Fußball | Regionalliga Rot-Weiß Erfurt: Insolvenzplan dank neuem Investor

Insolvenzverwalter Volker Reinhardt hat einen Insolvenzplan für Fußball-Regionalligist FC Rot-Weiß Erfurt vorgelegt. Möglich ist das geworden, weil Reinhardt einen Investor gefunden, der frisches Geld in die Insolvenzmasse zahlt. Bedingung: Der Insolvenzplan muss von den Gläubigern angenommen werden. Es gibt allerdings noch einige Unwägbarkeiten.

Insolvenzverwalter Volker Reinhardt vor dem Gebäude des FC RWE
Volker Reinhardt Bildrechte: IMAGO / Bild13

Das Verhältnis zwischen den Gläubigern von Rot-Weiß Erfurt und Insolvenzverwalter Volker Reinhardt ist nicht das beste. Bei der letzten Versammlung im April hatten die Gläubiger Reinhardts Pläne blockiert und damit die Finanzierung des Insolvenzplans verhindert. Damals ging es um die Zustimmung für außergerichtliche Vergleiche, die eine sechsstellige Summe in die Insolvenzmasse gespült hätten.

Reinhard findet offensichtlich einen Investor

Um den Insolvenzplan dennoch aufzustellen, hat Reinhardt offensichtlich einen Geldgeber gefunden. Der erklärt sich bereit, frisches Geld in die Insolvenzmasse zu zahlen - allerdings nur, wenn der Plan angenommen wird. Wer der Investor ist und um wieviel Geld es sich handelt, wollte Reinhardt nicht preisgeben. Der Investor ist nötig, weil laut Insolvenzrecht die Gläubiger durch einen Insolvenzplan eine bessere Quote erhalten müssen, als im Regelverfahren. "Eine feste Quote steht noch nicht im Insolvenzplan", sagt Reinhardt. Denn es gebe noch zu viele Unwägbarkeiten.

Bislang ist noch keines der angekündigten Insolvenzanfechtungsverfahren vor einem Gericht verhandelt worden. Darüber könnten mehrere Millionen Euro in die Insolvenzmasse fließen und die Quote für die Gläubiger nach oben treiben. Im Insolvenzplan gibt es laut Reinhardt mehrere Szenarien. Das mittlere Szenario sieht eine achtprozentige Quote für die Gläubiger vor - immer abhängig vom Erfolg der Anfechtungsverfahren.

RWE-Präsident Fuchs mit gedämpftem Optimismus

Im Moment scheint es so, als ob die Gläubiger tendenziell skeptisch sind. In der entscheidenden Gläubigerversammlung wird über die Annahme des Insolvenzplans abgestimmt. RWE-Präsident Lars Fuchs kündigte gegenüber dem MDR an: "Wir werden als Verein gemeinsam mit Herrn Reinhardt auf die Gläubiger zu gehen. Damit klar wird, der Plan kommt nicht nur vom Insolvenzverwalter, sondern wird vom ganzen Verein unterstützt." Fuchs gibt sich gedämpft optimistisch: "Wir können noch nicht die Sektkorken knallen lassen. Aber vielleicht den Sekt schon kaltstellen."

Warten Gläubiger noch auf ein Rechtsgutachten?

Ob die Gläubiger diese Quote und damit auch den Insolvenzplan annehmen, entscheidet sich auf der Gläubigerversammlung. Die könnte nach Reinhardts Einschätzung Ende August, Anfang September stattfinden. Aus Gläubigerkreisen ist zu hören, dass man dem Insolvenzplan erst zustimmen wird, wenn ein Rechtsgutachten vorliegt, dass das Amtsgericht Erfurt in Auftrag gegeben hat.

Dieses Rechtsgutachten soll mögliche Verfehlungen von Reinhardt während des Insolvenzverfahrens final bewerten. Sollte es gegen ihn ausfallen, müsste er als Insolvenzverwalter abgezogen werden. Ein neuer Insolvenzverwalter müsste eingesetzt werden - das würde aller Voraussicht nach zu einer massiven Verlängerung des Verfahrens führen. Den nächsten ganz praktischen Schritt muss das Insolvenzgericht Erfurt machen. Es muss den Insolvenzplan nämlich annehmen. Diese Entscheidung wird voraussichtlich in den nächsten drei Wochen fallen.

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red

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MDR THÜRINGEN JOURNAL So 15.05.2022 19:00Uhr 01:19 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | THÜRINGEN-JOURNAL | 07. Juli 2022 | 19:00 Uhr

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