Sars-CoV-2 Keine Superimmunität nach mildem Omikron Impfdurchbruch

Forscher haben Antikörperwerte verschiedener Gruppen geimpfter Patienten nach einem Impfdurchbruch untersucht. Ergebnis: Bei der Deltavariante stiegen die Antikörper steil an, bei Omikron dagegen kaum.

Eine Frau putzt sich die Nase.
Viele Menschen erleben bei einer Durchbruchsinfektion mit Omikron milde Erkältungssymptome. Labordaten legen den Schluss nahe, dass Patienten dabei nur wenig neue Antikörper bilden. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Ukrainian News

Immer wieder haben Studien belegt, dass Geimpfte nach einem Impfdurchbruch genau wie Genesene mit einer Booster-Impfung extrem hohe Werte an Antikörpern und T-Zellen gegen das Virus entwickeln. Forscher sprechen daher auch von Superimmunität. Doch eine neue Studie nährt nun den Verdacht, dass das nur für Durchbruchsinfektionen mit früheren Varianten galt.

Nach einem relativ mild verlaufenden Durchbruch mit der Omikron-Variante zeigten zweifach geimpfte Untersuchungspersonen lediglich leicht erhöhte Antikörperwerte gegen Omikron. Im Vergleich mit geboosterten Patienten hatten sie dagegen sogar weniger Antikörper gegen das Ursprungsvirus. Das könnte laut den Forschenden ein Hinweis darauf sein, dass durch Omikron ein höheres Risiko von Zweitinfektionen ausgeht.

Impfdurchbruch mit Delta: Viel höhere Antikörper Titer als nach Durchbruch mit Omikron

In der im Fachblatt Cell veröffentlichten Studie untersuchten die Wissenschaftler um Charles Chiu von der Universität San Francisco insgesamt 259 Serumproben von 128 Versuchsteilnehmern, die vor der Impfung nicht infiziert waren. Die Teilnehmer ließen sich in vier Gruppen einsortieren: doppelt Geimpfte, dreifach Geimpfte (also mit Booster), Geimpfte (einige davon mit Booster), die durch Delta einen Impfdurchbruch erlitten und Geimpfte (einige davon mit Booster), denen das mit Omikron passierte.

Bei einem Durchbruch mit Delta stiegen die Antikörperwerte (Titer) gegen das Wildtypvirus um den Faktor 57 im Vergleich mit den nicht infizierten, zweifach Geimpften. Sogar gegenüber den Geboosterten lagen sie noch um das 3,1-fache höher. Bei einem Durchbruch mit Omikron dagegen stiegen die Titer gegen den Wildtyp im Vergleich mit den zweifach Geimpften nur um das 5,8-fache. Im Vergleich mit Geboosterten dagegen waren die Titer sogar niedriger und zwar um das 3,1-fache.

Omikron-Impfdurchbruch bringt Antikörper gegen Omikron

Im Vergleich beider Gruppen von Durchbruchsinfektionen zueinander hatten die Personen nach der Infektion mit Delta 10,1-fach höhere Titer als nach Omikron. Eine mögliche Ursache könnte dabei die Stärke der Symptome bei der Infektion sein, glauben die Forscher. Während nur 28,6 Prozent der Delta-Impfdurchbrüche mild verliefen, waren es bei Omikron 55 Prozent.

Allerdings zeigten die Versuchspersonen mit Omikron-Impfdurchbruch immerhin zu 65 Prozent neutralisierende Antikörper gegen das lebende Virus der Omikron-Variante. Diese Werte legen einen gewissen Schutz vor einer erneuten Infektion mit Omikron nahe. Die Autoren der Studie fürchten allerdings, dass dieser Schutz nur kürzer hält als bei früheren Varianten.

(ens)