Fußball | 3. Liga Hallescher FC holt "Enfant terrible" Jan Löhmannsröben

In den vergangenen Tagen hatte sich der Transfer bereits angedeutet: Nun ist er in trockenen Tüchern. Der Hallesche FC holt den vereinslosen Ex-Magdeburger Jan Löhmannsröben und will damit die Personalmisere lindern.

Jan Löhmannsröben FC Hansa Rostock
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Fußball-Drittligist Hallescher FC hat auf seine Verletztenmisere reagierte und Mittelfeld-Abräumer Jan Löhmannsröben verpflichtet. Der 30-Jährige erhält beim HFC einen Vertrag bis Saisonende. Das gaben die Saalestädter am Dienstagvormittag bekannt.

Löhmannsröben hatte seinen Vertrag bei Zweitliga-Aufsteiger Hansa Rostock aufgelöst, weil Trainer Jens Härtel nicht mehr auf ihn setzte. Als vereinsloser Spieler darf er auch nach dem Ende der Wechselfrist am 31. August wechseln. Halle setzte sich im Rennen um Löhmannsröben offenbar gegen Liga-Konkurrent Viktoria Köln durch, die ebenfalls um den Kämpfertypen gebuhlt hatten.

Jan Löhmannsröben und Heinz Mörschel
Löhmannsröben (li.) geht dahin, wo es weh tut. Hier gegen Dresdens Heinz Mörschel Bildrechte: imago images/Picture Point

Minge: "Wäre verantwortungslos, ihn nicht zu holen"

"Da uns mit dem Ausfall von Louis Samson nunmehr fünf Defensivspieler auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung stehen wäre es verantwortungslos gegenüber der Mannschaft gewesen, einen Profi mit der Qualität eines Jan Löhmannsröben nicht zu verpflichten. Er kann sowohl in der Abwehr als auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden, ist ein absoluter Mentalitätsspieler und hat bereits mehrfach nachgewiesen, dass er erfolgsorientiert mit Druck umgehen kann. Nach sehr guten Gesprächen sind wir uns sicher, dass Jan Löhmannsröben sich voll in den Dienst der Mannschaft stellen wird und dem Team nach absolvierter Vorbereitung bei Hansa sofort helfen kann", erklärt Sportdirektor Ralf Minge.

Sportdirektor Ralf Minge
HFC-Sportdirektor Ralf Minge sah zuletzt Handlungsbedarf. Bildrechte: imago images/Picture Point

Schon in Magdeburg, Jena und Nordhausen

Löhmannsröben, in Kassel geboren, hat schon einige Stationen hinter sich: Vor Rostock war er bei Preußen Münster, Wacker Nordhausen, dem 1. FC Kaiserslautern, dem FC Carl Zeiss Jena und auch schon beim 1. FC Magdeburg. Die FCM-Vergangenheit betrachtete HFC-Sportchef Ralf Minge aber nicht als Stolperstein für einen Transfer.

Legendärer Cornflakes-Spruch

Löhmannsröben gilt als "Enfant terrible", der kein Blatt vor den Mund nimmt, gerne einmal feiert, sich auf Instagram darstellt und auch offen über Schönheits-Operationen plaudert. Legendär sein Spruch nach einem Spiel von Kaiserslautern in Zwickau 2018, als er sich über den Referee echauffierte: ""Wenn das ein Schiri ist, weiß ich nicht, Digga, dann soll der Cornflakes zählen gehen!" Damit landete er beim Fußball-Spruch des Jahres unter den besten Vier.

Viele Verletzte beim HFC

Sportlich macht der Transfer Sinn: Der HFC ist in eine Verletztenmisere geschlittert. Minge sagte der "Mitteldeutschen Zeitung": "Mit den vielen Langzeitverletzten sind Engpässe entstanden, die wir planerisch nicht abbilden konnten". Mit Louis Samson, Jannes Vollert, Sören Reddemann, Janek Sternberg, Justin Eilers, Fabian Menig, Toni Lindenhahn, Kebba Badjie und zuletzt auch Tom Zimmerschied fehlen dem HFC gleich neun Akteure. Am Sonntag (13:00 Uhr/live im Audio-Stream und im Live-Ticker in der Spio-App) kreuzt Aufstiegsaspirant 1860 München beim aktuell Tabellenachten HFC auf.

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cke

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 12. September 2021 | 15:30 Uhr

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