Fußball | 3. Liga Dynamo-Aufstiegsrandale: Mehrzahl der Verfahren noch nicht abgeschlossen

Nach einem Jahr in der 2. Bundesliga ist Dynamo Dresden längst wieder abgestiegen. Die Aufstiegsrandale von Mai 2021 beschäftigt Polizei, Justiz und Verein vermutlich aber noch lange. Erst wenige Verfahren sind abgeschlossen.

Fans randalieren auf der Lennestrasse in Dresden , die Polizei setzt Wasserwerfer ein
Im Rahmen des Aufstiegsspiels von Dynamo Dresden in die 2. Bundesliga im vergangenen Jahr kam es rund um das Rudolf-Harbig-Stadion zu massiven Ausschreitungen. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Mehr als ein Jahr nach den Ausschreitungen rund um den Zweitliga-Aufstieg von Dynamo Dresden ist ein Großteil der ermittelten mutmaßlichen Randalierer noch nicht verurteilt worden. Wie die "Sächsische Zeitung" (Donnerstagsausgabe, 30.06.2022) berichtet, sind erst 102 Ermittlungen oder Verfahren von rund 300 namentlich ermittelten Personen abgeschlossen.

19 Urteile wurden gesprochen

Laut SZ-Bericht wurden 73 Dynamo-Fans angeklagt, dabei ging es zumeist um besonders schwere Fälle von Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung oder Angriffe auf Vollstreckungsbeamte. Bisher wurden 19 Urteile gesprochen, die meisten Verhandlungen endeten dabei mit Geldbußen, Bewährungsstrafen oder gemeinnützigen Arbeitsstunden. Ein Vorbestrafter muss für anderthalb Jahre ins Gefängnis. Bei 21 Personen wurden eingeleitete Ermittlungen eingestellt, unter anderem wegen Nichtnachweisbarkeit einer Täterschaft oder gegen Auflagen.

"Erhebliche Zahl" weiterer Beschuldigter möglich

Zu den rund 200 Ermittlungen, die noch nicht abgeschlossen sind, dürften zudem weitere Fälle kommen. "Die Polizei geht davon aus, dass noch eine erhebliche Zahl weiterer Beschuldigter ermittelt werden kann", sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt der Zeitung.

Polizei empfiehlt 273 Stadionverbote - Aufwändiges Verfahren

Und auch Dynamo Dresden beschäftigen die Randale noch eine Weile. Von der Polizei erhielt Dynamo bisher die Zahl von 273 identifizierten Randalierern, diese sollen nach Polizei-Empfehlung Stadionverbote erhalten. Die jüngste Namensliste erreichte Dynamo im April. Der Verein entscheidet über jedes Stadionverbot in Einzelfallprüfung – eine vierköpfige Stadionverbots-Anhörungskommission gibt jedem Beschuldigten die Möglichkeit, sich zu äußern. Erst danach folgt eine Verbots-Empfehlung des Gremiums an Dynamos kaufmännischen Geschäftsführer Jürgen Wehlend.

Bisher 151 Stadionverbote

Bisher wurden gegen 209 Personen der 273er Liste Stadionverbots-Verfahren eröffnet. Dabei ergingen bisher 151 Stadionverbote, acht gegen Dynamo-Vereinsmitglieder. Gegen drei Mitglieder eröffnete Dynamo Verfahren, die mit einem Vereinsausschluss enden könnten.

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dh

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