Warum schämen wir uns (nicht)?

Warum wir uns (nicht) schämen

Eine junge Frau schießt ein Selfie, ein junger Mann neben ihr verbirgt sein Gesicht vor Scham. Schriftzug: Warum schämen wir uns (nicht)?
Bildrechte: MDR/Panther Media

Der Struwwelpeter von Heinrich Hoffmann. Hier  in der bereits 400. Ausgabe von 1917.
Die Scham des Struwwelpeters und all der anderen Figuren, deren Verstöße gegen gesellschaftliche Normen schreckliche Folgen haben, ist tief in der deutschen Erziehung verankert. Das Buch erschien erstmals 1845 und zeigt, worüber sich Kinder schämen sollen. Bildrechte: Rütten & Loening
Der Struwwelpeter von Heinrich Hoffmann. Hier  in der bereits 400. Ausgabe von 1917.
Die Scham des Struwwelpeters und all der anderen Figuren, deren Verstöße gegen gesellschaftliche Normen schreckliche Folgen haben, ist tief in der deutschen Erziehung verankert. Das Buch erschien erstmals 1845 und zeigt, worüber sich Kinder schämen sollen. Bildrechte: Rütten & Loening
Juden schrubben die Straße, dahinter stehen Nazis
Im April 1938 in Wien - Nazis zwingen jüdische Bürger, den Boden vor ihren Füßen zu schrubben. Hier dient Beschämung als Mittel zur Erniedrigung und Vorführung von Macht. Bildrechte: imago/ZUMA/Keystone
Männer in Uniform und Hakenkreuzarmbinde hinter umstelen einen Mann und eine Frau
Während der Naziherrschaft werden ein Mann und eine Frau wegen ihrer Verbindung öffentlich bloßgestellt. Bildrechte: imago/ZUMA/Keystone
Junge Männer in einem Camp zeigen ihre Hände
Besonders in der Erziehung der Hitlerjugend spielt die Angst vor öffentlicher Beschämung - in dem Fall bei der Fingernägel-Kontrolle - eine tragende Rolle. Wer hier mit Trauerrändern unter den Nägeln auffällt, riskiert öffentliche Beschämung und Spott aus der "Gemeinschaft". Bildrechte: imago/United Archives International
Zwei Männer schneiden 2 Frauen die Haare ab.
Französische Frauen, die sich mit deutschen Soldaten eingelassen hatten: Ihr Verhalten wird öffentlich gemacht, sie werden aus der Gemeinschaft verstoßen, in dem ihnen auf Marktplätzen die Haare geschnitten und abrasiert werden. Bildrechte: imago/United Archives International
Ein Schulmädchen steht an der Tür zum Klassenzimmer
Scham und Beschämung spielen in der Schule bis heute eine Rolle, manchmal durch Rauswürfe, manchmal durch Aussagen "Wenn du das nicht weißt, gehörst du nicht in diese Klasse/ins Gymnasium". Auch hier spielt die Machtstruktur im Unterricht eine große Rolle - und natürlich die Persönlichkeit der Lehrkraft. Bildrechte: imago/Panthermedia
Bettelnde, alte Frau
Die Scham zu betteln ist der Frau anzusehen. Sie ist auch ohnmächtig angesichts des Fotografen und versucht ihn abzuwehren. Ohnmacht ist laut Psychologe Micha Hilgers wesentlicher Teil der Scham. Menschen, die gedemütigt fühlen, können außerordentlich agressiv werden - einer der häufigsten Auslöser für häusliche Gewalt durch Männer. Bildrechte: imago/imagebroker/begsteiger
Ein Mädchen wird von Mitschülern gehänselt
Öffentliche Beschämung geht heute digital - sie hat eine viel größere Reichweite und endet auch nicht damit, dass man wie früher aus dem Pranger oder dem Schandkorb entlassen wird. Bildrechte: imago/photothek
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