Fußball | Regionalliga Erfurts Erfolgswelle brandet am abgezockten Berliner AK

4. Spieltag

Rot-Weiß Erfurts Erfolgsserie von drei ungeschlagenen Spielen endete beim Flutlichtspiel gegen Tabellenführer Berliner AK. Die humorlose Berliner Defensivabteilung war für den hektischen Oberligaaufsteiger eine Nummer zu groß.

Die Gäste aus Berlin starteten mit der selben Elf wie zuletzt beim 2:0-Sieg gegen Halberstadt. Auch RWE-Trainer Fabian Gerber vertraute mit einer Ausnahme der selben Startaufstellung, die vergangene Woche den 4:1-Auswärtssieg gegen Meuselwitz eingeleitet hatte. Der zuletzt erfolgreich als Joker eingesetzte Simon Noah Roscher ersetzte den kurzfristig verletzten Romario Hajrulla in der Doppelspitze.

Unter Flutlicht und stürmischen Vorzeichen - der Deutsche Wetterdienst hatte im Vorfeld vor starken Unwettern in Thüringen gewarnt - entwickelte sich schnell ein energisches Fußballspiel. Erfurt lief die Berliner sofort hoch an und erzwang schon zu Beginn viele Ballverluste. Das durch sehr kurze Ballbesitzphasen geprägte Spiel wurde dann in der 11. Minute auf den Kopf gestellt, als ein Freistoß von Patrick Sussek aus 30 Metern an Freund und Feind vorbei halbhoch im Torwarteck einschlug. Der verdutzte Franco Flückiger hatte die Flugbahn des überschaubar hart geschossenen Balls komplett falsch eingeschätzt und wurde eiskalt erwischt.

Rot-Weiß Erfurt daraufhin gehemmt

In der Folge hatten die geschockten Erfurter sichtliche Schwierigkeiten, sich von dem Rückschlag zu erholen und ließen sich vom in Fahrt gekommenen BAK in ihre eigene Hälfte schnüren. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit schaffte es der auffällige Seidmann, auf seiner rechten Seite für vereinzelte Entlastungen zu sorgen. So richtig gefährlich wurden seine Hereingaben aber nicht. Erfurts unscheinbare Doppelspitze aus Simon Noah Roscher und Nazzareno Ciccarelli wurden durch Berlins disziplinierte Grundsicherung nur wenige Freiräume gewährt.

Erfurter Fans feiern die Mannschaft
Die 4.500 Erfurter Fans waren unter Flutlicht direkt auf Betriebstemperatur Bildrechte: IMAGO/Karina Hessland

Zwei Wechsel zur Pause

RWE-Coach Gerber reagierte schon in der Pause und brachte mit Schwarz und Tavares zwei neue Inspirationsquellen für die Offensive. Beide Mannschaften nahmen trotzdem die Hektik aus der ersten Halbzeit auch in die zweite Hälfte mit. Es gab viele Ungenauigkeiten und schnell wechselnden Ballbesitz. In der 58. Minute verpasst Seidmann in der Szene des Spiels den Ausgleich, nachdem er durch eine Schnittstelle in die Tiefe geschickt seelenruhig den herauslaufenden Zwick umkurvte, um dann aufs vermeintlich leere Tor zu schießen - dort aber lauerte der pfeilschnelle Schulz und verhinderte das sicher geglaubte Tor durch eine spektakuläre Fluggrätsche.

Erfurt findet keine Lösung

Erfurts Offensivbemühungen hatten im weiteren Spielverlauf weder Hand noch Fuß. Die meisten Bälle in die Spitze konnten vom aufmerksamen Zwick ohne Probleme abgefangen werden. Mit zunehmender Spieldauer ließ sich BAK immer weiter zurück fallen und überließ den immer hektischer werdenden Erfurtern den Ball. Der Plan ging auf: RWE kam bis auf einen weitergeleiteten Eckball in der 68. Minute, den Manu aus fünf Metern über den Querbalken drosch, nicht mehr gefährlich vors Berliner Tor.

Der Berliner AK bejubelt den Sieg gegen Rot-Weiß Erfurt
Nach dem erlösenden Schlusspfiff sprinten die Berliner zum weiterhin unbezwungenen Zwick Bildrechte: MDR

Der Berliner AK blieb somit auch im vierten Saisonspiel ohne Gegentor und steht damit eine weitere Woche verdient an der Tabellenspitze. Für Rot-Weiß Erfurt endete eine überraschende Punkteserie an einem zu abgezockten Gegner. Übernächsten Samstag (10.09., 14 Uhr) trifft RWE auf den ebenso ungeschlagen in die Saison gestarteten Chemnitzer FC.

Das letzte Mal Flutlicht-Atmosphäre im Steigerwaldstadion

Für die stimmungsvollen 4.503 Erfurter war es wahrscheinlich das letzte Abendspiel mit Flutlicht-Atmosphäre im Steigerwaldstadion für eine lange Zeit. Wegen der gestiegenen Energiekosten will der klamme Regionalligist vorerst auf den Einsatz seiner Flutlichtanlage verzichten.

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jas

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 27. August 2022 | 16:00 Uhr

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