Fußball | Bundesliga Volle Kapelle und hoher Druck: RB Leipzig vor Arminia Bielefeld

34. Spieltag

Ein Erfolgserlebnis von Fußball-Bundesligist RB Leipzig in Bielefeld scheint nur Formsache zu sein. Wäre da nicht die 0:2-Hinspielniederlage, das Final-Aus in der Europa League und der Druck der Königsklasse. Daher hat das Erstliga-Finale Endspielcharakter.

Leipzigs Trainer Domenico Tedesco gestikuliert beim Hinspiel in der Europa-League gegen Glasgow am Spielfeldrand.
RB Leipzigs Trainer Domenico Tedesco. Bildrechte: dpa

Ein Zähler reicht. Damit würde RB Leipzig das Prädikat "Beste Rückrunden-Mannschaft" beim Saisonfinale verteidigen und parallel an diesem Samstag (15:30 Uhr/Audiostream und Live-Ticker in der SpiO-App) bei Arminia Bielefeld das Ticket für die Champions League buchen, was gleichbedeutend mit rund 40 Millionen Euro Mehreinnahmen ist. Dieser eine Punkt reicht auch im Fernduell mit Pokalfinalist SC Freiburg um die Königsklasse. Die Breisgauer sind beim bereits für die Champions League qualifizierten Klub aus Leverkusen zu Gast.

"Bielefeld wird noch mal alles reinwerfen. Daran habe ich keinen Zweifel. Wir müssen dann zeigen, was wir uns vorgenommen haben und was wir erreichen wollen. So ein Entscheidungs-Match ist auch ein Privileg", sagte RB-Cheftrainer Domenico Tedesco am Freitag. Er kann sich noch gut an die 0:2-Hinrundenniederlage gegen Bielefeld erinnern. Diese habe dem RB-Cheftrainer damals gehörig "den Weihnachtsurlaub verdorben". Der Rotations-Experte will daher nicht viel rumexperimentieren.

Nach Haidara-Rückkehr alle fit

Immerhin hat er nach der Rückkehr von Amadou Haidara erstmals alle Profis zur Verfügung. Daher spielen auf der Alm Belastungssteuerung und persönliche Befindlichkeiten bei der Aufstellung keine Rolle mehr. "Ich habe es lange Zeit über Rotation versucht, glauben sie mir, kein Spieler will rotieren, es wollen alle spielen", kündigte Trainer Tedesco schwere Entscheidungen - auch für ihn selbst - an. Selbst der Sprung in den Spieltagskader ist bei der Auswahl schwierig. Tedesco betonte, dass das DFB-Pokalfinale am 21. Mai in Berlin gegen den SC Freiburg dabei keine Rolle spiele. "Der Fokus liegt auf Bielefeld, Berlin ist im tiefsten Hinterkopf", sagte er und macht nochmal die Brisanz deutlich: "Für so eine Ausgangslage haben wir uns in den letzten Monaten zerrissen."

Tedesco führte RB von Platz elf auf vier - neuer Nkunku-Vertrag?

Nach dem miesen Saisonstart und dem gescheiterten Experiment mit US-Trainer Jesse Marsch übernahm er RB auf Tabellenplatz elf. Und nun kann man noch die Qualifikation für die Champions League als primäres Saisonziel erreichen. "Wir alle wollen nächstes Jahr Champions League spielen", sagte Tedesco. Das trifft vor allem auf Zauberfuß Christopher Nkunku zu. Ein Verbleib des Torgaranten und Edeltechnikers hängt vor allem von der Königsklasse ab. Denn nur so ist eine bereits diskutierte Vertragsverlängerung über den 30. Juni 2024 hinaus denkbar. Ein neuer Kontrakt zu deutlich verbesserten Konditionen könnte dann eine Ausstiegsklausel beinhalten, die ab 2023 greifen kann. Dann könnte der Franzose für rund 60 Millionen Euro gehen, bliebe RB aber - wie von Chef Oliver Mintzlaff gewünscht - noch eine Saison erhalten.

RB Leipzig vs Augsburg - Tor 3:0 Nkunku
Christopher Nkunku war mit 13 Treffern und acht Vorlagen allein
in der Rückrunde an 21 Toren direkt beteiligt. Das gelang ligaweit
keinem anderen Spieler.
Bildrechte: MDR/Hofmeister, Dirk

Zudem hat der sächsische Fußball-Bundesligist am 21. Mai im DFB-Pokalfinale noch die Chance, im dritten Anlauf endlich den Pott zu holen. Da könnte ein Erfolgserlebnis zum Saisonfinale nach dem bitteren Europa-League-Aus bei Glasgow Rangers im Halbfinale neue Schubkräfte für das Direkt-Duell gegen den SC Freiburg geben.

Bielefeld: "Gibt immer wieder Wunder"

Bei Arminia Bielefeld ist der Glaube an ein Happy End im Finale des Bundesliga-Abstiegskampfes nur noch gering. "Klar gibt es im Fußball immer wieder Wunder. Aber für uns ist erstmal wichtig, dass wir ein Spiel abliefern, das allen Spielern, Mitarbeitern und Fans den Charakter der Mannschaft zeigt", sagte Trainer Marco Kostmann vor dem letzten Saisonspiel des Tabellenvorletzten am Samstag gegen RB.

Marco KOSTMANN BI, Nathan de MEDINA BI enttaeuscht nach dem Spiel
Trainer Marco Kostmann (Mi.) nach der Last-Minute-Niederlage beim VfL Bochum. Bildrechte: IMAGO/Sven Simon

Der achte Abstieg der Arminia aus dem Fußball-Oberhaus scheint so gut wie besiegelt. Im Idealfall könnte das Kostmann-Team noch mit dem derzeit drei Punkten besseren Tabellen-16. aus Stuttgart gleichziehen. Doch die Schwaben, die den 1. FC Köln empfangen, liegen bei der Tordifferenz (-19) deutlich vor den Ostwestfalen (-26). "Wir haben weniger Niederlagen als in der vergangenen Saison. Aber in den engen Spielen haben wir in dieser Saison zu viele Fehler gemacht und zu wenig Siege eingefahren", kommentierte der einstige Torwarttrainer Kostmann, der Mitte April als Interimslösung die Nachfolge von Chefcoach Frank Kramer angetreten hatte. Kostmann hofft auf einen erfolgreichen Neuaufbau: "Ich sehe schwere Zeiten auf uns zukommen, wenn wir aus dieser Saison nicht lernen. Wir müssen vom Platz ein Signal für eine positive Zukunft an alle im Verein weitergeben."

dpa/cke

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 14. Mai 2022 | 16:00 Uhr

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