Fußball | Regionalliga Nordost Hajrulla-Doppelpack beschert Rot-Weiß Erfurt einen Punkt gegen Energie Cottbus

15. Spieltag

Rot-Weiß Erfurt ärgert auch Energie Cottbus und bleibt Tabellenführer in der Regionalliga Nordost. Nach einem 0:2-Rückstand kamen die Thüringer vor einer Traumkulisse innerhalb von vier Minuten zurück.

Rot-Weiß Erfurt - Energie Cottbus 4 min
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Das Spitzenspiel in der Regionalliga Nordost zwischen Rot-Weiß Erfurt und Energie Cottbus endete vor 7.400 (!) Zuschauern 2:2. Damit bleibt Aufsteiger Erfurt Spitzenreiter, gefolgt von Cottbus. Über den Punkt konnten sich nur die Thüringer freuen. Energie sah nach dem 2:0 wie der sichere Sieger aus, verspielte den Punkt aber innerhalb weniger Minuten. Zum Matchwinner wurde Erfurts Romarjo Hajrulla, der beide Tore erzielte. Energie-Trainer Pele Wollitz frustriert: "Wenn du kühlen Kopf bewahrst, kannst du auf Platz eins bleiben. Das haben wir nicht geschafft. Für uns sind es zwei verlorene Punkte."

Ex-Jenaer trifft für Cottbus in Erfurt

Beschnuppern hieß die Devise in den ersten Minuten. Beide Mannschaften schoben eine ruhige Kugel und wagten sich nicht aus der Deckung. Der erste Standard führte zur Führung. Während die Ecke von Maximilian Oesterhelweg noch geklärt wurde, nutzte der Erfurter den zweiten Ball zu einer mustergültigen Flanke auf den zweiten Pfosten. Dort stand der aufgerückte Dennis Slamar völlig frei und traf mit der Innenseite aus Nahdistanz zur Führung. Ironie des Schicksals, dass mit Slamar und Oesterhelweg ausgerechnet zwei frühere Jenaer entscheidend am Führungstor beteiligt waren.

Energie versuchte das Spiel danach zu kontrollieren und hatte die torgefährlicheren Szenen. Die beste Chance zum 2:0 vergab Amel Kujovic, der nach einem herrlichem Rückpass freistehend aus 13 Metern kläglich am Tor von Franco Flückiger vorbei schoss.

Und Erfurt? War kämpferisch ebenbürtig und vor allem nach Standards gefährlich. Nach einer Ecke schraubte sich Innenverteidiger Manu in die Lüfte und köpfte wuchtig ans Lattenkreuz (27.). Die Schussversuche von Mergel und Tavares verfehlten das Tor von Elias Bethke dagegen meist deutlich.

Energie Cottbus erhöht auf 2:0

Nach dem Wechsel war das Spiel zerfahren. Erfurt mühte sich, kam aber nicht zu Torchancen. Die verbuchten nur die Gäste aus der Lausitz. Erst scheiterte Hottmann aus spitzem Winkel, weil er sich nicht zwischen Torschuss und Eingabe entscheiden konnte. Danach tankte sich Kentu Malcolm Badu im Strafraum durch, schlenzte den Ball aber am Kasten vorbei. Das 2:0 lag in der Luft und fiel in der 68. Minute tatsächlich. Erfurt verteidigte schlampig, Borgmann hatte alle Zeit der Welt, um Wähling zu bedienen, der traf ins kurze Eck, weil Flückiger mit einer Eingabe rechnete.

Erfurter Spieler bejubeln das 2:2 gegen Cottbus 2 min
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Joker stechen - Hajrulla trifft

War es das für die Thüringer? Pustekuchen! Trainer Fabian Gerber wechselte mit Robbie Fleßberg und Nazzareno Ciccarelli zwei Glücksbringer ein. Fleßberg setzte wenige Sekunden nach seiner Einwechslung Hajrulla in Szene, der abgekocht aus zwölf Metern ins lange Eck schob: 1:2. Angetrieben von den Fans machte Erfurt weiter Druck und traf erneut. Ein auf den kurzen Pfosten getretener Eckball von Ciccarelli landete auf dem Kopf von Hajrulla: 2:2 (79.). Das Stadion bebte und erlebte eine dramatische Schlussphase, in der beide Mannschaften auf Sieg spielten. Am Ende blieb es in einem umkämpften Spitzenspiel bei der Punkteteilung.

Robbie Felßberg und Romario Hajrulla (Erfurt) jubeln über das 2:1 gegen Energie Cottbus
Robbie Felßberg und Romario Hajrulla (Erfurt) jubeln über das 2:1 gegen Energie Cottbus. Bildrechte: IMAGO/Bild13

Stimmen zum Spiel

Energie-Trainer Pele Wollitz: "Nach dem 1:0 hatten wir Glück, dass der Kopfball nur an die Latte ging. Wir hatten das Spiel in der ersten Halbzeit fußballerisch im Griff und hatten gute Ansätze. Nach dem 2:0 denkst Du natürlich schon an den Sieg. Ich weiß nicht, ob dem 1:2 ein Foulspiel vorausging. Direkt vor dem 2:2 wechseln wir, dass war auch nicht gerade gut. Am Ende musst du aufpassen, dass du nicht noch verlierst."

RWE-Trainer Fabian Gerber: "Wenn man 0:2 zu Hause zurückliegt, kann man mit dem Punkt gegen einen Topgegner wie Cottbus sehr gut leben. Wir haben den Punkt verdient und haben schon in der ersten Halbzeit viel investiert. Wir sind unglücklich mit einem Rückstand in die Pause gegangen. Viele Mannschaften wären nach 0:2 auseinander gebrochen. Wir nicht. Unsere Wechsel haben neuen Schwung gebracht und nach dem 1:2 war klar, dass wir noch die Chance zum Ausgleich bekommen. Es war ein hochverdienter Punkt für uns. Natürlich gehört auch Glück dazu, aber es war vor allem eine Riesenleistung meiner Mannschaft - von der ersten bis zur letzten Minute. Wir haben Cottbus viele Probleme bereitet."

Erfurt hat noch zwei schwere Kaliber vor der Brust

Rot-Weiß Erfurt hat bis zur Winterpause noch zwei Spiele vor der Brust. Kommenden Sonntag (11.12.2022) gastiert der Aufsteiger bei Chemie Leipzig. Zum Jahresabschluss kommt die VSG Altglienicke ins Steigerwaldstadion. Danach wolle man sich zusammensetzen und die Saisonziele neu besprechen, hatte Gerber im Interview mit "Sport im Osten" vor dem Spiel gesagt.

Sanny Stephan

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Thüringenjournal | 04. Dezember 2022 | 19:00 Uhr

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