Fußball | Bundesliga RB Leipzig: "Mit Power und Energie" gegen Marco Roses Ex-Klub Dortmund

6. Spieltag

Das Startprogramm mit Real Madrid und zwei brisanten Duellen gegen seine Ex-Vereine Dortmund und Gladbach hat Marco Rose nicht von einem Engagement bei RB Leipzig abgehalten. Kann er hier seine Arbeit einmal abrunden? Bisher ging er einmal freiwillig und musste erinmal gehen.

Marco Rose 3 min
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"Es geht für mich nicht darum, den passenden Zeitpunkt auszusuchen, um gut auszusehen", sagte Marco Rose während der Präsentation bei Fußball-Bundesligist RB Leipzig. Der gebürtige Leipziger und Nachfolger des beurlaubten Domenico Tedesco bekommt es bei seinem Start mit drei Gegnern zu tun, die sportlich ein Hammerprogramm bilden – und für ihn persönlich auch emotionale Wiedersehen mit zwei seiner Ex-Vereine beinhalten.

Marco Rose (Trainer RB Leipzg) 1 min
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Roses erstes Gegner: "Sicherlich speziell und spannend, aber ..."

Am Samstag (10. September, 15:30 Uhr, im Audio-Livestream und Liveticker in der SpiO-App und auf sport-im-osten.de) geht es gegen Borussia Dortmund, dann am Wochendende darauf zu Borussia M'gladbach und zwischendurch wartet das Königsklassen-Auswärtsspiel bei keinem Geringeren als Titelverteidiger Real Madrid.

Rose weiß: "Es kommen herausfordernde Aufgaben. Das ist sicherlich speziell und spannend, aber ich habe mit den Jungs genug Arbeit zu tun. Das ist für mich jetzt nicht so wichtig. Wir spielen alle in einer Liga, da sieht man sich halt irgendwann." Dass er Dortmund sehr gut kennt, spielt offiziell zumindest keine so große Rolle: "Wir werden uns ein paar Videos ansehen, aber wir wollen vor allem mit eigenen Ideen erfolgreich sein."

Marco Rose (Trainer RB Leipzg) 1 min
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RB aus der Lethargie rütteln

Zunächst will er seinen neuen Klub aus der Lethargie rütteln. Nur fünf Punkte aus fünf Bundesliga-Partien und zuletzt zwei deftige Niederlagen in Frankfurt (0:4) und gegen Donezk (1:4) haben Spuren interlassen: "Das ist die Kernaufgabe, mit viel Energie und Power die Stimmung umzudrehen und wieder Ergebnisse zu holen", sagte der 45-Jährige. Eine neue Stabilität "heißt nicht, dass wir uns jetzt nur noch hinten reinstellen werden", betonte Rose.

Er verriet, dass er bereits am Wochenende mit RB-Verantwortlichen in Kontakt stand – also vor der Champions-League-Blamage seines Vorgängers gegen Donezk: "Dann hat sich die Situation verschärft. Es ging ruckzuck." Der Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff lobte Roses "klare Idee vom Fußball. Dass er verfügbar war, ist auch eine glückliche Fügung."

Als "gehyptester Trainer Europas" nach Gladbach

Der Weg zu RB Leipzig galt für den Ex-Trainer von Red Bull Salzburg lange als logischer Schritt, kam aber zunächst nicht zustande. Hartnäckig hielt sich das Gerücht, dass Rose keine Lust hatte, unter dem damaligen Sportdirektor Ralf Rangnick zu agieren. Zudem wollte er nicht mehr in der Stadt arbeiten, in der seine Familie, Freundin und Tochter zuhause sind.

Trainer Marco Rose und Manager Max Eberl (damals M'gladbach) beim Bundesliga-Spiel bei RB Leipzig, Saison 2020-2021
Wiedersehen würde Freude machen: Max Eberl (re.) und Marco Rose (Mi.) Bildrechte: IMAGO / Christian Schroedter

Also ging der damals "gehypteste Trainer Europas" (Freund und Liverpool-Coach Jürgen Klopp) nach Gladbach, wo Manager Max Eberl für Rose den soliden Dieter Hecking rauswarf. Bei den Fohlen entfachte er ein neues Feuer, führte den fünffachen Deutschen Meister an die Tabellenspitze und erreichte die Champions League. Dort setzte man sich mit Glück und Geschick in einer Gruppe mit Donezk, Real Madrid und Inter Mailand durch und erreichte erstmals das Achtelfinale. Kurios: Mit RB geht es wieder gegen Real und Donezk.

Ausstiegsklausel und Absturz

Mitten rein in diesen Hype begannen sich trotz eines Drei-Jahres-Vertrags Abwanderungsgerüchte nach Dortmund zu vermehren. Nach wochenlangem Schweigen bestätigte er den Abgang per Ausstiegsklausel. Die Fans waren sauer. Es folgte ein Absturz in der Rückrunde. Das internationale Geschäft wurde verpasst. Eberl hielt trotzdem eisern an Rose fest. Beide sind bis heute verbunden.

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Zeit beim BVB: Terzic im Nacken

Roses Zeit in Dortmund wurde von Beginn an überschattet von der Tatsache, dass Interimstrainer Edin Terzic den DFB-Pokal gewonnen hatte. Der stammt aus der Nähe, stand schon als Fan auf der Tribüne und erfreute sich aufgrund seiner Klubidentifikation hoher Beliebtheit. Rose erfüllte beim BVB die Pflicht, führte den Klub als Vizemeister in die Champions League. Aber weder Meister Bayern konnte er gefährden noch in drei Pokalwettbewerben für sich werben.

Trotz eines Punkteschnitts von 1,85 fehlte die Konstanz. Dazu kamen zu viele Gegentore, unter anderem auch beim 1:4 zuhause gegen Leipzig. Den Umbruch, auf den sich Rose selbst schon gefreut hatte, durfte er nicht mehr angehen. So trennte sich der BVB trotz eines Drei-Jahres-Vertrags wieder von Rose – und installierte wieder Terzic. Dortmunds Berater Matthias Sammer soll eine Triebfeder des Wechsels gewesen sein.

Cheftrainer Marco Rose BMG und Cheftrainer Edin Terzic BVB.
Treffen nach ihrer kurzen gemeinsamen Zeit erstmals wieder aufeinander: Marco Rose (re.) und Edin Terzic (li.). Bildrechte: IMAGO / Uwe Kraft

Nun könnte Rose selbst als gebürtiger Leipziger die RB-Anhänger in der Stadt begeistern. Und wenn er so startet wie einst in Mönchengladbach, wo ihm Eberl ein passendes Team zur Verfügung gestellt hatte, dann dürfte RB demnächst wieder in die Erfolgsspur einbiegen. Die mögliche Kombination mit Eberl, die mit Nationalspielern gespickte Mannschaft von RBL und der finanzielle Background von Red Bull – eine spannende Mischung: Rose ist zuzutrauen, in seiner Heimatstadt zumindest langfristig für Furore zu sorgen.

Mintzlaff: "Brot und Butter statt DFB-Pokal"

Nach der Trennung von Domenico Tedesco wird bei RB Leipzig auch bald der wenig dezente Hinweis auf den größten Erfolg des Ex-Trainers verschwunden sein. Geschäftsführer Oliver Mintzlaff kündigte am Donnerstag an, die mehr als zwei Meter große Nachbildung des Pokals vor der Clubzentrale abbauen zu lassen. RB hatte im Mai gegen Freiburg das Pokalfinale und damit den ersten großen Titel der Clubgeschichte gewonnen.

"Das große Ding kommt jetzt mal weg, damit alle wissen, das ist wieder unser Brot-und-Butter-Geschäft: die Bundesliga, die Qualifikation für die Champions League, versuchen, jedes Spiel zu gewinnen. Und dann gucken wir, dass wir es mal wieder nach Berlin schaffen", sagte der 47-Jährige. Der Sieg gehört der Vergangenheit an und soll aus den Köpfen verschwinden.

Ein neuer Co aus Mönchengladbach

Statt Max Eberl präsentierte RB am Donnerstag überraschend einen anderen Neuzugang aus Mönchengladbach: Frank Geideck wird Rose künftig als Co-Trainer unterstützen. Der 55-Jährige arbeitete 13 Jahre bei der Borussia und war zuletzt Co-Trainer bei der U23. Zuvor war er unter anderem unter Lucien Favre, Dieter Hecking, Rose und Adi Hütter tätig. Ex-Manager Max Eberl hatte ihn lange als eine Art Trainerkonstante bei den Fohlen betrachtet.

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cke/dpa/sid

Videos und Audios zur Fußball-Bundesliga

RB-Leipzig-Trainer Marco Rose im Interview nach dem Testspiel gegen AC Horsens
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Nach dem 2:1 im Testspiel gegen Horsens (Dänemark) äußerte sich RB Leipzigs Trainer Marco Rose über den neuen Sport-Geschäftsführer Max Eberl.

Fr 02.12.2022 16:58Uhr 00:29 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 11. September 2022 | 16:00 Uhr

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