Infektionslage am 23. November Corona-Inzidenz jetzt unter 200 – Grippe erreicht Herbstrekord

Die Zahl der bestätigten Covid-19 Infektionen ist weiter rückläufig, während andere Viren weiter überdurchschnittlich stark zirkulieren. Besonders Influenza verbreitet sich aktuell wie sonst erst im Januar.

Niesender Mann liegt unter Decken auf einer Couch, daneben stehen Medikamente auf einem Beistelltisch.
Corona ist zwar auf dem Rückzug, dafür breiten sich jetzt die Grippe und andere Erkältungserreger wieder stark aus. Bildrechte: Colourbox.de

Am vergangenen Samstag (19.11.) ist die bundesweite 7-Tage-Inzidenz bei Corona erstmals seit über einem Jahr unter die Marke von 200 gefallen. Zwar dürfte die Dunkelziffer höher liegen, da viele Menschen bei einer Infektion inzwischen auf Schnelltests vertrauen und auf den Nachweis via PCR-Test verzichten und nur die positiven PCR-Ergebnisse in der offiziellen Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) erfasst werden. Doch der Trend ist klar: Sars-Coronavirus-2 ist trotz neuer Varianten weiter auf dem Rückzug.

Die BQ.1.1. Variante, bei der Forscher ein neues Potenzial zur Immunflucht sehen, breitet sich zwar aus. Dominant in Deutschland ist aber weiterhin die etwas weniger stark veränderte BF.7 Linie, ein direkter Subtyp von BA.5, die weiterhin für 94 Prozent der Coronainfektionen in Deutschland sorgt. Anders sieht es dagegen bei Influenza aus.

Doppelinfektion mit Grippe und Corona gemeldet

Die Zahl der durch Laborergebnisse bestätigten Infektionen mit Grippeerregern erreichte in der Woche bis zum 13. November mit 3.240 einen neuen Rekord für die aktuelle Jahreszeit. In starken Grippewintern, etwa der Saison 2017/2018, wurden solche Zahlen erst Anfang Januar erreicht. Deswegen stuft das RKI das Infektionsgeschehen bereits seit Ende Oktober als Grippewelle ein.

Dabei erfüllt sich inzwischen in geringem Umfang eine Befürchtung, die einige Virologen schon geäußert hatten: Es kommt zu Doppelinfektionen mit mehreren Erregern und damit zu potenziell sehr schwer verlaufenden Erkrankungen. 15 solcher Doppelinfektionen haben Labore dem RKI in der Kalenderwoche 45 gemeldet, darunter ein Fall einer H1N1 Influenza und Corona.

Grippeimpfung passt gut zur zirkulierenden Influenzaviren

Aktuell fallen nach RKI-Angaben rund 30 Prozent der Influenzatests positiv aus. Das ist einerseits eine weitere Steigerung gegenüber der Vorwoche, andererseits wie schon bei Coronawellen ein Hinweis darauf, dass die Dunkelziffer unerkannter Influenza-Infektionen möglicherweise noch höher liegt. Insgesamt haben Labore seit Anfang Oktober fast 12.000 Infektionen mit Grippeviren festgestellt. Aktuell seien Bayern und Nordrhein-Westfalen Schwerpunkte bei der Grippe, so der Influenza-Wochenbericht. Rund 1.600 Personen mussten seit Herbst deswegen in Kliniken behandelt werden.

Eine positive Nachricht vermelden die Forschenden des RKIs aus dem Labor: Beim Test, wie gut die zirkulierenden Grippeviren mit denen übereinstimmen, gegen die sich die Grippeimpfung richtet, zeigt sich: Bislang stimmen beide Gruppen weitgehend überein.

Eine gute Wirksamkeit der Grippeimpfung ist also wahrscheinlich. Doch erlaubten diese Untersuchungen laut RKI "keine vollständigen Aussagen zur Wirksamkeit der Impfstoffe, da hier noch andere Faktoren berücksichtigt werden müssen". Dazu zählen etwa der Abstand zur letzten Impfung, die Zahl früherer Infektionen und Impfungen, das Alter sowie die Menge der eingeatmeten Viren und weitere Randbedingungen.

Vor allem Kinder und junge Erwachsene erkältet

Auch bei den übrigen Erkältungen herrscht weiterhin Hochsaison. In der 45. Kalenderwoche waren laut Schätzungen rund 6,7 Prozent der Deutschen mit einem Atemwegserreger infiziert. Das entspricht etwa 5,6 Millionen Personen und ist ein leichter Anstieg um 0,6 Prozent gegenüber der Vorwoche. Schwerpunktmäßig seien vor allem Kinder und junge Erwachsene bis 34 Jahre betroffen.

(ens)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. November 2022 | 11:00 Uhr

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