Sachsen betont. "Corona war die Spitze des Eisbergs. Wir sehen aber einen langjährigen gesellschaftlichen Trend, dass die Bewegungsaktivität abnimmt. Das zeigt sich auch bei den Sportabzeichen."

13. Juli: Rund 1.200 Anmeldungen für Schmölln

Laut Kreibich sehen die Zahlen für 2022 aber wieder besser aus. "Wir vermuten eine positive Tendenz. Wir glauben, dass dieses Jahr wieder mehr Sportabzeichen abgelegt werden." Diese Tendenz gibt es auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Aus dem LSB Thüringen heißt es: "Signalwirkung haben nun solche Veranstaltungen wie die Sportabzeichentour des DOSB am 13. Juli in Schmölln mit fast 1.200 angemeldeten Schüler*innen."

Sportabzeichen Team steht auf einem T-Shirt
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Bundesweiter Trend nach unten

Das Deutsche Sportabzeichen ist eine Auszeichnung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Es ist laut Landessportbund die höchste Auszeichnung außerhalb des Wettkampfsports und wird als Leistungsabzeichen für überdurchschnittliche und vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit verliehen. Im Jahr 2021 wurden bundesweit etwa 367.000 Sportabzeichen verliehen. Im letzten Vor-Corona-Jahr 2019 waren es noch 758.000. Zwei Drittel davon gingen an Kinder und Jugendliche. Im Rekordjahr 2008 erbrachten noch mehr als eine Million Breitensportlerinnen und Breitensportler die notwendigen Leistungen für das Sportabzeichen.

Die Sportabzeichen der vergangenen Jahre in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Jahr Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen
2018 25.780 25.910 8.240
2019 23.991 25.322 7.091
2020 10.440 11.500 3.296
2021 9.487 12.449 3.885

Dirk Hofmeister

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR Aktuell | 29. Juni 2022 | 12:40 Uhr

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