Boxen | Halbschwergewicht Dominic Bösel vor Ausscheidungskampf: Schampus oder Ringstaub

WBA-Titel-Eliminator

Es ist der größte Kampf seines Lebens und er genießt die Rolle des Außenseiters. Dominic Bösel ist einen Schritt entfernt von einem ganz großen WM-Kampf im Halbschwergewicht. Am 14. Mai will er in den USA gegen den ungeschlagenen Mexikaner Gilberto Ramirez für eine Überraschung sorgen. Sein Motto: nicht verstecken und voll angreifen. Auch wenn das in einem eigenen Knockout enden sollte.

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Mal Außenseiter zu sein, hat etwas, findet Dominic Bösel. Wenn er am 14. Mai im kalifornischen Ontario gegen Gilberto Ramirez in den Ring steigen wird, werden die Erwartungen der Box-Welt nicht auf ihm lasten. "Ich finde es mal angenehm, nicht zu Hause den Stress zu haben mit allem Drumherum. Er hat den Trubel und den Druck. Ich kann ganz locker aufschlagen. Ich habe mit einer Leichtigkeit trainiert, weil ich weiß, dass ich überraschen kann", erklärte der 32-jährige SES-Boxer bei einer internationalen Medienrunde am Mittwoch (03.05.2022).

Bösel bei der WBA vor Ramirez

Mit Blick auf die Rangliste der WBA im Halbschwergewicht sieht er sich auch gar nicht als Herausforderer in diesem Ausscheidungsduell um die WBA-Krone. Dort liegt Bösel hinter Weltmeister Dmitry Bivol auf Rang eins, der Mexikaner ist Zweiter. "Ich habe immer gesagt, wenn ich in den USA einen großen Kampf machen kann, dann bin ich dafür bereit", so Bösel. Vor etwa zwei Monaten habe er das Angebot zu dem Kampf bekommen und sich dann gezielt mit entsprechenden Sparringspartnern vorbereitet.

Bösel will aus Abrahams Fehlern lernen

Dabei hat ihn auch sein Trainer Georg Bramowski bestens unterstützen können, der Ramirez schon von einem früheren Kampf kennt. 2016 war er an der Seite von Arthur Abraham in den USA, als dieser gegen den heute 30-Jährigen boxte und haushoch nach Punkten verlor. Bramowski wisse, "was Arthur damals alles falsch gemacht. Von der Seite bin ich gut vorbereitet", erklärt Bösel. Im Gegensatz zu Abraham wolle Bösel nun aber ein besseres, offensiveres Gefecht liefern: "Arthur war sehr, sehr passiv. So will ich nicht auftreten. Entweder ich gehe siegreich aus dem Kampf oder K.o. Ich will kein Opfer sein."

Entweder ich gehe siegreich aus dem Kampf oder K.o.

Dominic Bösel

Erst Ramirez, dann Alvarez?

Dem Sieger des Duells winkt der Kampf um den WM-Titel der WBA. Wer diesen dann inne hat, entscheidet sich an diesem Wochenende. Dann kämpft Titelträger Bivol gegen Superstar Saul 'Canelo' Alvarez. Dieser wäre für Bösel ein absoluter Traumgegner: "Natürlich träume ich von einem Kampf gegen Canelo. Wenn ich gegen Ramirez gewinne, steht mir erstmal alles offen, dann werden weitere große Angebote aus dem Ausland kommen", blickt er ein bisschen voraus.

Zuvor muss er aber erst die Hürde Ramirez überspringen. Und das wird knifflig genug. In 42 Kämpfen ist der Mexikaner ungeschlagen, 28 seiner Gegner hat er ausgenockt. "Ramirez ist als Rechtsausleger sehr unangenehm, er verteidigt sich sehr gut. Er ist auch im Nahkampf sehr stark. Das wird eine schwere Aufgabe", weiß Bösel. Aber er will auch Schwächen bei seinem Kontrahenten ausgemacht haben. In seinem letzten Kampf habe dieser nicht überzeugt.

Auswärtskampf pusht Bösel

Ein bisschen setzt Bösel auch darauf, dass ihn Ramirez möglicherweise nicht ganz ernst nimmt: "Ich weiß genau, wie es ist, wenn man den anderen unterschätzt und dann überrascht wird." Dass am 14. Mai die gesamte Halle wohl gegen ihn sein wird, macht ihm nichts aus: "Früher in der Bundesliga hat es mich bei Auswärtskämpfen gepusht, wenn alle gegen mich waren. Das beeindruckt mich nicht."

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 01. Mai 2022 | 16:00 Uhr

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