Impfdurchbrüche 1.993 Covid-Tote unter 60 Jahren seit Februar – einer war vollständig geimpft

Die erhobenen Zahlen, seit es Impfungen gegen Sars-Cov-2 gibt, sprechen Bände. Es dürfte tatsächlich wahr sein, dass Impfungen nützlich sind.

Diese Zahlen-Gegenüberstellung illustriert den Nutzen der Impfungen vermutlich schon recht gut. Aber wir gehen noch ein bisschen weiter ins Detail.

Impfdurchbrüche – dieses Wort ist seit Wochen Teil von News und Fake News. Wie sehen die Fakten dazu aus? Im aktuellen RKI-Wochenbericht ist neben höchst bemerkenswerten Zahlen auch die Definition für "wahrscheinliche Impfdurchbrüche" zu finden:
"Ein wahrscheinlicher Impfdurchbruch ist definiert als SARS-CoV-2-Infektion mit klinischer Symptomatik, die bei einer vollständig geimpften Person mittels PCR oder Erregerisolierung diagnostiziert wurde. Ein vollständiger Impfschutz wird angenommen, wenn nach einer abgeschlossenen Impfserie (2 Dosen Moderna-, BioNTech- oder AstraZeneca-Vakzine bzw. 1 Dosis Janssen-Vakzine) mindestens zwei Wochen vergangen sind."

Verkürzt (und so verstehen es wohl ohnehin alle) könnte man also sagen:
Vollständig geimpft + trotzdem Covid-19 mit Symptomen bekommen = Impfdurchbruch.

Durchgängige Zahlen seit Februar

Aus der Definition lässt sich übrigens auch ableiten, warum die Impfdurchbrüche erst seit Anfang Februar (Kalenderwoche 5) erfasst werden. Erst dann gab es die ersten vollständig Geimpften.

Seitdem hat es insgesamt 39.228 wahrscheinliche Impfdurchbrüche gegeben. Für sich betrachtet, eine recht hohe Zahl. Nicht aber, wenn man sie zu allen symptomatischen Fällen ins Verhältnis setzt. Das waren im selben Zeitraum 1.112.575. Mit anderen Worten: 3,5 Prozent aller symptomatisch Infizierten waren vollständig geimpft. Oder umgekehrt: 96,5 Prozent waren nicht vollständig geimpft.

Innerhalb der 3,5 Prozent lässt sich allerdings feststellen, dass Impfdurchbrüche bei höherem Alter etwas öfter geschehen sind. Im Diagramm können Sie die verschiedenen Altersgruppen auswählen.

So weit zu den Erkrankungen mit Symptomen. Symptome können auch leicht sein. Jetzt widmen wir uns den schweren Verläufen, also der Frage, wie wichtig der Impfstatus ist, wenn es darum geht, ob eine infizierte Person ins Krankenhaus oder auf die Intensivstation muss – oder ob sie sogar stirbt. Und da sind die Anteile der Ungeimpften nochmal größer.

Von allen Covid-19-Krankenhauspatienten waren 98,1 Prozent nicht vollständig geimpft, die einzelnen Altersgruppen können Sie im folgenden Diagramm auswählen.

Auf den Intensivstationen ist die Verteilung ähnlich. 1,8 Prozent der Fälle galten als wahrscheinliche Impfdurchbrüche, 98,2 Prozent waren also nicht vollständig geimpft. Auch hier gibt es Unterschiede zwischen den Altersgruppen, die sie sich im Diagramm anzeigen lassen können.

Und von allen an oder mit Covid-19 verstorbenen Menschen waren 97,8 Prozent nicht vollständig geimpft, der Impfdurchbruch-Anteil liegt also bei 2,2 Prozent. Allerdings ist er aktuell im Steigen begriffen, vor allem bei älteren Menschen. Das könnte daran liegen, dass die ältesten Menschen zuerst geimpft wurden (meist vor mehr als einem halben Jahr) und ihr Schutz nun vielleicht schon wieder nachlässt – was wiederum die Wichtigkeit von Auffrischungsimpfungen erahnen lässt.

Außerdem ist zu erwähnen, dass von allen vollständig geimpften Verstorbenen etwa 80 Prozent über 80 Jahre alt waren. Das spiegele das generell höhere Sterberisiko – unabhängig von der Wirksamkeit der Impfstoffe – für diese Altersgruppe wider, so das RKI.

Festzuhalten bleibt: Impfungen haben schon jetzt nachweislich sehr gut vor symptomatischer Erkrankung, vor schweren Verläufen und vor dem Tod geschützt. Und es ist davon auszugehen, dass sie es weiter tun werden. Ungeimpfte haben dagegen ein extrem viel höheres Risiko, schwer zu erkranken und zu sterben.

(rr)

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