Fußball | DFB-Pokal RB Leipzig nach Elfmeterkrimi erstmals DFB-Pokalsieger

Finale

Was für ein Krimi! RB Leipzig hat sich im DFB-Pokalfinale den Titel geholt. RB lief gegen den SC Freiburg einem Rückstand hinterher, spielte mehr als 60 Minuten in Unterzahl und gewann am Ende im Elfmeterschießen.

RB Leipzig ist im dritten Anlauf erstmals DFB-Pokalsieger geworden. Die Leipziger setzten sich am Samstagabend (21.05.2022) gegen den SC Freiburg mit 5:3 (1:1, 1:1, 0:1) nach Elfmeterschießen durch. Nach 90 und 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden, dann verschossen die beiden Freiburger Christian Günter und Ermedin Demirovic. Leipzigs Schützen trafen dagegen alle.

Pokalfinale Freiburg vs. RB Leipzig - die Bilder

Packendes Pokalfinale zwischen RB Leipzig und dem SC Freiburg. Hier gibt es die Bilder zum dramatischen Endspiel.

Spielerkreis RB Leipzig
Alles bereit für das Pokalfinale in Berlin. Die Spieler, ... Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Spielerkreis RB Leipzig
Alles bereit für das Pokalfinale in Berlin. Die Spieler, ... Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Trainer Domenico Tedesco (RB Leipzig)
... RB-Trainer Domenico Tedesco ... Bildrechte: Picture Point
Trainer Christian Streich (SC Freiburg).
... und Freiburg-Coach Christian Streich ... Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Fans von RB Leipzig
... und mehr als 74.000 Fans, darunter etwa die Hälfte aus Leipzig. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Feuerwerk im Freiburger Fanblock
... sowie Freiburger Anhang. Bildrechte: Picture Point
Im Bild von links: Mohamed Simakan (2, RB Leipzig) vor Roland Sallai (22, Freiburg)
Das Spiel ist zunächst von Nervosität geprägt. Bildrechte: Picture Point
Maximilian Eggestein SC Freiburg, Tor 1:0 Eggestein.
Die erste Chance hat RB, doch nach nicht einmal 20. Minuten bringt Eggestein die Freiburger ... Bildrechte: IMAGO/Sportfoto Rudel
Maximilian Eggestein SC Freiburg erzielt das Tor zum 1:0.
... mit einem Schlenzer ins linke Eck in Führung. Bildrechte: IMAGO/Jan Huebner
Im Bild von links: Christopher Nkunku (18, RB Leipzig), Torwart Mark Flekken (26, Freiburg) und Nico Schlotterbeck (4, Freiburg)
Noch vor der Pause hätte RB ausgleichen können, doch bei der besten Chance klärt Schlotterbeck (re.) eine Nkunku-Chance (li.) kurz vor der Linie. Bildrechte: Picture Point
Im Bild von links: Lucas Höler / Hoeler (9, Freiburg) und Kevin Kampl (44, RB Leipzig)
In der zweiten Halbzeit übernimmt RB das Zepter - agiert aber wenig zwingend. Bildrechte: Picture Point
Marcel Halstenberg (23, RB Leipzig) verlässt nach Roter Karte das Feld
Doch nach 57 Minuten und einer Notbremse von Halstenberg ist RB plötzlich in Unterzahl. Bildrechte: dpa
Im Bild v.l.: Trainer Domenico Tedesco (RB Leipzig) und Co Trainer Andreas Hinkel (RB Leipzig)
RB-Coach Tedesco muss umstellen, bringt mit Olmo, Mukiele und Szoboszlai frischen Offensiv-Wind. Bildrechte: dpa
Christopher Nkunku (18, RB Leipzig) trifft gegen Torwart Mark Flekken (26, Freiburg) zum 1:1 Ausgleich.
Die Umstellungen bringen das 1:1 - Nkunku grätscht aus Nahdistanz zum Ausgleich ein. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Christopher Nkunku (18, RB Leipzig), Torjubel.
Großer Jubel bei Nkunku und RBL nach dem 1:1. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Im Bild von links: Nicolas Höfler / Hoefler (27, Freiburg) klärt vor Dani Olmo (25, RB Leipzig). Kein Elfmeter! ,
Nun entwickelt sich ein echter Krimi. Olmo kommt kurz vor Ende der regulären Spielzeit zu Fall, bekommt aber keinen Elfmeter. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Konrad Laimer (27, RB Leipzig) mit Beinkrämpfen.
So geht es in die Verlängerung. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
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Nervöser Beginn

Es war ein nervöser Start der beiden Finalisten, die erstmals in ihrer Vereinsgeschichte den DFB-Pokal holen konnten. Die Anfangsphase war geprägt von vielen Fehlabspielen, versprungenen Bällen und großer Hektik auf dem Rasen. Freiburg war bissiger, spielte gefälliger. Trotzdem hatte RB die erste Chance im Spiel: Emil Forsberg setzte sich links durch, scheiterte aber an DC-Keeper Mark Flekken (14.).

SCF-Führung trotz Handspiel

Fünf Minuten später führte Freiburg – und zwar äußerst umstritten: Ein Ball von links sprang Roland Sallai an die Hand, den Abpraller verwandelte Maxi Eggestein zum 1:0 für die Breisgauer (19.). Die Leipziger Spieler protestierten, doch Referee Sascha Stegemann entschied auf unabsichtliches Handspiel und ließ das Tor gelten.

Großchance Nkunku

Leipzig brauchte nun, um sich zu erholen. Freiburg erschwerte das Leipziger Spiel und hielt aggressiv dagegen, zeitweise hatte der SCF eine Zweikampfquote von 70 Prozent. Doch die Freiburger konnten auch ihre Nervosität nicht ablegen. Und so hätte Christopher Nkunku kurz nach dem Rückstand den Ausgleich erzielen können: Der Leipziger Top-Torjäger spritzte in eine verunglückte Kopfball-Rückgabe von Lucas Höler und hatte das leere Tor vor sich. Seinen Torschuss schlug aber Nico Schlotterbeck noch von der Linie (24.).

RB: Verzweiflung und Unterzahl

Je länger die Spielzeit, desto dominanter agierte RB Leipzig. Vor allem in der Phase nach dem Wechsel drängte RB die Freiburger tief in die eigene Hälfte. Chancen ergaben sich für RB aber nicht. Stattdessen rannte RB bald in Unterzahl an: Marcel Halstenberg holte den durchgestarteten Höler von den Beinen und sah dafür Rot (57.). RB-Trainer Domenico Tedesco wechselte mit Dominik Szoboszlai, Nordi Mukiele und Dani Olmo schnelle und schussstarke Spieler ein – doch RB rannte mehr und mehr planlos an.

Nkunku bringt RBL zurück

Bis in der 76. Minute Christopher Nkunku RB erlöste: Nach langer Flanke von Konrad Laimer und Kopfballverlängerung von Willi Orban grätschte Nkunku den Ball aus spitzem Winkel zum Jubel der 35.000 RB-Fans im ausverkaufen Olympiastadion ins Netz. Nun entwickelte sich ein offenes Spiel, für Freiburg hatte der eingewechselte Ermedin Demirovic die erneute Führung auf dem Kopf (85.), scheiterte aber ebenso wie auf der anderen Seite Dani Olmo (86.) und Nordi Mukiele (90. + 3.)

Freiburger Großchancen in der Verlängerung

So ging es in die Verlängerung, in der zunächst der Sportclub dominierte. Die größte Chance zur Entscheidung vergab Demirovic, der nach einem Pfostenschuss von Janik Haberer den Ball aus Nahdistanz über statt in das Tor schoss (103.). Nach dem Wechsel in der Verlängerung traf Haberer mit einem Volley-Knaller die Latte (114.). Für RB hätte Nkunku die Führung erzielen können, kam nach Mukiele-Pass aber um Zentimeter zu spät (102.). Kurz vor dem Ende der Verlängerung brachte Nicolas Höfler Olmo im Strafraum zu Fall, Stegemann entschied sich nach Ansicht der Videobilder gegen einen Elfmeter (117.). Diese gab es dann im Elfmeterschießen zuhauf.

Elfmeterschießen: Zwei Freiburger mit Nerven

Dort trafen alle Leipziger sicher. Nkunku, Orban, Olmo, Benjamin Henrichs verwandelten. Bei Freiburg schoss Christian Günter aber weit drüber, Demirovic traf nur die Unterkante der Latte - so fiel die Entscheidung bereits vor dem letzten RB-Schützen. Demirovic fiel nach seinem verschossenen Elfer auf die Knie. Leipzigs Spieler rannten dagegen auf den Rasen und feierten den ersten großen Titel nach nur 13 Jahren nach Vereinsgründung.

Sport

Christian Günther, SC Freiburg, enttäuscht nach seinem verschossenen Elfmeter. 1 min
Bildrechte: IMAGO/Matthias Koch
1 min

Noch einmal mitfiebern: Hier gibt es den letzten Elfer im Elfmeterschießen des DFB-Pokalfinals zwischen dem SC Freiburg und RB Leipzig.

Sa 21.05.2022 23:28Uhr 00:56 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-elfmeterschiessen-sc-freiburg-rb-leipzig-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Stimmen zum Spiel

Domenico Tedesco (Leipzig): "Es war ein sehr gutes Spiel von uns, vor allem in der zweiten Halbzeit in Unterzahl. Wir sind sehr, sehr glücklich. Ich kann es noch gar nicht so richtig realisieren, es fühlt sich sehr gut an. Ich kann die Jungs nur loben für diese Wahnsinnsleistung. Die Mannschaft war total intakt, ich habe ein bisschen was verändert, ein paar Stellschrauben."

Christian Streich (Freiburg): "Wir haben eine wahnsinnig tolle Saison gespielt, eine super erste Halbzeit. Als wir dann geführt haben und die Rote Karte kam, hatten wir ein ganz klein bisschen Angst, da haben wir den ein oder anderen Ball zu lang gespielt. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, wir spielen nächstes Jahr Europapokal. Die Fans sind dankbar, das ist auch richtig so, die Mannschaft leistet Unglaubliches."

Oliver Mintzlaff (Geschäftsführer RB Leipzig): "Es ist Wahnsinn. Wir haben 60 Minuten in Unterzahl gespielt, wir haben eine miserable erste Halbzeit gespielt, sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Wir mussten aus der Kabine ein anderes Gesicht zeigen, haben dann eine verdiente Rote Karte bekommen. Es ist unfassbar, das ist der erste große Titel in unserer jungen Vereinsgeschichte. Das braucht jetzt ein bisschen, um anzukommen. Wir müssen jetzt erstmal sacken lassen. Ich werde mir die Zeit nehmen, diesen Erfolg zu genießen."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 22. Mai 2022 | 21:45 Uhr

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