Covid-19 Neue Corona-Studie: Kinder stecken sich selten bei Eltern an

Kinder infizieren sich wahrscheinlich nur selten bei ihren Eltern mit Sars-CoV-2, zeigt eine Studie aus Baden-Württemberg. Forscher hatten im Frühjahr 2.500 Kinder und einen Elternteil untersucht.

Einem Kind wird eine Probe für einen Corona-Test abgenommen
Nasenabstrich bei einem Jungen in den Niederlanden (Archivbild). Bildrechte: imago images / ZUMA Wire

Welche Rolle spielen Kinder bei Covid-19 für das Infektionsgeschehen? Das ist eine der am stärksten umstrittenen Fragen und Diskussionen in der Pandemie. Denn auch wenn Kinder deutlich seltener schwer an Corona erkranken (was aber durchaus vorkommt, wie aktuell zwei Fälle aus Niedersachsen belegen) – strittig ist, ob sie möglicherweise auch ohne selbst Symptome zu zeigen das Virus vermehren und verbreiten. Während Daten aus Bayern zeigten, dass durchaus mehr Kinder als erwartet Antikörper gegen das Sars-Coronavirus-2 gebildet hatten, zeigt eine jetzt im Fachblatt JAMA Pediatrics veröffentlichte Studie aus Baden-Württemberg: Bei den Eltern war der Anteil derjenigen mit Antikörpern gegen Sars-CoV-2 doppelt so hoch, wie bei den Kindern.

Baden-Württemberg: Stark von der ersten Corona-Welle betroffen

Kinder – das ist unstrittig – leider in besonderer Weise unter dem Lockdown. Sie, die in Kita und Schule soziales Miteinander und Lehrstoff lernen sollen, werden am Ende der Pandemie mindestens zwei sehr eingeschränkte Schuljahre erlebt haben. Die meisten Kontakte zu Gleichaltrigen waren in dieser Zeit verboten. Gerade deshalb wollten Forscher früh nachvollziehen: Wie verläuft das Infektionsgeschehen bei Kindern? Wenig Daten gibt es bislang zu Familien, wo die Kontakte besonders eng sind.

Das Land Baden-Württemberg initiierte deshalb im Frühjahr 2020 eine Studie, die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern auf die Spuren des neuen Coronavirus untersuchen sollte. Dabei wurden zwischen 22. April und 15. Mai unter Leitung von Medizinern am Universitätsklinikum Ulm insgesamt 2.500 Paare mit jeweils einem Elternteil und einem Kind im Alter zwischen einem und zehn Jahren untersucht. Zu diesem Zeitpunkt war die erste Corona-Welle bereits weitgehend abgeklungen, bei der es allerdings im Südwesten Deutschlands mit etwa 337 Erkrankten pro 100.000 Einwohner die zweitmeisten Fälle gegeben hatte.

Forscher: Kinder nicht Treiber der Pandemie

Alle Teilnehmer wurden einerseits mittels PCR-Test auf eine akute Infektion getestet, andererseits mit hoch spezifischen ELISA-Tests auf Antikörper, die eine zurückliegende Infektion anzeigen sollen. Dabei zeigte sich: Nur zwei Teilnehmer, ein Eltern-Kind-Paar hatte einen positiven PCR Test.

Die Antikörpertests brachten bei 48 von 2.482 Elternteilen (1,9 Prozent) ein positives Testergebnis. Bei den Kindern war dieser Anteil nur halb so groß (22 von 2.482 Kindern, 0,9 Prozent). Bei der Analyse von Familien, bei denen mindestens ein Angehöriger Antikörper gegen Corona hatte, zeigte sich: Die Kombination ein Elternteil hat Antikörper, das Kind aber nicht, kam vier Mal häufiger vor, als anders herum. Die Analyse der Antikörper selbst zeigte: Wer IgG Antikörper hatte, hatte zu 94,3 Prozent auch das Virus neutralisierende Antikörper.

Forscher schließen: Kinder waren zumindest während der Beobachtungszeit nicht die Treiber der Pandemie in Baden-Württemberg.

(ens)

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